Nierenstau

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. September 2017
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Es zieht und schmerzt im Rücken. Das Wasserlassen funktioniert nur noch in geringen Mengen. Kündigt sich etwa ein Nierenstau an?

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Nierenstau?

Bei einem Nierenstau handelt es sich um keine eigenständige Krankheit. Nierenstau ist vielmehr ein Symptom mit verschiedenen Ursachen. Wenn der Harn nicht mehr richtig zur Blase abfließen kann, staut er sich hoch bis zu den Nieren.

Fieberschübe, Rücken- und Flankenschmerzen, Müdigkeit und wiederkehrende Infektionen der Harnwege sind die Alarmzeichen. In der Folge vergrößert sich die Niere. Manchmal sind auch kleine Schwellungen im Ultraschall erkennbar. Die Ausscheidung des Urins verringert sich auffällig.

Nicht selten sinkt die tägliche Menge auf unter 500 Milliliter. Ein Nierenstau wird unterteilt in Blutstauungsniere und in Harnstauungsniere. Für beide Arten des Nierenstaus existieren unterschiedliche Ursachen.

Ursachen

Beide Formen des Nierenstaus können erblich bedingt sein. Auch Tumore und Steine können einen Nierenstau auslösen. Bei der Harnstauungsniere staut sich der Urin bis hoch ins Nierenbecken. Der Druck führt zu einer Erweiterung des Gewebes. Dies führt zu den beschriebenen Rückenschmerzen.

In der Schwangerschaft kann das ungeborene Kind auf eine oder beide Nieren drücken und einen Nierenstau auslösen. Sind die ableitenden Harnwege bereits von Geburt an fehlgebildet, kommt es beim Säugling zu einer verspäteten Entwicklung. Häufig gesellen sich Erbrechen und Durchfall hinzu. Diese Symptome führt dazu, dass die Fehlbildung leider erst spät erkannt wird.

Manchmal hat sich dann bereits ein Nierenstau entwickelt. Die Ursachen für eine Blutstauungsniere sind eine Nierenvenenthrombose oder eine Herzschwäche. Oftmals sind weitere Organe geschädigt. Für den Patienten besteht Lebensgefahr.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Fallen unklare Rücken- und Flankenschmerzen, Fieber, Abgeschlagenheit und Infektionen der Harnwege zusammen, sollte unbedingt ein (Not-) Arzt aufgesucht werden.

Eine frühe Diagnose ist sehr wichtig. Hat der Nierenstau erst einmal das Gewebe geschädigt, kann dies nicht mehr rückgängig gemacht werden. Ein Ultraschall kann einen Nierenstau zweifelsfrei nachweisen. Außerdem werden neben der Abfrage der Symptome die Werte vom Blut und Urin kontrolliert. Auch eine Biopsie kann zum Einsatz kommen. Bleibt ein Nierenstau unbehandelt, können die nicht ausgeschiedenen Harnstoffe den Körper schädigen.

Wenn dann noch Bakterien in den gestauten Urin gelangen, kann dies zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung führen. Liegen keine angeborenen Fehlbildungen vor und wird ein Nierenstau rechtzeitig behandelt, kann er jedoch folgenlos ausheilen.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: N13 Obstruktive Uropathie und Refluxuropathie) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

In erster Linie kommt es bei einem Nierenstau zu sehr starken Schmerzen. Diese können sich dabei auch in den Rücken ausbreiten und dort zu starken Beschwerden führen. Die Patienten leiden dabei auch an Beschwerden beim Wasserlassen, sodass der Wasserstrahl nur gering ist und in der Niere in der Regel noch Harn über bleibt.

Auch Fieber tritt bei einem Nierenstau nicht selten auf und wird von einem allgemeinen Krankheitsgefühl und einer Abgeschlagenheit des Patienten begleitet. Die Betroffenen leiden an starken Schmerzen in den Flanken und im Rücken. Weiterhin kann es aufgrund des Nierenstaus zu einer Entzündung der Harnwege kommen. Sollte auch diese nicht behandelt werden, so kommt es in der Regel zu einer Blutvergiftung und im weiteren Verlauf zum Tode des Betroffenen.

Allgemein kann ein Nierenstau relativ gut mit Hilfe eines operativen Eingriffes behandelt werden. Dabei treten keine Komplikationen auf. Nach der Behandlung ist der Betroffene auch auf die Einnahme von Antibiotika angewiesen. In schwerwiegenden Fällen muss die betroffene Niere allerdings vollständig entfernt werden.

Behandlung & Therapie

Hat der Arzt einen Nierenstau diagnostiziert, richtet sich die Behandlung nach der jeweiligen Ursache. Sind Fehlbildungen schuld am Nierenstau, kommt der Patient an einer Operation kaum vorbei. Häufig werden Mittel zur Krampflösung gegeben, um die angespannte Körperhaltung zu beruhigen.

Tritt in einer Schwangerschaft ein Nierenstau auf, genügt bereits das Liegen und Schlafen auf der gesunden Seite. Ausreichendes Trinken ist bei einem Nierenstau sehr wichtig. Manchmal kommt die Gabe eines Antibiotikums hinzu, falls die Gefahr einer Infektion durch Bakterien besteht. In der Regel ist der Nierenstau mit dem Ende der Schwangerschaft auch vorbei.

Sind die Beeinträchtigungen durch den Nierenstau jedoch zu stark, wird eine Harnschiene gelegt. Hierbei wird der Urin für eine bestimmte Zeit über einen Katheder nach außen geleitet. Falls eine Harnvergiftung droht, muss die betroffene Niere entfernt werden.

Geschieht dies nicht, droht Lebensgefahr. Gelingt der verbleibenden Niere die Arbeit nicht mehr allein, kann nur ein Transplantat oder die Dialyse das Leben verlängern.

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Vorbeugung

Nierenstau kann man nicht immer vorbeugen. Gerade werdende Mütter sind durch das wachsende Baby gefährdet, einen Nierenstau zu erleiden. Dennoch ist es sinnvoll, viel zu trinken.

Forscher gehen davon aus, dass ein Zuviel an Oxalsäure die Bildung von Nierensteinen begünstigt. Aus diesem Grunde sollten Spinat, Rhababer und Mangold nur in Maßen gegessen werden. Auch ein Bewegungsmangel kann ursächlich sein. Häufige Erkrankungen der Harnwege sollten von einem Arzt untersucht werden.

Da rund fünf Prozent der Menschen über Nierensteine verfügen, ist es wichtig, bei oben genannten Symptomen schnell zu handeln, um einen Nierenstau rechtzeitig zu entdecken.

Bücher über Nierenschwäche (Niereninsuffizienz)

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Keller, C.K., Geberth, S.K.: Praxis der Nephrologie. Springer, Berlin 2010
  • Sökeland, J., Schulze, H., Rübben, H.: Urologie. Thieme, Stuttgart 2004

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