Blut im Urin

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 18. Mai 2017Geprüfte Qualität
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Blut im Urin oder Hämaturie tritt häufig als Krankheitssymptom auf und kann verschiedenartige Ursachen haben. Nicht selten tritt jedoch auch Blut im Urin nach starker körperlicher Belastung auf. Hierbei ist die Symptomatik meist ungefährlich und nicht krankhaft. Da Blut im Urin jedoch häufig bei Nieren und Harnwegserkrankungen auftritt, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, um eine passende Behandlung einzuleiten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Blut im Urin?

Blut im Urin nennt man auch Hämaturie. Es kann durchaus vorkommen, dass man Blut im Urin vorfindet. Das können extreme körperliche Belastungen sein, die durch Sport oder Situationen im täglichen Bedarf, beispielsweise beim Anheben schwerer Kisten, hervorgerufen werden können.

Blut im Urin kann ebenfalls auftreten, wenn man sich falsch ernährt oder wenn Speisen zu rotem Farbstoff im Urin neigt. Bei letzterem handelt es sich allerdings nicht um Blut sondern um einen natürlichen roten Farbstoff, wie z.B. nach dem Verzehr von Roter Bete. Sollte allerdings das Blut im Urin häufiger auftreten, dann ist durchaus eine krankhafte Ursache ausschlaggebend, die abgeklärt werden sollte.

Ursachen

Blut im Urin zu haben kann verschiedene Ursachen beinhalten. Es kann mitunter eine Blasenerkältung bzw. Nierenentzündung sein.

Auch Harnwegsinfekte und Harnröhrenentzündungen können die Verursacher von Blut im Urin sein. Aber nicht nur das, denn die Nierenbeckenentzündungen liefern ebenfalls Blut im Urin, genauso wie Blasen-und Nierensteine oder Tumore.

Man sollte Blut im Urin niemals unterschätzen. Medikamente oder Gefäßerkrankungen wie Thrombose, Bestrahlungen oder Chemotherapien tragen ebenso dazu bei, dass Blut im Urin vorhanden sein kann, aber nicht muss. Man sollte es nicht überbewerten, aber auch nicht vernachlässigen. Ein zusätzlicher Gang zum Hausarzt hilft oftmals, die Zweifel und Missverständnisse abzubauen. Fazit: Blut im Urin muss unbedingt gründlich untersucht werden.

Krankheiten

Komplikationen

Blut im Urin deutet immer auf eine ernsthaft Erkrankung der Nieren und Harnwege hin. Zwar kann nach starker körperlicher Anstrengung auch Blut im Urin sein, das ist aber eher selten und nicht krankheitsbedingt. In jedem Fall sollte allerdings ein Urologe aufgesucht werden, damit er die Ursache genau diagnostizieren kann und die entsprechende Behandlung einleitet. Aber auch durch falsche Ernährung kann Blut im Urin auftreten und in manchen Fällen handelt es sich gar nicht um Blut, sondern um einen roten Farbstoff, der zum Beispiel in roter Beete vorhanden ist.

Wenn Blut im Urin jedoch häufiger auftritt, ist die Ursache auf jeden Fall zu ergründen. Von einer Blasenentzündung bis hin zu Nierenkrebs kann alles die Ursache sein.

Blut im Urin darf nie unterschätzt werden. Blut im Urin kann auch durch bestimmte Medikamente auftreten und bei einer Chemotherapie ist dieses Phänomen oft zu beobachten. Blut im Urin muss durchaus ernst genommen werden, aber in Panik sollte man auch nicht verfallen. Ein Gang zum Hausarzt schafft Klarheit, eine genaue Untersuchung ist angesagt. Blut im Urin sollte immer ärztlich untersucht werden, auch wenn die Symptome nicht extrem schlimm sind. Der Arzt wird zunächst abklären, ob Schmerzen beim Wasserlassen auftreten, wie die Ernährung aussieht und ob im familiären Bereich so etwas schon vorgekommen ist.

Natürlich wird auch der Blutdruck und die Temperatur gemessen. Mit einer Urinprobe kann der Arzt schnell erkennen, ob vielleicht Nierensteine Blut im Urin auslösen und ob eine Entzündung der Harnwege oder der Nieren vorliegt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Nicht jede Rotfärbung des Urins ist gleichbedeutend mit Blutspuren im Urin und entsprechend auf eine ernsthafte Erkrankung zurückzuführen. Oftmals wird eine Verfärbung auch durch bestimmte Lebensmittel (u.a. Rote Beete) oder Medikamente (u.a. Anthrachinonderivate) verursacht.

Kann dies ausgeschlossen werden, sollte Blut im Urin (Hämaturie) in jedem Fall von einem Arzt abgeklärt werden - auch dann, wenn keine zusätzlichen Schmerzen oder Beschwerden bestehen. Insbesondere eine schmerzlose Hämaturie gilt so lange als krebsverdächtig, bis eine Krebserkrankung ausgeschlossen werden kann. Zudem ist es für die Diagnose und Abklärung des Krankheitsbildes vorteilhaft, wenn die erforderlichen Urin- und Blutuntersuchungen in der Blutungsphase durchgeführt werden können.

