Blässe

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 18. Mai 2017
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Bei Blässe erscheint der Teint eines Menschen fahler als gewöhnlich. Mögliche Ursachen von Blässe sind niedriger Blutdruck, Blutarmut und Leukämie. Die Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung und kann bei harmlosen Ursachen auch unterbleiben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Blässe?

Blässe bezeichnet ein Phänomen, bei dem die Hautfarbe eines Menschen heller ist als normal. Es gilt zu beachten, dass jeder Mensch ein individuelles Hautkolorit aufweist. Das bedeutet, dass einige Menschen von Natur aus eine besonders helle Haut haben.

Bei einer hellen Hautfarbe alleine liegt also noch keine Blässe vor, denn Blässe bedeutet, dass die Haut heller ist als gewöhnlich. Menschen aus dem Norden bzw. Menschen, die sich aufgrund ihres Lebensstils nur selten in der Sonne aufhalten, weisen typischerweise eine eher blasse Hautfarbe auf.

Grundsätzlich sollte Blässe als Symptom ernst genommen werden, da sie eine zugrunde liegende Erkrankung anzeigen kann. In den meisten Fällen liegt eine Gesichtsblässe vor, dabei erscheint die Haut im Gesicht bzw. am Hals blasser als normal. Eine Veränderung des normalen Hautkolorits kann jedoch auch an anderen Hautstellen auftreten.

Ursachen

Es gibt verschiedenste Ursachen für Blässe. Häufig kommt es bei Kreislaufstörungen zu einer auffälligen Gesichtsblässe. Besonders häufig tritt diese bei niedrigem Blutdruck auf, da es hier mitunter zu Problemen bei der Durchblutung kommt.

Eine spontane Kreislaufschwäche geht meist rasch vorüber und hat oft keine ernsten Ursachen. Hält die Blässe über einen längeren Zeitraum hinweg an, liegt möglicherweise eine Anämie, also ein Mangel des roten Blutfarbstoffes vor. Charakteristischerweise ist bei Blutarmut die Blässe auch an den Schleimhäuten sichtbar. Fahle Haut kann darüber hinaus auf einen Mangel an Mineralien bzw. Vitaminen hindeuten.

Wird dem Körper zum Beispiel nicht genügend Folsäure (Vitamin B12) zugeführt, kann sich dieser Mangel durch eine fahle Hautfarbe bemerkbar machen. Außerdem kann Blässe eine schwerwiegende Erkrankung wie Krebs anzeigen. So kommt es etwa bei Leukämie zu einem Mangel an roten Blutkörperchen, wodurch betroffene Personen meist eine sehr blasse Hautfarbe aufweisen.

Weitere mögliche Ursachen für Blässe sind Herzerkrankungen, Diabetes, Leberzirrhose, Niereninsuffizienz sowie verschiedenste Durchblutungsstörungen.

Typische & häufige Krankheiten

Diagnose & Verlauf

Blässe bezeichnet ein Phänomen, bei dem die Hautfarbe eines Menschen heller ist als normal. Es gilt zu beachten, dass jeder Mensch ein individuelles Hautkolorit aufweist.

Blässe an sich ist keine Erkrankung, sondern nur Symptom einer zugrunde liegenden Krankheit. Da viele mögliche Ursachen für Blässe in Frage kommen, ist es wichtig, dass der behandelnde Arzt eine ausführliche Anamnese erhebt.

Danach erfolgt eine Grunduntersuchung der Körperfunktionen. Dabei misst der Arzt unter anderem den Blutdruck und begutachtet die Mundschleimhaut. Je nach Verdachtsdiagnose ordnet er dann weitere Tests wie ein EKG oder eine Knochenmarkuntersuchung an. Vermutet der Arzt einen Vitamin- oder Mineralstoffmangel, kann die Diagnose durch einen Bluttest gesichert werden.

Bei der Blutuntersuchung werden auch die Leber- bzw. Nierenwerte gemessen, um die Funktionsfähigkeit der Organe festzustellen. Der Verlauf von Blässe hängt von der Grunderkrankung ab. Handelt es sich lediglich um einen leichten Fall von zu niedrigem Blutdruck, ist die Prognose als äußerst positiv anzusehen. Schwerwiegende Erkrankungen wie Leukämie können mitunter lebensgefährlich sein.

