Dopamin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Dopamin gehört gemeinsam mit Adrenalin und Noradrenalin zu den Katecholaminen. Dopamin ist sowohl ein Hormon als auch ein wichtiger Neurotransmitter, der in natürlicher Form vom menschlichen Körper erzeugt und in künstlicher Form als Arzneistoff verwendet wird. Dopamin als Arzneistoff kommt meist zur Stabilisierung des Herz-Kreislaufsystems nach einem Schock sowie bei der Behandlung von Parkinson, dann als L-DOPA, zum Einsatz.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Dopamin?

Dopamin ist eines der wichtigsten Hormone des menschlichen Körpers. Es fungiert außerdem als Neurotransmitter, ist also - vereinfacht ausgedrückt - für die Weiterleitung von Empfindungen und Gefühlen verantwortlich.

Dieser Eigenschaft ist es zu verdanken, dass Dopamin im Volksmund das Attribut Glückshormon erhalten hat. Dopamin ist außerdem für die Steuerung und Durchblutung der Inneren Organe verantwortlich, sowie für die Weiterleitung von Impulsen an die Muskeln.

Chemisch betrachtet ist Dopamin eine Vorstufe des Adrenalin bzw. des Noradrenalin und gehört zur Gruppe der Katecholaminen.

Pharmakologische Wirkung

Bisher konnten noch nicht alle pharmakologischen Wirkungen auf Körper und Geist erforscht und beschrieben werden. Unumstritten ist jedoch, dass Dopamin für die Weiterleitung von Impulsen an die Muskulatur verantwortlich ist.

Fehlt Dopamin, so beginnen die Muskeln unkontrolliert zu zittern; der Patient leidet an Parkinson. Bei Menschen, die unter Parkinson leiden, konnte festgestellt werden, dass die Dopaminkonzentration im Hirnstamm um etwa 90% geringer ist als bei gesunden Menschen. Dopamin ist außerdem für die Weiterleitung von Empfindungen und Wahrnehmungen verantwortlich.

Es scheint, als könne Dopamin Wahrnehmungen und Empfindungen steigern. Menschen, die an einer Psychose leiden, haben gegenüber gesunden Menschen eine nachweisbar erhöhte Dopmainkonzentration. Sie nehmen daher ihre Umwelt stärker war und sind nicht in der Lage, Wichtiges und Unwichtigem zu unterscheiden bzw. Sinneseindrücke richtig zu verarbeiten.

Das Zuviel an Informationen führt schließlich zu einer Psychose. Auch bei der Entstehung von Suchterkrankungen wird dem Dopamin eine wichtige Rolle zugesprochen. Der Konsum bestimmter Drogen - hauptsächlich Amphetamine und Opiate - führt zu einer verstärkten Ausschüttung von Dopamin - der Drogenkonsument nimmt seine Umwelt deutlicher wahr bzw. empfindet verstärkte Glücksgefühle.

Dopamin regelt darüber hinaus die Durchblutung verschiedener innerer Organe, insbesondere der Niere. Ein Mangel an Dopamin kann zu Antriebslosigkeit und depressiven Verstimmungen führen.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Bei Menschen, die unter Parkinson leiden, konnte festgestellt werden, dass die Dopaminkonzentration im Hirnstamm um etwa 90% geringer ist als bei gesunden Menschen.

Besonders die stimulierende Wirkung des Dopamins auf innere Organe können medizinisch genutzt werden. So kommen dopaminhaltige Medikamente zur Behandlung von Schockzuständen bei drohendem Versagen des Herz-Kreislaufsystems zum Einsatz.

Auch bei drohendem Nierenversagen kann Dopamin prophylaktisch gegeben werden, um die Nierenfunktionen zu stützen. Dopamin kann aufgrund einer natürlichen Blut-Hirn-Schranke nicht ins Zentrale Nervensystem gelangen. Daher ist die Gabe von Dopamin bei Parkinsonpatienten oder auch zur Behandlung des Restless-Legs-Syndroms nicht angezeigt.

In diesen Fällen kann jedoch ein Prodrug des Dopamins, das Levodopa (L-DOPA), gegeben werden. Dopamin ist als wasserlösliches Dopaminhydrochlorid unter seinem generischen Namen erhältlich. Es wird intravenös verabreicht und ist verschreibungspflichtig. Eine präventive Einnahme zur Vorbeugung von Krankheiten konnte bisher nicht gefunden werden.

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Risiken & Nebenwirkungen

Die Gabe von Dopamin kann zu Herzrhythmusstörungen führen, weshalb das Haupteinsatzgebiet des Dopamins - die Behandlung von Schockzuständen - mehr und mehr in den Hintergrund tritt.

Das L-DOPA ist der bisher beste Wirkstoff zur Minderung von Parkinson. Die Nebenwirkungen des L-DOPA sind Übelkeit, verstärkte Schwindelgefühle, Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen und niedriger Blutdruck. Manche Patienten empfinden einen verstärkten Sexualtrieb und verstärkte Kaufbedürfnisse.

Zusätzlich zum L-DOPA werden daher in der Regel weitere Medikamente gegeben, um die unerwünschten Nebenwirkungen abzuschwächen. Im Zusammenhang mit der Einnahme von L-DOPA wird immer wieder ein Fahrverbot diskutiert. Bisher konnte eine generelle Fahrtuntüchtigkeit jedoch nicht festgestellt werden. Vereinzelt klagen Patienten über eine verstärkte Tagesmüdigkeit. Die Wirkung des L-DOPA nimmt mit der Dauer der Einnahme ab.

Da Parkinsonpatienten L-DOPA jedoch lebenslang einnehmen müssen, ist es gerade bei jüngeren Patienten unabdingbar, zunächst mit einer geringen Gabe zu beginnen und die Menge stetig zu steigern. Nach zu langer Einnahme ist L-DOPA nahezu wirkungslos.

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