Nierenzyste (Zystennieren)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. September 2017
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Eine Nierenzyste ist ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum in oder an der Niere. Bilden sich mehrere Zysten so spricht man von einer Zystenniere. Vereinzelte Nierenzysten bilden sich sporadisch (zufällig), die Zystenniere dagegen ist erblich bedingt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Nierenzyste?

Eine Nierenzyste ist eine sack- oder blasenartige Geschwulst innerhalb der Niere oder in deren angrenzender Umgebung. Die Außenseite der Nierenzyste besteht aus einer glatten Haut, im Inneren befindet sich ein Hohlraum, der mit Flüssigkeit gefüllt ist.

Treten solche Zysten nur vereinzelt auf, so sind sie harmlos und verursachen keine Beschwerden. Bilden sich dagegen mehrere Zysten innerhalb der Niere, was man als Zystenniere bezeichnet, kann die Funktion der Niere beeinträchtigt werden. Eine Zystenniere verursacht verschiedene Beschwerden und kann zu Nierenversagen führen. Sie entstehen meist erblich bedingt und gehören zu den häufigsten Erbkrankheiten.

Auch die einzelne Nierenzyste ist eine oft vorkommende Nierenfehlbildung. Kinder sind eher selten davon betroffen, aber mit steigendem Lebensalter erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Nierenzyste bildet.

Ursachen

Vereinzelte Nierenzysten bilden sich oft ohne erkennbare Ursache. Man bezeichnet das als idiopathische Entstehung. Die Zystenniere dagegen ist in den meisten Fällen erblich bedingt. Hier liegt auf Chromosom Nr. 16 eine Genmutation vor, seltener auch auf Chromosom Nr. 4.

Man unterscheidet zwischen autosomal dominanter und autosomal rezessiver Vererbung. Beide kommen bei der Zystenniere vor. Bei der autosomal dominanten Vererbung wird die Krankheit auf das Kind übertragen, auch wenn nur ein Elternteil das mutierte Gen weitergibt.

Beim autosomal rezessiven Erbgang entsteht die Zystenniere bei den Nachkommen nur, wenn beide Eltern Träger des defekten Gens sind. Das heißt, selbst wenn ein Elternteil den Gendefekt weitergibt, wird sich beim Kind die Krankheit nicht entwickeln, da das gesunde Gen des anderen Elternteils seine Aufgabe vollständig übernehmen kann.

Zystennieren können aber auch durch Langzeitdialyse entstehen. Die Dialyse ist ein Verfahren zur Reinigung des Blutes, das die Aufgabe von kranken oder zu schwachen Nieren übernimmt.

Typische Symptome & Anzeichen

Beschwerden bei Zystennieren:

Diagnose & Verlauf

Einzelne Nierenzysten bereiten meist keine Beschwerden und bleiben oft unentdeckt. Sie werden in der Regel nur durch Zufall während einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie), bei einem CT (Computertomographie) oder durch eine Röntgenuntersuchung entdeckt.

In seltenen Fällen kommt es vor, dass sich die Nierenzyste entzündet. Eine solche Infektion kann verschiedene Symptome verursachen, wie beispielsweise Blut im Urin, Schmerzen am unteren seitlichen Rücken und es kann zu einer Nierenbecken- und Harnwegsentzündung kommen.

Bei einer Zystenniere vergrößert sich die Niere mit der Zeit und es entstehen wiederholt Harnwegsinfekte mit Blut im Urin. Patienten leiden an Schmerzen im Nierenbereich, sie fühlen sich weniger leistungsfähig und haben oft einen erhöhten Blutdruck. Bei der autosomal dominant vererbten Zystenniere greift die Zystenbildung oft auch auf andere Organe über, wie Lunge, Milz oder Leber.

Manchmal kommen bei dieser Erkrankung Herzklappenfehler vor. Beim autosomal rezessiven Erbgang treten die Symptome bereits im frühen Kindesalter auf und führen frühzeitig zu Nierenversagen. Bei Verdacht auf Zystennieren aufgrund der Symptome werden bildgebende Verfahren (Ultraschall, Röntgen, CT) angewendet sowie Blutuntersuchungen und eine Nierenspiegelung (Renoskopie).