Komplikationen

Blässe kann je nach Hauttyp vollkommen normal und gesund sein, weshalb sie als Krankheitssymptom manchmal gar nicht erkannt wird. Je heller der Hauttyp, desto weniger würde Blässe überhaupt auffallen und kann lange übersehen werden. Im Alltag wird Blässe vor allem im Sommer schwierig, denn blasse Haut besitzt geringere Anteile des Hautfarbstoffs Melanin. Dieser färbt die Haut nicht nur dunkler, er schützt sie auf diese Weise auch vor den schädlichen Bestandteilen des Sonnenlichts.

Es kann somit leichter zu Sonnenbrand kommen, bei starker Blässe reichen bereits einige Minuten in praller Sonne aus. Durch die Neigung zu Sonnenbrand wird die Haut auch von geringer UV-Lichtbelastung schon stärker angegriffen und es kann im Alter wahrscheinlicher zu Hautkrebs kommen, da sich die Haut ständig regenerieren und von Verbrennungen erholen muss. Bei ausgeprägter Blässe reicht eine normale Sonnencreme deswegen nicht mehr aus und es genügt auch nicht, diese nur bei Bedarf anzuwenden.

Um Hautkrebs durch jahrelange Sonneneinstrahlung zu entgehen, muss regelmäßig Sonnenschutz mit hohem LSF getragen werden. Besonders gefährlich sind Besuche im Solarium, denn bei Blässe greift das Licht die empfindliche Haut genauso an wie das natürliches Sonnenlicht und auch ein sehr guter Sonnenschutz reicht unter Umständen nicht, um Schäden an der blassen Haut vollständig abzuwehren.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Blässe ist nicht unbedingt ein Krankheitssymptom. Einige Menschen haben von Natur aus eine besonders helle Haut. Es ist noch nicht so lange her, da galt blasse Haut sogar als vornehm. Bei Blässe wird dem Menschen oft besondere Aufmerksamkeit zuteil, indem sich andere sorgen, dass es ihm nicht gut gehen könnte. Blässe von Kindheit an ist noch kein Grund zum Arzt zu gehen, insbesondere wenn es demjenigen gut geht. Etwas Make-up und Rouge helfen, den Teint zu beleben und künftig weniger Aufmerksamkeit wegen Blässe auf sich zu ziehen.

Tritt Blässe jedoch erst seit einiger Zeit auf, womöglich noch mit Abgeschlagenheit und Appetitmangel, ist es besser, den Hausarzt zu konsultieren. Häufige Ursache für Blässe kann Eisenmangel mit daraus resultierender Blutarmut sein sowie niedriger Blutdruck, Kreislaufschwäche oder eine Herzerkrankung. Hinter ungewöhnlicher Blässe kann aber auch eine Nierenentzündung, Lebererkrankung, Milzerkrankung, Rheuma oder Blutkrebs stecken.

Der Hausarzt, der seinen Patienten meistens schon etwas länger kennt, wird die Lage gut einschätzen können. Anhand seiner Anamnese und ersten Untersuchungen wird er bei Bedarf an einen Fachkollegen weiter überweisen, wie zum Beispiel einen Internisten, Kardiologen, Hepatologen, Rheumatologen oder Onkologen.

Behandlung & Therapie

Um Blässe effektiv behandeln zu können, muss zuerst eine Diagnose vorliegen, denn die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung.

Leidet der Patient unter einer leichten Kreislaufschwäche, bedarf dies meist keiner Behandlung. Im Falle eines Vitamin- oder Mineralstoffmangels reicht es oft aus, die Ernährung umzustellen. So lässt sich ein Mangel an Vitamin B12 meist sehr gut durch eine entsprechende Ernährung behandeln. Dies gilt auch für einen Eisenmangel, der ebenso zu Blässe führen kann. Handelt es sich um einen schweren Eisenmangel, müssen jedoch Eisentransfusionen erfolgen, um die Eisenspeicher im Körper aufzufüllen.

Bringt die Umstellung der Ernährung bei Vitaminmangel nicht den gewünschten Erfolg, können die betreffenden Stoffe zusätzlich in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt werden. Besonders während einer Schwangerschaft ist dies wichtig, um die Entwicklung des Kindes nicht zu gefährden.

