Vitamin-B12-Mangel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 19. Juli 2017
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Der menschliche Organismus benötigt neben Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen auch verschiedene Vitamine. Dazu gehört unter anderem das Vitamin B12. Ein Vitamin-B12-Mangel kann zahlreiche Beschwerden auslösen und sollte behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Vitamin-B12-Mangel?

Vitamin B12 spielt eine wichtige Rolle in der Gesundheit. Der Bedarf kann als sehr niedrig beschrieben werden, darf jedoch trotzdem nicht fehlen. Das Vitamin trägt nämlich zur Blutbildung bei, zum Zellwachstum, zur Zellteilung, Bildung der Hülle von Neuronen, Herstellung von DNA und RNA sowie der Aufnahme von Folsäure.

Die wichtigen Funktionen des Vitamins erklären gleichzeitig die schweren Ausmaße eines Mangels. Dieser kann aufgrund verschiedener Faktoren zustande kommen. Entgegen vieler Gerüchte leiden nicht nur Veganer/Veganerinnen und Vegetarier/Vegetarierinnen unter einem Vitamin-B12-Mangel. Insgesamt sollte bei einem Verdacht ein Arzt aufgesucht werden. Ansonsten drohen langfristig schwerwiegende Konsequenzen.

Ursachen

Die Ursachen können unter Umständen in der Ernährung liegen. B12 lässt sich nämlich nur in tierischen Produkten finden. Dementsprechend ist das Risiko an einem B12-Mangel zu erkrankten für Menschen höher, die auf Fleisch und oder Milch und Eier verzichten. Aufgrund passender Präparate stellt eine solche Ernährung jedoch kein grundsätzliches Problem dar. Darüber hinaus kommt B12 vor allem in Inneren vor, die in Deutschland verhältnismäßig selten verzehrt werden.

Die Zubereitung von Speisen kann das Vitamin vernichten. Deswegen ist ein Mangel auch bei Personen, die nicht auf tierische Produkte verzichten, durchaus möglich und verbreitet. In einigen Situationen kann der Bedarf des Vitamins steigen. Wird er nicht gedeckt, entsteht unter Umständen ein Mangel. Bei Stress, körperlicher Arbeit, Liebeskummer, Trauer oder Angst benötigt der Organismus mehr Vitamin B12, was sich auf die schlechtere Verarbeitung aufgrund von Stress zurückführen lässt.

Weiterhin verwendet der Körper B12 für die Herstellung verschiedener Hormone. In solchen Situationen ist eine vermehrte Ausschüttung von Adrenalin oder Dopamin normal, der Speicher wird schneller aufgebraucht. In einer Schwangerschaft verdoppelt sich der Bedarf in der Regel. Weiterhin kann eine Funktionsstörung die Ursache für die Symptome sein.

Aufgenommen wird das Vitamin nämlich nur über die Mundschleimhaut oder den Darm. Darmreizungen, Alkoholmissbrauch oder chronische Darmerkrankungen schränken die Aufnahmefähigkeit teilweise stark ein. Darüber hinaus können einige Medikamente die Aufnahme hemmen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Ein Vitamin B12-Mangel äußert sich auf verschiedene Weise. Ist er bereits ausgeprägt, kommt es zu Depressionen, Müdigkeit und Blässe, Verwirrungen, Gehirnschwäche, Kribbeln in den Händen und Füßen, Verletzungen der Schleimhäute, Lähmungen und Zungenbrennen. Die typische Blässe resultiert aus einer Blutarmut aufgrund der Beteiligung des B12 an der Herstellung roter Blutkörperchen.

Ein Mangel kann somit schwerwiegende Ausmaße annehmen. Dabei wird er oftmals erst spät diagnostiziert. Dementsprechend kann es hilfreich sein, den eigenen Verdacht offen anzusprechen. Immerhin lässt sich das Niveau des B12 einwandfrei nachweisen. Ein Mangel entsteht nicht über Nacht. Der menschliche Organismus ist dazu in der Lage, Vitamin B12 in ausreichendem Maß zu speichern.

Deswegen machen sich die Erscheinungen erst nach einigen Monaten bis Jahren bemerkbar. Bis dahin reichen die körpereigenen Ressourcen aus, um den Bedarf zu decken. Deswegen ist es unwahrscheinlich, bei einer Ernährungsumstellung auf einen rein pflanzlichen Speiseplan unverzüglich an einem Vitamin B12 Mangel zu erkranken.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose kann auf verschiedenen Wegen gestellt werden. Üblich ist eine Blutuntersuchung. Dabei wird das B12 in der Regel nicht direkt gemessen. Für Kinder eignet sich ein Urintest zur Bestimmung eines eventuellen Mangels.

Ohne Behandlung kann die Anämie durch Vitamin-B12-Mangel zu Herz-Kreislauf-Komplikationen führen: Langfristig ist eine erhöhte Belastung für das Herz möglich. Der verringerte Sauerstofftransport erhöht außerdem das Risiko für Kreislaufzusammenbrüche. Letztere können weitere Komplikationen nach sich ziehen – zum Beispiel durch Stürze, die eventuell Verletzungen zur Folge haben.

