Kinderkrankheiten

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Oktober 2017
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Mit Klein-Oliver stimmt etwas nicht. Er weint leicht, er quengelt und lässt sein Lieblingsspielzeug unbeachtet im Schrank liegen. Hat das Kind sich den Magen verdorben? Bekommt es den Schnupfen, oder ist es ernsthaft erkrankt? Jede Mutter sieht irgendwann einmal kleine Warnsignale in den Augen ihres Kindes, die ihr sofort große Sorgen machen.

Inhaltsverzeichnis

Welche Kinderkrankheiten gibt es?

Und meistens geht das Rätselraten los: Woran erkennt man eigentlich Windpocken? Tritt bei Keuchhusten Fieber auf? Wie lange dauert die Inkubationszeit? (Zeitraum zwischen Eindringen von Krankheitserregern in den Körper und dem ersten Auftreten der Krankheitsmerkmale.)

Unsere unten stehende Übersicht soll ein wenig Ordnung in das Durcheinander bringen. Aber sie soll nicht zu dem Versuch verleiten, dem Arzt die Diagnose abzunehmen. Denn die Erscheinungsformen sind nicht immer so typisch wie hier.

Selbst für den Arzt gehört oft jahrelange Erfahrung dazu, eine Krankheit gleich bei der ersten Untersuchung beim richtigen Namen zu nennen. Auch die genaueste Kenntnis der Krankheit sollte keine Mutter davon abhalten, beim ersten Krankheitszeichen das Fieberthermometer (Sie haben doch eins im haus?) zu Rate zu ziehen und bei Fieber den Arzt zu holen.

Sie ersparen sich Selbstvorwürfe, unnötige Sorgen und Unruhe. Niemand kann seine Kinder ganz vor Krankheiten bewahren. Aber man kann vorbeugen, d.h. die Abwehrkräfte wach halten und steigern. Sauberkeit, frische Luft, Sonne und vitaminreiche, vernünftige Ernährung sind neben Vermeidung körperlicher und seelischer Überanstrengung das wichtigste.

Natürlich ist es auch nicht gerade klug, Kinder zu Krankenbesuchen mitzunehmen, vor allem bei Infektionskrankheiten. Hat ihr Kind nun trotz aller Vorsicht eine, wenn auch leichte Kinderkrankheit hinter sich, lassen sie es nie zu früh aufstehen. Auch die leichteste Krankheit schwächt den Körper und mach ihn für Folgeerscheinungen weit empfänglicher, als er es normalerweise wäre.

Mandelentzündung

Symptome:

Vorbeugung:

  • Abhärtung in der Natur und bei jedem Wetter draußen spielen
  • Absonderung von Erkrankten
  • Unterkühlung vermeiden (Füße warmhalten)
  • Bei häufigem Auftreten: Mandeloperation

Mittelohrentzündung

Symptome:

Vorbeugung:

Mumps (Ziegenpeter)

Inkubationszeit: 6 bis 22 Tage.

Symptome:

  • Schwellung einer oder beider Gesichtshälften
  • das Ohrläppchen hebt sich ab
  • Leichtes Fieber, mäßige Störung des Allgemeinbefindens
  • Schwierigkeit beim Kauen und beim Öffnen des Mundes
  • Druckschmerzen vor dem Ohr

Vorbeugung:

  • Gesunde Kinder von erkrankten absondern
  • Ansteckungsmöglichkeiten bestehen noch einige Zeit nach dem Abklingen der Erkrankung

Keuchhusten

Inkubationszeit: 8 bis 15 Tage. Symptome:

Vorbeugung:

  • Schutzimpfung gegen Keuchusten vornehmen lassen

Masern

Kinderkrankheiten

Inkubationszeit: 13 bis 15 Tage.

Symptome:

  • Runde, später zackige, ziemlich dunkelrote Flecken, zuerst im Gesicht und hinter den Ohren, dann schließlich am ganzen Körper
  • Vorstadium: wechselndes Fieber, entzündliche Erscheinung (Schnupfen, Bronchitis, Bindehautentzündung)
  • Nach 3 bis 4 Tagen erhabener großfleckiger, sich über den ganzen Körper ausbreitender Ausschlag

Vorbeugung:

  • Isolierung der gesunden von kranken Kindern
  • Immunisierung durch Impfen mit dem richtigen Masern-Rekonvaleszentenserum

Scharlach

Inkubationszeit: 3 bis 6 Tage.

Symptome:

  • Steiler Temperaturanstieg, Schüttelfrost, Erbrechen
  • dichtstehende rote Pünktchen am Hals, an der Brust und in der Schenkelbeuge
  • das Gesicht bleibt in der Umgebung des Mundes frei
  • hoher Puls und bei kleinen Kindern oft auch Krämpfe
  • Halsschmerzen und Schluckbeschwerden
  • kleinfleckiger, anfangs tarter, später flammend-roter Ausschlag

Vorbeugung:

  • Vorbeugende Schutzimpfung mit Scharlachimpfstoff
  • Absonderung der gesunden Kinder von den erkrankten und Angehörigen

Diphtherie

Inkubationszeit: 2 bis 6 Tage.

Symptome:

Vorbeugung:

  • Am allerbesten durch eine Diphtherieschutzimpung

Windpocken

Inkubationszeit 14 bis 21 Tage.

Symptome:

  • Stecknadelkopf- bis linsengroße, stark juckende rote Flecken am Körper, evtl. auch auf den Schleimhäuten der Mundhöhle, die sich schnell in Bläschen umwandeln
  • geringes oder kein Fieber
  • sich schnell über den Körper ausbreitender Ausschlag, dessen Bläschen unter Bildung einer Delle abtrocknen

Vorbeugung:

  • Isolierung der Kranken kann leider nur selten früh genug erfolgen

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Komplikationen

Kinderkrankheiten können sehr unterschiedlich sein und zu verschiedenen Komplikationen und Beschwerden führen. In der Regel sollten Kinderkrankheiten in jedem Fall behandelt und untersucht werden, damit es im weiteren Verlauf des Lebens nicht zu Komplikationen kommt. Die Beschwerden können in den meisten Fällen relativ gut eingeschränkt werden.

Sehr häufig leiden die Patienten an einer Entzündung der Mandeln oder der Ohren. Dabei kann es ohne Behandlung zu Atembeschwerden oder zu einer Schwerhörigkeit kommen. Die Behandlung selbst führt allerdings nicht zu besonderen Komplikationen und kann relativ einfach durchgeführt werden. Gegen andere Kinderkrankheiten stehen Impfungen zur Verfügung, die die Kinder vor diesen Krankheiten schützen.

Dadurch werden Komplikationen grundsätzlich vermieden. Falls Kinderkrankheiten nicht richtig oder frühzeitig behandelt werden, können diese im schlimmsten Fall auch zum Tode oder zu irreversiblen Folgeschäden führen. Oft leiden die Patienten dabei an Fieber und an Symptomen einer Grippe oder Erkältung.

Ebenso kann es zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl und zu einer verringerten Belastbarkeit kommen. Nicht selten leiden Kinder auch an Magenbeschwerden, die in der Regel allerdings relativ gut verheilen und nicht zu besonderen Komplikationen führen. Die Lebenserwartung wird bei einer Behandlung in der Regel nicht verringert.

Das können Sie selbst tun

Bei jedem Verdacht auf eine Kinderkrankheit sollte der Weg zuerst zum Arzt führen, um eine entsprechende Behandlung einzuleiten und sich anbahnende Komplikationen rechtzeitig zu erkennen.

In der häuslichen Betreuung ist zuallererst das Separieren des erkrankten Kindes äußerst wichtig, um eine Übertragung auf andere zu vermeiden. Bettruhe, viel Schlaf und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr fördern die Heilung. Als Durstlöscher eignen sich insbesondere Kräutertees, die entzündungshemmende Heilkräuter wie etwa Kamille, Salbei oder Holunderblüten enthalten, bei Kindern über einem Jahr dürfen sie mit etwas Honig gesüßt werden. Empfehlenswert ist auch die altbewährte Hühnersuppe. Hohes Fieber kann durch das Auflegen kalter Wadenwickel mit Essigwasser oder das Abreiben mit einem nassen Waschlappen gesenkt werden – diese Art von Abkühlung ist aber nicht anzuraten, wenn das Kind friert. Juckende Hautausschläge können mit speziellen Salben oder Cremes behandelt werden, bei Windpocken verhindert das Tragen leichter Baumwollhandschuhe das Aufkratzen der Bläschen.

Charakteristisch für Mumps sind die schmerzhaften Drüsenschwellungen. Hier wirken in vielen Fällen Quarkwickel oder Wärmekompressen schmerzlindernd. Masern gehen oftmals mit einer Bindehautentzündung und starker Lichtempfindlichkeit einher, das Krankenzimmer sollte daher abgedunkelt sein. Eine Überanstrengung der Augen durch fernsehen oder lesen ist ebenfalls zu vermeiden. Bei Keuchhusten erleichtert feuchte Raumluft das Atmen, Linderung verschafft auch selbstgemachter Zwiebelsaft mit Honig.

Bücher über Kinderkrankheiten

Quellen

  • Gortner, L., Meyer, S., Sitzmann, F.C.: Duale Reihe Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Hellstern, G., et al: Kurzlehrbuch Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Kerbl, R. et al.: Checkliste Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2011

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