Nierenschmerzen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2017
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Nierenschmerzen sind ein deutliches Zeichen dafür, dass eine sofortige ärztliche Abklärung notwendig ist. Denn die Nieren sind wichtige Organe und wenn sie schmerzen, muss eine Behandlung erfolgen, nachdem die Ursachen der Nierenschmerzen abgeklärt wurden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Nierenschmerzen?

Nierenschmerzen sind nicht immer genau zu lokalisieren, da die Nieren am Rücken im Flankenbereich sind und die Nierenschmerzen auch mit Rückenschmerzen verwechselt werden können. Rückenschmerzen können auf das Gewebe wirken, so dass nicht eindeutig erkennbar ist, woher die Schmerzen rühren.

Dennoch sind Nierenschmerzen sehr ernst zu nehmen, da sich hinter ihnen ernsthafte Erkrankungen verbergen können. Es kann sich unter anderem um eine Nierenbeckenentzündung handeln. Nierenschmerzen können auch weitere Erkrankungen der Nieren anzeigen oder sie entstehen durch Nierensteine.

Auch eine einfache Blasenentzündung kann solche Schmerzen verursachen. Es könnte sich auch um Nierenkrebs handeln. Nierenschmerzen sind deshalb die eindeutige Aufforderung, sich zum Arzt zu begeben. Denn nur der Arzt kann abklären, ob es sich um eine ganz harmlose Erkrankung handelt oder um eine schwerwiegende und ernstznehmende Krankheit.

Ursachen

Nierenschmerzen deuten immer auf eine Erkrakung hin. Diese kann leicht ausgeprägt sein und in der Folge auch einfach zu therapieren sein. Sie kann aber auch schwere Komplikationen hervorrufen und die wichtigen Nierenfunktionen stark beeinträchtigen. Nieren sind für den interzellulären Flüssigkeitsausgleich nötig. Nierenschmerzen können zwei grundlegende Ausprägungen haben. Zum einen können dumpf und anhaltend sein und sind dann als chronische Nierenschmerzen bekannt.

Nierenschmerzen können jedoch auch kolikartig mit heftigen Schmerzen auftreten. Handelt es sich um kolikartige Nierenschmerzen, so können Nierensteine oder Harnleitersteine als Ursache gelten. Auch Spasmen oder eine Stauung des Harns können zu kolikartigen Nierenschmerzen führen. Sind die Nierenschmerzen anhaltender Natur, so können die Nierenkörperchen entzündet sein oder es befindet sich eine Entzündung im Nierenbecken.

Sammelt sich Eiter ab, so ist die Ursache für Nierenschmerzen ein Abszess. Weitere Ursachen für Nierenschmerzen können Tumore und Verletzungen am Organ sein, auch die Nierentuberkulose oder Fehlbildungen der Nieren können als Ursache für Nierenschmerzen vorliegen.

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Verlauf

Nierenschmerzen sind nicht immer genau zu lokalisieren, da die Nieren am Rücken im Flankenbereich sind und die Nierenschmerzen auch mit Rückenschmerzen verwechselt werden können.

Im Krankheitsverlauf von Nierenschmerzen sind Mischformen möglich. So kann es bei chronischen Nierenschmerzen zwischenzeitlich auch zu Koliken kommen. Handelt es sich zum Beispiel einfach um eine Blasenentzündung, so kann diese medikamentös schnell und einfach behandelt werden.

Wird sie nicht behandelt, so können sich die Bakterien ausbreiten und zu schlimmeren Erkrankungen führen. Wenn schließlich die Nierenfunktion beeinträchtigt wird, wirkt dies auf das gesamte Körpersystem. Auch bei Nierenschmerzen in Zusammenhang mit schmerzhaftem Harnlassen muss umgehend mit Antibiotika therapiert werden, um einen Krankheitsverlauf, der sich verschlimmern kann, zu verhindern.

Nierenschmerzen, die durch Harn- oder Nierensteine entstehen, müssen ebenfalls sofort behandelt werden. Nierenschmerzen sind ein Alarmsignal des Körpers. Sie dürfen in ihrer Bedeutung nicht unterschätzt und vom Arzt behandelt werden.

