Nierentransplantation

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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Eine Nierentransplantation wird bei Patienten durchgeführt, die wenig oder gar keine Nieren-Aktivität haben, also unter Niereninsuffizienz leiden. Die Vorteile einer Nierentransplantation gegenüber der Dialyse (Blutreinigung) bestehen darin, dass eine transplantierte Niere dem Empfänger mehr Lebensqualität und Leistungsfähigkeit ermöglicht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Nierentransplantation?

Die Nieren, zwei bohnenförmige und im Durchschnitt 12 Zentimeter lange Organe auf jeder Körperseite unterhalb des Brustkorbs, haben die wichtige Aufgabe, Abfälle aus dem Blut zu filtern, in Urin umzuwandeln und auszuscheiden.

Verlieren die Nieren diese Fähigkeit, können sich Abfallprodukte im Körper ansammeln und eine Vergiftung (Urämie) verursachen. Kommt es zu einem chronischen Nierenversagen, ist der Patient entweder auf regelmäßige Dialyse oder eine Nierentransplantation angewiesen.

Als Nierentransplantation wird die operative Verpflanzung einer gesunden Niere von einem entweder verstorbenen hirntoten oder einem lebenden gesunden Spender in den Körper eines nierenkranken Empfängers bezeichnet. Dabei werden die erkrankten Nieren nicht entfernt, und die Spenderniere wird in der Leistenregion im Unterbauch eingepflanzt. Eine einzelne Niere kann die Funktionen beider Organe übernehmen.

Nieren von Verstorbenen, postmortale Nierenspenden genannt, werden von der internationalen Vermittlungszentrale Eurotransplant zugeteilt. Eine neue Transplantatniere arbeitet wie eine gesunde Niere, allerdings oft mit leichter Funktionseinschränkung.

Funktion, Wirkung & Ziele

Für eine Nierentransplantation kommen Patienten mit chronischer dialysepflichtiger Niereninsuffizienz in Frage. Erwiesenermaßen verlängert die Transplantation trotz der mit einer Operation verbundenen Risiken die Lebenserwartung von chronisch nierenkranken Patienten.

Allerdings bedeutet eine Transplantation für Patienten ab dem Alter von siebzig Jahren wesentlich höhere Risiken und wird bei älteren Menschen daher nur selten vorgenommen. Gegen eine Nierentransplantation sprechen auch eine unheilbare Krebserkrankung sowie andere schwerwiegende Krankheiten oder akute Entzündungen.

Auf Grund von Organmangel besteht oft eine jahrelange Wartezeit auf eine Spenderniere. Kinder erhalten einen Wartezeit-Bonus, und für Patienten mit häufigeren Blutgruppen können meist schneller Spendernieren gefunden werden. Ist ein geeignetes Spenderorgan verfügbar oder ein geeigneter Verwandter oder dem Patienten Nahestehender zur Lebendspende bereit, kann die Nierentransplantation erfolgen. Die in Vollnarkose durchgeführte Operation dauert zwischen drei und vier Stunden. Die Spenderniere wird dabei in den rechten oder linken Unterbauch eingepflanzt, wobei zur optimalen Durchblutung ihre Blutgefäße mit Venen und Schlagadern des Beckens verbunden werden. Zum Harnabfluss wird die neue Niere an die Harnblase angeschlossen.

Eine Nierentransplantation wird bei Patienten durchgeführt, die wenig oder gar keine Nieren-Aktivität haben, also unter Niereninsuffizienz leiden.

Um nach dem Eingriff zu beurteilen, ob die Nierentransplantation erfolgreich verlaufen ist, wird das Blut des Patienten auf eine Senkung von Kreatinin und Harnstoff hin überprüft. Ist dies der Fall, bedeutet es, dass der Körper durch die neue Niere entgiftet wird und die Urin-Ausscheidung wieder normal verläuft.

Nach einer Nierentransplantation bleibt ein Patient normalerweise noch etwa zwei Wochen im Krankenhaus, wo auch die immunsuppressive Therapie begonnen wird, um eine Organabstoßung zu verhindern. Nach der Entlassung erfolgen anfangs mehrmals wöchentlich Nachsorgeuntersuchungen, bei denen vor allem verschiedene Laborwerte und Urinmenge überprüft werden.

Wenn sichergestellt ist, dass die Transplantatniere etwa die Hälfte der Funktion zweier gesunder Nieren übernimmt, gilt die Nierentransplantation als erfolgreich. Dennoch sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen und strikte Einhaltung der immunsuppressiven Therapie weiterhin notwendig.

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Risiken & Gefahren

Obwohl die Nierentransplantation mittlerweile eine relativ sichere Operation ist, bestehen wie bei jedem operativen Eingriff Risiken für den Patienten, z.B. Blutungsgefahr oder Herzrhythmusstörungen, und nach der Operation besteht die Gefahr einer Minderdurchblutung des Beines auf der Transplantatseite oder von Verwachsungen im Bauchraum.

Nach einer Nierentransplantation gibt es jederzeit und lebenslang das Risiko, dass die Transplantatniere abgestoßen wird. Jeder Patient ist nach einer Nierentransplantation für den Rest seines Lebens gezwungen, immunsuppressive (abwehrschwächende) Medikamente nehmen, um eine Organabstoßung zu verhindern. Trotz allem lassen sich Unverträglichkeitsreaktionen auf das körperfremde Organ nicht immer vermeiden. Es kann außerdem zu einer Infektion oder zu chronischem Versagen der Transplantatniere kommen.

Die Einnahme von Medikamenten zur Immunsuppression hat ernstzunehmende Nebenwirkungen, darunter eine allgemeine Abwehrschwäche, ein allgemein erhöhtes Infektionsrisiko, z.B. die Gefahr, an Lungenentzündung zu erkranken, sowie ein erhöhtes Langzeitrisiko, an Krebs zu erkranken - vor allem an bestimmten Formen von Hautkrebs oder Lymphdrüsenkrebs. Die Funktionstüchtigkeit der transplantierten Niere lässt im Laufe der Jahre nach, wobei Lebendspender-Nieren deutlich länger funktionstüchtig sind als postmortale Nierenspenden.

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