Komplikationen

Der Mangel an Vitamin B12 kann an sich ebenfalls Komplikationen hervorrufen. Ohne Behandlung sind auch dauerhafte neurologische Störungen möglich. Ein ausreichender Ausgleich des Mangels sollte deshalb so früh wie möglich erfolgen. Neurologische Beschwerden äußern sich beim Vitamin-B12-Mangel zum Beispiel als taubes Gefühl oder Kribbeln in den Armen oder in den Beinen.

Zusätzlich zu den allgemeinen Symptomen der Anämie können bei der Vitamin-B12-Anämie weitere Anzeichen auftreten. Dazu gehören Müdigkeit, Blässe, Verdauungsstörungen, Schwächegefühl, Zahnfleischblutungen und Benommenheit. Darüber hinaus kann die Geschwindigkeit von Herzschlag und Atmung zunehmen.

Zu den psychischen Komplikationen gehören Gedächtnisstörungen, Verwirrtheit, Konzentrationsprobleme und depressive Verstimmung. In einigen Fällen sind auch psychotische Wahrnehmungen in Form von Halluzinationen, Gedankenflucht oder ähnlichen Symptomen möglich. Darüber hinaus äußert sich ein schwerer Mangel an Vitamin B12 unter Umständen mit Persönlichkeitsveränderungen.

Insbesondere die Konzentrations- und Gedächtnisprobleme können eine Verschlechterung der beruflichen oder schulischen Leistungsfähigkeit bewirken. Insgesamt tragen die verschiedenen Symptome zudem möglicherweise dazu bei, dass sich der Betroffene sozial zurückzieht.

Therapie & Behandlung

Ein Mangel muss unbedingt behandelt werden. Ist er stark ausgeprägt, wird häufig zu Spritzen gegriffen, welche den Speicher schnell wieder auffüllen. Eine solche Methode ist oftmals ebenfalls dann notwendig, wenn eine Funktionsstörung des Darms vorliegt. Hier würde die Einnahme von Tabletten keine Wirkung zeigen. Weiterhin lassen sich Lutschtabletten verzehren.

Weil das Vitamin auch über die Mundschleimhaut aufgenommen wird, handelt es sich um eine wirkungsvolle Methode, die ebenfalls für Kinder geeignet ist. Viele der Präparate sind rein pflanzlich und sind damit auch für Vegetarier und Veganer empfehlenswert. Um den Mangel zu behandeln wird in der Regel zu Präparaten mit einer sehr hohen Dosierung gegriffen. Diese müssen meistens täglich eingenommen werden.

Zu Beginn der Behandlung handelt es sich um eine hohe Dosierung, welche den eigentlichen Tagesbedarf überschreitet. Sobald der Mangel verschwunden ist, setzt eine Erhaltungstherapie ein, deren Ziel es ist, den täglichen Bedarf zu decken. Wer sich für eine Spritze entscheidet, muss unter Umständen nur einmal im Monat die Flüssigkeit aufnehmen. Mit etwas Übung können die Spritzen ohne medizinische Hilfe zuhause verabreicht werden. Besonders wichtig ist ein guter Umgang mit Spritzen für Menschen mit einer schlechten B12 Verwertung.

In einem solchen Fall ist es nämlich wahrscheinlich, dass auch nach der Beseitigung des Mangels die Notwendigkeit einer zusätzlichen B12-Versorgung bestehen bleibt. Ansonsten würde sich ein neuer Mangel entwickeln. Neben der Therapie der Beschwerden wird gleichzeitig nach den Ursachen geforscht. Gelingt die Handhabung mit Spritzen nicht, bleiben Lutschtabletten als Ausweichmöglichkeit.

Gerade bei einer Störung der Verwertung müssen hochdosierte Präparate eingenommen werden. Diese werden in der Regel vom behandelnden Arzt verschrieben. Weil sich Vitamin B12 nicht überdosieren lässt, sind unerwünschte Nebenwirkungen auszuschließen.

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Vorbeugung

Ein Vitamin B12 Mangel lässt sich vorbeugen. Das Vitamin kommt insgesamt nur in geringen Anteilen in Lebensmitteln vor. Deswegen kann es sinnvoll sein, auf Lutschtabletten zurückzugreifen. Das gilt insbesondere für Risikogruppen wie Schwangere, Alkoholiker, Veganer/Veganerinnen, Vegetarier/Vegetarierinnen, Raucher und Stillende. Viele der Präparate sind natürlich und weisen keine Nebenwirkungen auf.

Bücher über Vitamine

Quellen

  • Bässler, K.-H.: Vitamin-Lexikon. Urban & Fischer, München 2002
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Pietrzik, K., Golly, I., Loew, D.: Handbuch Vitamine. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2008

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