Komplikationen

Nierenschmerzen können zu einer mangelnden Flüssigkeitszufuhr führen. In schweren droht eine Dehydration. Dies ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der sofort von einem Arzt behandelt werden muss, um das Risiko irreparabler Schäden zu minimieren. Werden Nierenschmerzen nicht richtig behandelt, drohen weitere Erkrankungen. Es kann zu einer Nierenbeckenentzündung kommen.

Diese führt unbehandelt zu einer Niereninsuffizienz. Eine oder beide Nieren sind nicht mehr voll funktionsfähig, so dass eine lebensgefährliche Erkrankung droht. Die Nierenschmerzen sind für den Betroffenen bei jedem Schritt spürbar und führen dadurch zu einer Beeinträchtigung des Lebens. Bei der Gabe von Medikamenten stellen sich bei vielen Patienten Nebenwirkungen ein.

Zu ihnen zählen Erbrechen oder Durchfall. Die Nierenschmerzen führen mit und ohne Behandlung zu weiteren Komplikationen. Zu ihnen gehören Fieber, Krämpfe oder Schüttelfrost. Schwindel oder Verwirrtheit können auftreten. Bei einigen Menschen treten Bewusstseinsstörungen oder eine Bewusstlosigkeit auf. Die Herztätigkeit ist vermindert, was zu Aufmerksamkeitsdefiziten oder Antriebslosigkeit führt.

Die Nierenschmerzen können Beschwerden, wie Blut im Urin auslösen. Der Urin wird in geringeren Mengen produziert, was Wasseransammlungen im gesamten Körper bewirkt. Die Angst, letztlich auf ein Spenderorgan angewiesen zu sein oder sterben zu müssen, ist für die Betroffenen allgegenwärtig. Sie führt zu Störungen des sozialen Lebens und der psychischen Belastungen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei Nierenschmerzen sollte immer ein Arzt konsultiert werden, um die Ursachen abzuklären und weitere Komplikationen zu vermeiden. Dringlich ist der Arztbesuch, wenn es begleitend zu Beschwerden beim Wasserlassen oder zu farblichen Veränderungen des Urins kommt. Blut im Urin deutet auf Nierensteine hin, die umgehend von einem Arzt untersucht werden müssen. Andernfalls kann sich eine Nierenkolik entwickeln, die mit schweren Folgesymptomen verbunden ist. Bei trüben Verfärbungen des Harns liegt womöglich eine Entzündung vor, die anhand einer Urinprobe vom Hausarzt diagnostiziert werden kann.

Nierenschmerzen während der Menstruation müssen dagegen nicht unbedingt ärztlich behandelt werden. Oft werden die Beschwerden auch durch mangelhaftes Trinkverhalten oder eine monotone Körperhaltung verursacht. Selten werden Schmerzen in den Nieren auch durch eine Schwangerschaft ausgelöst. In diesen Fällen genügt es, viel zu trinken und den Körper zu schonen. Treten ähnliche Probleme immer wieder auf, sollte allerdings mit dem Haus- oder Frauenarzt gesprochen werden. Ein Notarzt sollte alarmiert werden, wenn es zu unnatürlichen Wasseransammlungen in den Gliedern kommt oder plötzlich starke Fiebersymptome auftreten.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Nierenschmerzen ist bei leichten Erkrankungen einfach mit verschiedenen Medikamenten zu lösen. Auch Wärme und Naturheilverfahren helfen. Halten die Nierenschmerzen länger als drei Monate an, so wird eine Schmerztherapie erforderlich. In den meisten Fällen müssen dann verschiedene Therapiemaßnahmen angewendet werden.

Möglich ist auch ein Klinikaufenthalt, wenn die Nierenschmerzen anders nicht zu lindern sind. Dazu gibt es spezielle Schmerzzentren. Zur Anwendung kommen medikamentöse Behandlungen der Nierenschmerzen mit Spasmolytika und Infusionen. Möglich ist auch eine Lokalanästhesie oder die Behandlung über einen Katheter.

Akupunktur kann ebenfalls bei Nierenschmerzen eingesetzt werden. Zur Anwendung kommen auch Verfahren der Hochtontherapie und die Magnetfeldtherapie sowie die TENS-Therapie. Parallel dazu werden psychologische Trainings angeboten, die der Schmerzbewältigung dienen. Auch Therapien mit bestimmten Diäten können bei Nierenschmerzen helfen.

