Nierenbeckenentzündung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. August 2017
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Eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) kann in akuter oder chronischer Form auftreten. Verursacht wird die Krankheit zumeist über eine Infektion durch Bakterien. Es kommt in der Folge zu Entzündungen des Nierenbeckens in der Näher der Harnleiter. Typische Anzeichen sind Schmerzen und Fieber, sowie Beschwerden beim Wasserlassen. Eine Nierenbeckenentzündung sollte immer vom Arzt untersucht und behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Definition Nierenbeckenentzündung

Das Fachwort für Nierenbeckenentzündung lautet Pyelonephritis, welches von den griechischen Worten "nephros" = Niere und "pyelos"= Becken, stammt. Hierbei handelt es sich um eine ernste Erkankung der harnleiternahen Nierenbecken. Dies ist eine akute oder chronische Entzündung, welche in den meisten Fällen durch Bakterien ausgelöst wird. Sie ist eine der häufigsten Ekrankung der Niere und im Regelfall ist nur eine der beiden menschlichen Nieren betroffen.

Differentialdiagnostisch unterscheidet sich die Nierenbeckenentzündung von der Nierenrindenentzündung darin, dass im ersteren Fall typischerweise das Nierenbindegewebe betroffen ist und es im chronischen Verlauf auch zu betroffenen Nachbarorganen kommen kann. Aufgrund der weiblichen Anatomie der Harnröhre, die im Vergleich zu der des Mannes viel kürzer ist, sind Frauen doppelt so häufig von einer Nierenbeckenentzündung betroffen als Männer.

Erreicht der Mensch jedoch ein bestimmtes Alter, dreht sich die Häufigkeit um, dann sind es mehr Männer als Frauen, die an einer Nierenbeckenentzündung leiden. Der Grund dafür liegt meist an einer harnflussbehindernden vergrößerten Prostata, was die Vermehrung von Bakterien begünstigt.

Ursachen

Generelle Ursache der Nierenbeckenentzündung ist, wie bei einer Blasenentzündung auch, die Behinderung des normalen Urinabflusses, was eine starke Vermehrung von Bakterien verursachen kann. Hier kann beispielsweise ein Harnstein die Ursache sein. Wenn die Harnleiter nicht regelmäßig mit Urin durchspült werden, können Erreger von außen aufsteigen und sich in den urinsammelnden Nierenbecken vermehren. Dann kommt es meist zu Infektionen die eine Nierenbeckenentzündung zur Folge haben.

Nur sehr selten wird eine solche Nierenbeckenentzündung durch Erreger, die über die Blutbahn transportiert werden, verursacht. Besonders gefährdet sind Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr, wie es beispielsweise bei bereits vorhandenen Infekten der Fall ist oder während der Behandlung mit bestimmten Medikamenten. Verursachende Erreger sind meist bestimmte Darmbakterien oder Staphylokokken.

Symptome

Komplikationen

Eine Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung) kann eine ganze Reihe sehr ernsthafter Komplikationen nach sich ziehen. In manchen Fällen entwickelt sich eine einfache Pyelonephritis zu einer eitrigen Nierenbeckenentzündung. Dann können Krankheitserreger in die Blutbahn gelangen und eine von den Harnwegen ausgehende Blutvergiftung (Urosepsis) auslösen.

Manche Patienten beobachten bei einem schweren Verlauf der Infektion auch Blut im Urin, was besonders dann oft der Fall ist, wenn sich aufgrund der Entzündung ein Nierenabszess gebildet hat. Mit einem komplizierten Krankheitsverlauf ist auch in den Fällen zu rechnen, in denen sich der Patient während eines Krankenhausaufenthalts infiziert hat.

Die Behandlung gestaltet sich dann häufig schwierig, weil an der Infektion oft viele verschiedene, immer häufiger auch antibiotikaresistente, Keime beteiligt sind. Mit Komplikationen muss zudem beim Vorliegen anderer Risikofaktoren, insbesondere bei einer Harnwegsverengung, Diabetes mellitus oder bei schwangeren Frauen gerechnet werden.

In der Regel verlaufen Nierenbeckenentzündungen während einer Schwangerschaft harmlos und werden sehr oft gar nicht erkannt. In seltenen Fällen kann die Erkrankung aber eine Fehl- oder Frühgeburt auslösen. Werden die Nieren durch eine chronische Nierenbeckenentzündung dauerhaft beeinträchtigt, kann dies zu Bluthochdruck und einer Störung des Elektrolythaushalts führen. Ein akutes Nierenversagen ist bei einer Nierenbeckenentzündung in der Regel nicht zu erwarten, in sehr seltenen Fällen tritt diese Komplikation aber auf.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der Nierenbeckenentzündung richtet sich im Regelfall nach den Symptomen. Diese sind sehr vielfältig, aber meist fühlen sich die Betroffenen schwer krank mit Appetitlosigkeit und starker Müdigkeit, hohem Fieber, welches eventuell von Schüttelfrost begleitet wird und starken Schmerzen in der seitlichen und unteren Bauchregion und/oder im Rücken.

Eine chronische Nierenbeckenentzündung kann fatalere Folgen haben, als man zunächst annehmen mag, deshalb muss sie sofort medizinisch behandelt werden, damit sie erst gar nicht chronisch werden kann. Um die Diagnose feststellen zu können, behilft sich die Medizin labortechnischen und bildgebenden Verfahren. Man kann mit Hilfe von speziellen Urinteststreifen feststellen ob sich Proteine, Leukozyten und Blut im Urin befinden. Mit Hilfe einer Bakterienkultur kann der verursachende Bakterienstamm abgegrenzt werden, das ist sehr wichtig für die Wahl des richtigen Medikamentes.

Die Nierenbeckenentzündung wird mit einem dem Erreger entsprechendem Antibiotikum behandelt und mit Schmerzmitteln. Durch die Antibiose sollten die Symptome schnell abklingen und damit auch die starken Schmerzen. Dennoch gilt auch hier: die Antibiotikapackung muss auch bei Symptomfreiheit komplett zu Ende genommen werden, um ein Wiederaufsteigen der Bakterien zu verhindern.

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Vorbeugen

Eine Nierenbeckenentzündung oder Blasenentzündung kann sich verhindern lassen, indem man für eine stetige Durchspülung der Harnwege sorgt. Dies geht ganz einfach, indem man regelmäßig durch Trinken für Flüssigkeitszufuhr sorgt und somit die Nieren zur Arbeit anregt.

Wenn ständig wenig konzentrierter Urin ausgeschieden wird, haben Erreger kaum eine Chance von außen aufzusteigen und für eine Infektion zu sorgen, da sie ständig wieder ausgeschwemmt werden.

Auch müssen feuchte Kleider, wie beispielsweise nasse Badehosen und Badeanzüge vermieden werden. Einer chronischen Nierenbeckenentzündung kann man nur durch ein komplettes Ausheilen einer vorhandenen Nierenbeckenentzündung vorbeugen.

Bücher über Nierenentzündung

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Keller, C.K., Geberth, S.K.: Praxis der Nephrologie. Springer, Berlin 2010
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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