Bei schweren Kreislaufproblemen mit Ohnmacht muss der Betroffene eventuell Blutdruckmedikamente einnehmen. Eine Durchblutungsstörung der Haut, die durch Rauchen verursacht wurde, bedarf meist keiner medizinischen Behandlung, da sich die Durchblutung verbessert, sobald der Betroffene mit dem Rauchen aufhört. Sollte dies nicht gelingen, kann eine ärztlich begleitete Raucherentwöhnung notwendig werden.

Die Therapie von Krebserkrankungen muss auf das individuelle Krankheitsbild des Betroffenen abgestimmt werden.

Aussicht & Prognose

Bei einer Blässe muss es sich nicht zwingend um eine Krankheit handeln. Viele Menschen sind aufgrund ihrer Herkunft blass, was keine gesundheitliche Einschränkung darstellt. Falls die Blässe nicht durch eine Krankheit bedingt ist, muss sie auch nicht behandelt werden. Es ist allerdings möglich, durch Sonneneinstrahlung oder im Solarium die Hautfarbe dunkler zu tönen und damit zu verändern.

Eine Blässe kann allerdings auch aufgrund eines schlechten Gesundheitszustandes auftreten. In diesem Fall unterscheidet sich die Gesichtsfarbe der betroffenen Person deutlich von der gewöhnlichen Gesichtsfarbe. Die Blässe tritt vor allem bei Erkältungen, Grippen und anderen Infekten auf und ist nicht weiter schlimm. Sie verschwindet in der Regel schon nach wenigen Stunden und muss nicht weiter behandelt werden, wenn sie nur temporär besteht.

Sollte die Blässe im Gesicht länger auftreten und nichts mit einem akkut veränderten gesundheitlichen Zustand zu tun haben, so muss ein Arzt konsultiert werden. In diesem Fall hängt die Blässe mit einem weiteren Symptom zusammen.

In den meisten Fällen muss gegen gegen das Symptom der Blässe nichts gezielt unternommen werden, da sie von alleine wieder verschwindet und nur ein Zeichen für einen temporär schlechten Gesundheitszustand ist. Hilfreich ist es hingegen, die Ursache der Blässe zu therapieren.

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Vorbeugung

Akut auftretende Blässe infolge von zu niedrigem Blutdruck oder einer Ohnmacht kann nur schwer vorgebeugt werden. Ist die gelegentlich auftretende Kreislaufschwäche bereits bekannt, können Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

So empfiehlt es sich, nicht ohne Frühstück aus dem Haus zu gehen und während des Tages auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Besteht erhöhter Bedarf an Vitaminen bzw. Mineralstoffen, sollten diese zusätzlich eingenommen werden. Dies gilt besonders für schwangere Frauen.

Schwerwiegende Erkrankungen wie Leukämie können nicht vorgebeugt werden. Um eine mögliche Krebserkrankung in einem frühen Stadium zu erkennen, sollten in regelmäßigen Abständen Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen werden.

Das können Sie selbst tun

Blässe hat oftmals harmlose Ursachen und kann durch Eigenmaßnahmen und verschiedene Hausmittel effektiv behandelt werden. Zunächst empfiehlt es sich, viel Zeit an der frischen Luft zu verbringen, und nach Möglichkeit regelmäßig Sport zu betreiben. Generell kann Blässe durch genügend Sonnenlicht und eine ausgewogene Ernährung zumindest reduziert werden, wobei ein heller Hauttyp zumeist genetisch bedingt ist.

Der Verzehr von Karotten und anderen Lebensmitteln mit viel Beta-Carotin, Traubensaft, Paprika oder roter Bete ist ebenfalls eine effektive Maßnahme zur Bekämpfung von Blässe im Gesicht. Außerdem sollte auf eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen wie Eisen geachtet werden. Auch Wechselduschen gelten als hilfreich bei Blässe und sorgen für eine rosigere Färbung der Haut. Daneben helfen verschiedene Hausmittel: eine Gesichtsmaske mit Äpfeln, Gurken oder Honig fördert die Durchblutung des Gesichts ebenso wie Massagen oder ein heißes Bad.

Langfristig kann Blässe durch einen gesunden Lebensstil und viel Zeit an der Sonne reduziert werden. Liegt allerdings ein ernstes Grundleiden vor, sollte dieses zunächst behandelt werden. Ist die zugrunde liegende Erkrankung überwunden, geht meist auch die Blässe zurück.

Bücher über Blässe

Quellen

  • Altmeyer, P., et al.: Dermatologische Differenzialdiagnose. Springer, Heidelberg 2012
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2015
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten. Vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2012

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