Aussicht & Prognose

Nierenschmerzen können zwar relativ gut behandelt werden, führen allerdings ohne Behandlung zu recht starken Schmerzen und einer verminderten Zufuhr an Flüssigkeit. Dies kann in einer Dehydration münden, welche für den Körper sehr ungesund ist. In diesem Fall ist die Behandlung durch einen Arzt unumgänglich.

Ebenso führen Nierenschmerzen auch zu Symptomen, die sonst bei einer Grippe oder bei einer Erkältung auftreten. Dazu gehört Schüttelfrost, Durchfall, Erbrechen und ein allgemeines Schwächegefühl. Es kann auch vorkommen, dass der Urin gefärbt ist, wenn sich Blut im Urin befindet. Durch die Nierenschmerzen kommt es beim Patienten in der Regel zu Stress und zu Störungen des Alltags.

Bei akuten Schmerzen, die auf ein Nierenversagen hindeuten, ist eine Operation notwendig. Da der Mensch zwei Nieren hat, kann eine Niere entfernt oder durch eine Spenderniere ersetzt werden. In diesem Falle treten meistens keine Komplikationen auf. Oft wird eine Behandlung mit Medikamenten durchgeführt, um die Entzündung zu lösen.

Sollten die Nierenschmerzen aufgrund von ungesundem Essen oder dem übermäßigen Verzehr von Alkohol oder anderen Drogen auftreten, so muss ein Entzug oder eine Diät durchgeführt werden. In schweren Fällen kann die Niere allerdings schon irreparabel geschädigt sein.

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Vorbeugung

Da die Nieren kälteempfindlich sind, ist als Vorbeugung vor Nierenschmerzen das Warmhalten wichtig. Ebenfalls wichtig ist eine ausreichende und regelmäßige Zufuhr von Wasser. Das gesamte Körpersystem und auch die Organe bleiben am besten gesund, wenn ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung und gesundem Essen eingehalten wird.

Blasenentzündungen und Bakterien im Urin können auch durch Hygienemaßnahmen vermieden werden. Nierenschmerzen sind die Symptome für ein Ungleichgewicht im Körper, das bei einem starken Immunsystem und einer gesunden Lebensweise nicht zu Nierenschmerzen kommen muss.

Das können Sie selbst tun

Nierenschmerzen sind oft ein Symptom einer schweren Erkrankung und sollten deshalb immer von einem Arzt abgeklärt werden. Begleitend dazu können verschiedene Hausmittel die Beschwerden lindern.

Zunächst gilt es, den Nierenbereich mit einem Körnerkissen oder einem Umschlag warm zu halten. Auch feuchtwarme Anwendungen mit ätherischen Ölen sind geeignet und fördern die Durchblutung der Niere. Ein beliebtes Mittel ist auch Zitronensaft, der bei Schmerzen durch Nierensteine Linderung verschafft. Bei anderen Nierenproblemen können entzündungshemmende und harntreibende Hausmittel wie Petersilie oder Löwenzahn helfen. Auch Sellerie ist ein natürliches Diuretikum, dass vor allem bei infektionsbedingten Schmerzen wirkt. Schmerzen im Lendenbereich können mit einem Senfpflaster gelindert werden.

Bei Nierensteinen und Harnwegsinfektionen helfen außerdem Brennnesseln und Salbei. Zusätzlich kann die ärztliche Behandlung durch Tees unterstützt werden. Teein wirkt harntreibend und spült die Bakterien aus den Nieren, wodurch die Schmerzen meist rasch abnehmen. Als wirksam haben sich vor allem Wacholderbeer- und Birkenblätter-Tee erwiesen. Auch Goldruten-Tee ist aufgrund seiner krampflindernden und harntreibenden Wirkung ein beliebtes Mittel gegen Nierenschmerzen. Bleiben die Beschwerden trotz allem bestehen, empfiehlt sich ein rascher Arztbesuch.

Bücher über Nierenschmerzen

Quellen

  • Arastéh, K., et al.: Duale Reihe. Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2015
  • Zilles, K. et al.: Anatomie. Springer, Heidelberg 2010

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