Als dringlich ist der Arztbesuch einzustufen, wenn zusätzliche Symptome wie Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen, häufiges Wasserlassen mit geringen Harnmengen (Polliakisurie), Eiter im Urin, ziehende oder stechende Unterleibs- oder Rückenschmerzen, Koliken, Flankenschmerzen sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl, Schüttelfrost und Fieber hinzutreten.

Auch bei Vorliegen einer Blasenentzündung sollte bei einer Rotfärbung des Urins ein Arzt aufgesucht werden. Sind im Zusammenhang mit einer Blasenentzündung Spuren von Blut im Urin zu finden, ist dies in aller Regel ein Anzeichen für eine Erkrankung von Blase oder Nieren.

Behandlung & Therapie

Da Blut im Urin häufig bei Nieren- und Harnwegserkrankungen auftritt, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, um eine passende Behandlung einzuleiten.

Bei Blut im Urin sollte auf jeden Fall immer ein Arzt aufgesucht werden, auch wenn es zunächst nicht so extrem erscheinen sollte. Der Arzt wird einige Fragen zur Ernährung, den Schmerzen und der Häufigkeit des Vorkommens stellen. Auch wird er nach der genetischen Veranlagung fragen, falls es im familiären Bereich zu bereits bestehenden Diagnosen des Blutes im Urin gekommen sein sollte. Es wird die Temperatur gemessen und der Blutdruck.

Der Arzt wird den Bauch und die Flanken abtasten, um feststellen zu können, ob das Blut im Urin aus dieser Lage kommen könnte. Er nimmt eine Urinprobe, um mikroskopisch feststellen zu können, ob und wie viel Blut im Urin vorhanden ist und er wird eine Ultraschalluntersuchung beim Patienten vornehmen. Hier lässt sich relativ deutlich erkennen, ob es eine Erkrankung im Nierenbeckenbereich geben könnte, ob die Blase und der Harnleiter involviert sind oder gar Nierensteine der Auslöser des Blutes im Urin sein könnten.

Um die Ursachen des Blutes im Urin genau diagnostizieren zu können, bedarf es allerdings noch weiterer Untersuchungen wie zum Beispiel eine Röntgenuntersuchung oder eine Kernspintomographie. Blasenspiegelungen und Gewebeproben gehören ebenfalls zur Diagnostik einer genauen Krankheitsanalyse. Blut im Urin muss genau labortechnisch untersucht werden.

Aussicht & Prognose

Sollte Blut im Urin auftreten, so sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. In vielen Fällen handelt es sich nur um einen harmlosen Infekt, der relativ gut behandelt werden kann. Allerdings kann die dunkle Färbung des Urins in erster Linie Panik beim Patienten auslösen.

Oft kommt es neben dem Blut im Urin auch zu brennenden Schmerzen beim Wasserlassen. In diesen Fällen leidet der Patient an einer Entzündung der Harnblase oder der Harnröhre. Diese Entzündungen können in der Regel mit Hilfe von Medikamenten schnell behandelt werden, sodass es hier zu keinen weiteren Problemen kommt. Oft kommen auch Schmerzen im Bauch und im Unterleib hinzu, die den Alltag stark einschränken können.

In seltenen Fällen weist das Blut im Urin auf einen Blasenstein oder einen Harnstein hin. Auch hier verspürt der Betroffene extrem starke Ruheschmerzen. Eine Behandlung ist in diesem Fall nur eingeschränkt möglich, oft muss der Patient abwarten, bis der Stein beim Wasserlassen austritt.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugen

Blut im Urin ist fast immer ein Symptom einer Erkrankung. Antibiotika, Stoßwellentherapien oder Operationen sind die am meisten verordneten Anwendungen. Vorbeugend sollte man jedoch bereits einiges tun, um nicht in diese Lage des Blutes im Urin zu kommen. Man kann seinen Urin regelmäßig mit einem Teststreifen prüfen, den man in jeder Apotheke bekommt. Natürlich kann man keine Aussage darüber machen, ob das Blut im Urin einen Krankheitsverlauf beinhaltet.

Selbst Rote Bete können den Urin verändern und es ist für einen Laien nicht einfach zu erkennen. Dazu gibt es jedoch fundierte Ärzte, die bei der Prüfung von Blut im Urin behilflich sind. Blut im Urin muss dringend abgeklärt werden, egal wie groß oder klein das Ausmaß ist.

Das können Sie selbst tun

Blut im Urin ist fast immer ein Grund zur Besorgnis und deutet auf eine ernsthafte Erkrankung hin. Von einer Komplikation muss nur dann nicht ausgegangen werden, wenn sich der Urin nach großer körperlicher Anstrengung kurzzeitig blutig färbt. In diesen Fällen sollte der Patient einige Tage auf anstrengende körperliche Tätigkeiten und Sport verzichten. Weitere Maßnahmen sind in aller Regel nicht nötig.