Komplikationen

Einfache Nierenzysten bedürfen meist keiner Behandlung. Sie verursachen oftmals keine Beschwerden und sind harmlos. Allerdings können Nierenzysten ab einer Größe von zehn Zentimeter Bauch - und Rückenschmerzen, Nierenkoliken und Verdauungsprobleme auslösen. Zysten können sich auch entzünden und zur Ausbildung von Abszessen führen. Des Weiteren können Risse oder Einblutungen in den Zysten entstehen. Diese können erhebliche Schmerzen auslösen.

In derartigen Fällen kann ein operativer Eingriff zur Linderung der Schmerzen erforderlich werden. Auch Zysten mit einer dicken durchblutenden Zellwand müssen im Zuge einer Operation entfernt werden. Derartige Nierenzysten könnten über Anteile bösartigen Gewebes verfügen. Aus diesen entarteten Zysten könnten in der Folge in bösartige Nierentumore hervorgehen.

Treten Zysten gehäuft auf und verdrängen im Zuge dessen gesundes Nierengewebe kann dies ein Indiz für angeborene und ererbte Zystennieren sein. Dies kann schwerwiegende Komplikationen verursachen. Betroffene verspüren massive Flanken -, Rücken- und Bauchschmerzen. Zudem tritt oft eine rötliche Verfärbung des Urins auf. Vermehrt leiden betroffene Personen unter Harnwegsinfektionen wie Nierenbecken – und Blasenentzündungen.

Diese Entzündungen gehen mit schmerzhaftem Wasserlassen und gelegentlich auch mit Fieber einher. Die Zysten fördern zudem die Ausbildung von Nierensteinen und Bluthochdruck. Die angeborene Zystenniere kann auf Dauer die Niere so sehr schädigen, dass diese nur noch eingeschränkt funktionsfähig ist. Bei Betroffenen liegt dann eine Niereninsuffizienz vor, die ein Nierenversagen zur Folge haben kann.

Behandlung & Therapie

Eine Nierenzyste bedarf in der Regel keiner Behandlung, da sie keine Beschwerden verursacht. Nur wenn die Zyste sehr groß ist, wird sie punktiert. Dabei wird mit einer Hohlnadel in die Geschwulst gestochen und die Flüssigkeit abgesaugt. Die Substanz wird dann in einem Labor auf mögliche Erreger und auf ihre Zusammensetzung hin untersucht.

Die Zystenniere kann nicht heilend behandelt werden, da die Ursache in den Genen liegt. Gegen Schmerzen können schmerzhemmende Medikamente verabreicht werden. Wenn die Zysten sehr groß sind, so schafft auch hier eine Punktion Erleichterung und verringert die Schmerzen. Auf Dauer aber wird die Niere durch die vielen Zysten ihre Funktion nicht mehr erfüllen können und die Blutreinigung muss über eine Dialyse stattfinden.

Es gibt zwei verschiedene Verfahren, die Hämodialyse (HD) und die Peritonealdialyse (PD). Bei der häufiger angewendeten Hämodialyse wird das Blut außerhalb des Körpers mittels einer künstlichen Niere gereinigt und danach wieder in den Körper zurückgeführt. Bei der Peritonealdialyse filtert man das Blut im Inneren des Körpers, und zwar über das Bauchfell des Patienten. Die Dialyse kann jedoch die Nierenfunktion nicht auf Dauer ersetzen und wird in den meisten Fällen nur als vorläufige Überbrückung eingesetzt, bis ein geeignetes Organ für eine Nierentransplantation zur Verfügung steht.

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Vorbeugung

Gegen Nierenzysten kann man nicht vorbeugen. Sind jedoch in der Familie bereits Fälle von Zystennieren bekannt, so empfiehlt es sich mithilfe von Gentests untersuchen zu lassen, ob eine Genmutation vorliegt.

Bücher über Nierenerkrankungen

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Keller, C.K., Geberth, S.K.: Praxis der Nephrologie. Springer, Berlin 2010
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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