Stillzeit

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. Februar 2017
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Die Stillzeit beschreibt das Zeitfenster, in dem die Mutter ihr Baby stillt. Es ernährt sich in dieser Zeit ausschließlich oder hauptsächlich von der Muttermilch, bis diese versiegt, das Baby sie nicht mehr möchte oder die Mutter entscheidet, die Stillzeit selbst zu beenden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Stillzeit?

Die Stillzeit beginnt sofort nach der Geburt, sobald das Baby das erste Mal Muttermilch trinkt. Sie dauert unterschiedlich lange an. Die WHO empfiehlt neben Stillen nach Bedarf, die Stillzeit so lange wie möglich andauern zu lassen, da Muttermilch für ein Baby die beste Nahrungsquelle darstellt.

Gestillt werden kann ein Kind bis über das erste Lebensjahr hinaus. Tatsächlich endet die Stillzeit bei vielen Müttern jedoch schon vorher, sei es, da sie es wollen oder da die Muttermilch beginnt, früher zu versiegen und das Baby nicht mehr ausreichend zu sättigen.

Noch während der Schwangerschaft wird die nahende Stillzeit vom Körper der Mutter vorbereitet. Die Milchdrüsen der weiblichen Brust beginnen kurz vor der Geburt, die erste Muttermilch zu produzieren. Deren Zusammensetzung ist noch etwas anders als die der späteren Muttermilch, die während des Großteils der Stillzeit produziert wird. Sie enthält wertvolle Abwehrstoffe und ist fetthaltiger, um das Baby nach der Geburt zunächst zu stärken.

Hormone, die nach der Geburt des Kindes ausgeschüttet werden, regen die weitere Milchbildung an. Die Stillzeit endet meist von alleine nach einigen Monaten, wenn die Milchbildung weniger wird und schließlich aufhört. Allerdings kann das Ende der Stillzeit auch durch Gabe von Medikamenten beendet werden, die die Milchproduktion der Brust beenden.

Funktion & Aufgabe

Die Stillzeit erfüllt zwei wesentliche Funktionen. Sie ernährt das Baby und sorgt für eine enge Bindung (Bonding) zwischen Mutter und Kind, da sie während der Stillzeit zwangsläufig einander körperlich sehr nah sind und Zeit miteinander verbringen.

Babys kommen ohne Zähne und mit einem sehr unreifen Verdauungstrakt auf die Welt. Auch haben sie in den ersten Wochen und Monaten kaum ein eigenes Immunsystem. Sie haben den Nestschutz der Mutter, ihre eigenen Immunzellen bauen sie aber erst noch auf. Die Zusammensetzung der Muttermilch in den verschiedenen Phasen der Stillzeit ist deswegen unterschiedlich, um dem jeweils aktuellen Bedarf des Babys gerecht zu werden.

Unmittelbar nach der Geburt bedeutet der Beginn der Stillzeit gleichzeitig, dass das Baby erste Nahrung zu sich nimmt. Es wird nach der Geburt erstmals wieder mit Nährstoffen versorgt, die nun aber nicht mehr durch die Plazenta, sondern durch die Muttermilch aufgenommen werden.

Die Stillzeit beschreibt das Zeitfenster, in dem die Mutter ihr Baby stillt. Es ernährt sich in dieser Zeit ausschließlich oder hauptsächlich von der Muttermilch.

In diesen ersten Tagen der Stillzeit enthält die Muttermilch viel Fett, wirkt dickflüssiger und gelblich. Das liegt auch am hohen Gehalt an Immunzellen, die die Mutter ihrem Kind jetzt noch mitgeben kann. Ein Nebeneffekt der frühen Stillzeit ist die Auswirkung des Stillens auf die Rückbildung der Gebärmutter. Trinkt das Baby, schüttet das Hormone aus, die die Rückbildung beschleunigen - deswegen kann das Stillen in den Tagen nach der Geburt mit spürbaren Gebärmutterkontraktionen verbunden sein. Im weiteren Verlauf der Stillzeit wird die Muttermilch immer heller und dünnflüssiger, denn jetzt enthält sie nur noch die Nährstoffe, die die Mutter selbst in Form der eigenen Nahrung aufnimmt.

Bestenfalls hält die Stillzeit so lange an, bis das Baby erste Milchzähne bekommt und anfängt, sich für feste Nahrung zu interessieren. Jetzt braucht es weniger Muttermilch und signalisiert dies, indem es weniger davon trinkt. Dieses Signal dient dem Körper der Frau als Anzeichen dafür, dass die Stillzeit jetzt enden kann.

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Krankheiten & Beschwerden

Die Stillzeit ist keine ganz einfache Zeit, denn in ihrem Verlauf kann es immer wieder zu Problemen kommen. Diese beginnen manchmal schon, bevor die Stillzeit überhaupt begonnen hat, etwa wenn die Frau nicht genug Milch bilden kann, um ihr Baby davon genügend sättigen zu können. Dies kann hormonelle Ursachen haben, aber auch an Stress liegen und in jeder Phase der Stillzeit wiederkehren. Gerade Stress kann dazu führen, dass die Milchdrüsen gar keine Milch mehr produzieren und die Stillzeit damit beendet ist.

Im Laufe der gesamten Stillzeit sind Brustentzündungen sowie gereizte Brustwarzen keine Seltenheit. Das saugende Baby, das alle paar Stunden Nahrung braucht, ist eine hohe Belastung für die ohnehin empfindliche Haut. Fast genauso häufig ist der Milchstau, der oft erst zur Brustentzündung führt. Er tritt ein, wenn in der Brust zu viel Milch angesammelt wird, da das Baby beispielsweise nicht genug oder nicht richtig trinkt oder die Frau ihm nicht beide Brüste gleichermaßen anbietet.

Teils bereitet das Baby Schwierigkeiten, wenn es sich nicht anlegen lässt oder saugverwirrt ist, sobald es etwa mit Pulvernahrung zusätzlich ernährt werden muss. Weitere Schwierigkeiten ergeben sich während der Stillzeit, wenn die Mutter Medikamente einnehmen muss, da diese in die Muttermilch übergeben und direkt ans Baby weitergegeben werden können. In diesen Fällen sollte meist nicht gestillt werden. Ein Rücksprache mit dem Arzt ist hier notwendig.

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