Manchmal ist die rötliche Verfärbung auch nicht auf Blut zurückzuführen, sondern auf einen anderen Stoff. Insbesondere nach dem Verzehr von Roter Beete ist eine rötliche Verfärbung des Urins kein Anzeichen für eine gesundheitliche Störung. Betroffenen, die sich irritiert fühlen, können ihre Diät anpassen und Lebensmittel mit stark roter Färbung meiden.

Blut im Urin kann aber auch auf die Einnahme bestimmter Medikamente zurückzuführen sein. Insbesondere während einer Chemotherapie tritt diese Nebenwirkung nicht selten auf. Hier sind keine Selbsthilfemaßnahmen möglich. In aller Regel indiziert Blut im Urin aber eine Komplikationen in Zusammenhang mit einem Blasen- oder Nierenleiden. Geht das Blut im Urin mit stechenden Schmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen einher, können Nierensteine zu einer Nierenkolik geführt haben. Blut im Urin kann auch auf eine sich verschlimmernde Blasenentzündung hindeuten. In diesen Fällen sollten die Patienten die Verordnung des behandelnden Arztes beachten. Sie können außerdem durch Bettruhe und einer Wärmflasche auf dem Unterbauch selbst zur Genesung beitragen.

Bei schweren Formen, die die gesamten ableitenden Harnwege betreffen, kommt es regelmäßig zu einer blutigen Verfärbung des Urins. Das Symptom induziert auch regelmäßig Komplikationen in Zusammenhang mit einer vergrößerten Prostata. Darüber hinaus können Komplikationen bei der Behandlung von Blasenkrebs für Blut im Urin ursächlich sein. In diesen Fällen sollte von einer Selbsttherapie Abstand genommen und alle Maßnahmen mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Bücher über Blut im Urin

Quellen

  • Arastèh, K., et al.: Duale Reihe Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2015
  • Haag, P., Nanhart, N., Müller, M.: Gynäkologie und Urologie. Für Studium und Praxis 2014/2015. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2014

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Micha kommentierte am 01.10.2014 um 22:36 Uhr

Ich habe seit einem viertel Jahr rote und weiße Blutkörperchen im Urin. Nun hat mich mein Hausarzt zum Nephrologen geschickt, weil er meint, es müsse abgeklärt werden. Ich habe so große Angst, dass es ein Tumor sein könnte. Ich bin ein nervliches Wrack.

püppi kommentierte am 31.03.2014 um 16:41 Uhr

Seit einigen Monaten habe ich Blut im Urin. Im Januar wurde ein MRT der Niere und des kleinen Beckens gemacht. Bisher gibt es keinen Befund. Der Urin wurde nicht untersucht. Einen Monat später nahm ich die Antibabypille wieder, woraufhin das Blut aus dem Urin verschwand. Meine Frauenärztin empfahl mir dann, ich solle die Pille wieder absetzen. Kurze Zeit später war wieder Blut in meinem Urin. In einigen Tagen soll eine Blasenspiegelung gemacht werden. Der Arzt ist optimistisch und meint, es wäre nichts Schlimmes, da ich keine Schmerzen habe und erst 28 Jahre alt bin. Hat jemand eine Idee, wo das Blut herkommen könnte? Ich habe Angst, dass es Blasenkrebs ist.

Acki kommentierte am 04.07.2013 um 02:46 Uhr

Nach der Behandlung bei einem Physiotherapeuten hatte ich Blut mit roten Flocken im Urin. Das hat sich nach ca. 2 Tagen wieder gegeben. Keine Schmerzen oder Brennen.

Gina kommentierte am 24.05.2013 um 13:31 Uhr

Ich habe kleine Bluttropfen im Slip schon seit 3 Tagen. Welche Ursache kann das haben? Bitte um eine Antwort.

bifi kommentierte am 20.04.2013 um 12:54 Uhr

Ich habe seit einigen Monaten nach starker körperlicher Belastung (laufen, schwimmen) Schmierblutungen leichter Art. Gynäkologisch ist alles o.k.. Hier wäre nur noch eine Ausschabung (bin fast 70!) zur vollkommenen Klärung möglich. Urologisch ist auch alles in Ordnung bis auf E. coli-Bakterien, die sich ab und zu vom Darm aus über die Scheide in der Blase einnisten. Dann bekomme ich Antibiotika. Hier soll demnächst mit Oekolp (eine halbe Tablette pro Woche vaginal) therapiert werden.
Wäre es möglich, dass diese Schmierblutungen tatsächlich von der körperlichen Belastung kommen (nur dann habe ich diese)?

elli kommentierte am 20.02.2013 um 21:09 Uhr

Man darf das auf keinen fall unterschätzen. Bei Blut im Urin sofort zum Artz!

Leonid kommentierte am 23.12.2011 um 22:04 Uhr

Ich werde derzeit nach einer OP wegen einer Entzündung mit Antibiotika und Schmerzmitteln hochdosiert behandelt. Nun beobachte ich im Urin eine wolkig-roten Farbstoff, der aber nicht wie Blut aussieht.

Bekannt aus: