Josamycin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Mai 2017
Startseite » Wirkstoffe » Josamycin

Josamycin ist ein Antibiotikum, das gegen anaerobe grampositive Bakterienstämme wirksam ist. In Österreich wird es meistens alternativ Josalid genannt. Es stellt bei einer Allergie gegen Penicillin eine Alternative dar. Jedoch kann es auch bei der Verabreichung von Josamycin bei manchen Patienten zu Überempfindlichkeiten, Kreuzreaktionen oder Nebenwirkungen kommen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Josamycin?

Bei Josamycin handelt es sich um ein Antibiotikum, das zur Gruppe der Makrolide gehört. Es wird sowohl auf natürliche Weise aus Bakterienstämmen gewonnen als auch synthetisch hergestellt.

Bei Josamycin handelt es sich um einen 16-gliedrigen Laktonring, der in der Seitenkette keine Aminozucker enthält.

Pharmakologische Wirkung auf Körper & Organe

Die Wirkungsweise von Josamycin besteht darin, dass es an die Ribosomen der Krankheitserreger bindet und auf diese Weise deren Proteinsynthese blockiert.

Das trifft allerdings nicht auf jeden Erreger zu. Es gibt auch Krankheitserreger, die gegen Josamycin resistent sind. Es ist daher wichtig, bei der Verabreichung genau abzuklären, gegen welche krankheitsauslösenden Bakterienstämme Josamycin gegeben werden soll, um sicherzustellen, dass die Gabe auch die entsprechende Wirkung erzielen kann.

Medizinische Anwendung & Verwendung zur Behandlung & Vorbeugung

Josamycin wird auf orale Art und Weise verabreicht. Sehr häufig wird es deshalb gegeben, weil die Patienten allergisch auf Penicillin reagieren und eine gut wirksame Alternative zu diesem Antibiotikum gebraucht wird.

Josamycin wirkt sehr gut bei Keimen, die sich innerhalb der Zellen befinden und ist in den meisten Fällen bis auf einige Ausnahmen gut verträglich.

Das Medikament ist hilfreich bei vielen anaeroben Bakterienstämmen, bei sehr vielen grampositiven, aber ebenso gramnegativen Erregern. Beispiele, bei denen die Anwendung von Josamycin eine gute Wirkung erzielt, sind grampositve Kokken, Stäbchenbakterien wie beispielsweise Listerien oder Corynebakterien, nur zum Teil auch bei Hämophilus sowie auch bei gramnegativen Krankheitserregern wie unter anderem Mykoplasmen, Campylobacter, Chlamydien, Bacteroides, Legionella, Bordatella und anderen.

Anwendungsgebiete von Josamycin sind deshalb unter anderem Chlamydien- sowie Mykoplasmeninfektionen und das auch in der Zeit einer Schwangerschaft. Auch bei einer Urethritis, die keinen gonorrhoischem Ursprung hat, kann Josamycin verwendet werden.

Das Medikament ist auch bei vielen verschiedenen Infektionen hilfreich, wozu unter anderem Augeninfektionen, Infektionen der oberen Atemwege, auch Infektionen der unteren Atemwege, Hautinfektionen und Weichteilinfektionen gehören.

Es ist wichtig zu erwähnen, dass Josamycin besonders dann gut wirkt, wenn eine hohe Gewebegängigkeit des Antibiotikums gefordert ist. Nicht wirksam ist Josamycin allerdings bei Enterobakterien, denn diese Bakterienstämme sind gegen den Wirkstoff resistent.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Risiken & Nebenwirkungen

Generell gehört Josamycin zu den Medikamenten, die sehr gut verträglich sind und wo es eher selten zu Risiken und Nebenwirkungen kommt. Es kann aber auch bei diesem Medikament vorkommen, dass es nicht vertragen wird. Kontraindiziert ist Josamycin deshalb bei allen Überempfindlichkeitsreaktionen, Kreuzreaktionen mit anderen Makrolid-Antibiotika, in der Stillzeit der Mutter oder bei Säuglingen im Alter unter zwei Monaten.

Wer einen Leberschaden hat, wird Josamycin sehr wahrscheinlich auch nicht gut vertragen und sollte das sehr sorgfältig mit dem behandelnden Arzt abklären. Ebenso ist die Verabreichung von Josamycin bei schwerer Niereninsuffizienz kontraindiziert.

Nebenwirkungen können sich in allergischen Hautreaktionen, Asthma oder Pruritus zeigen. Das ist statistisch betrachtet in 0,4 % aller Anwendungen der Fall. Leichte gastrointestinale Störungen treten in bis zu 12 % der Anwendungsfälle auf. Es kann auch zum Therapieabbruch kommen, wenn die Nebenwirkungen zu stark werden.

Diarrhoe, Appetitlosigkeit, Erbrechen oder Übelkeit führen in 2 % aller Anwendungsfälle zum Therapieabbruch. Bei 1 % der Therapieabbrüche liegt es an neurologischen Störungen wie Kopfschmerzen und Schwindelanfällen. Sehr selten kann ein Abbruch der Therapie auch nötig sein, weil es zu einem cholestatischem Ikterus gekommen ist.

Ebenfalls sehr selten wird das Medikament nicht vertragen, weil Colitis, Zungenbeläge, Stomatitis oder Schleimhautirritationen auftreten. Interaktionen mit anderen Medikamenten kommen gelegentlich vor, beispielsweise dann, wenn diese Medikamente ebenfalls den Leberstoffwechsel belasten.

Bücher über Bakterien

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: