Weibliche Brust

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. November 2016
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Die weibliche Brust gehört zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen und kann bezüglich Größe und Form individuell sehr unterschiedlich sein. Die primäre Funktion der weiblichen Brust besteht in der Sicherstellung der Ernährung des neugeborenen Kindes durch Muttermilch.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die weibliche Brust?

Die weibliche Brust (Mamma) entwickelt sich als paarig angelegtes sekundäres Geschlechtsmerkmal erst während der Pubertät. Jede der beiden weiblichen Brüste besteht aus einer Glandula mammaria (Brustdrüsenkörper) sowie aus Bindegewebszügen und Fettgewebe, das außerhalb der Stillzeit bis zu 80 Prozent des Brustgewebes ausmachen kann und die individuelle Größe sowie Form determiniert.

Ab Eintritt der Pubertät unterliegt die weibliche Brust stetig hormonellen Schwankungen, die mit dem Menstruationszyklus, hormonellen Veränderungen während einer Schwangerschaft und Stillzeit sowie altersabhängigen Veränderungen im Hormonhaushalt korrelieren und neben Gewichtsschwankungen ebenfalls Struktur und Form der weiblichen Brust beeinflussen.

Mit zunehmendem Alter (etwa ab dem 40. Lebensjahr) wird der Brustdrüsenkörper sukzessiv durch Binde- und später auch Fettgewebe substituiert und das mammäre Gewebe verliert an Volumen und Elastizität.

Anatomie & Aufbau

Die weibliche Brust liegt etwa zwischen der dritten und siebten Rippe dem Brustmuskel auf. Jeder der paarig angelegten Brustdrüsenkörper (Glandula mammaria) verfügt über 15 bis 20 Einzeldrüsen (Lobi, Drüsenlappen), die durch lockeres Bindegewebe voneinander getrennt sind.

Diese verzweigen sich wiederum baumartig in traubenförmige Läppchen (Lobuli), deren Endstücke aus Milchbläschen (Alveolen) bestehen, in denen während der Stillzeit die Muttermilch produziert wird. Über einen Ductus lactiferi (Haupausführungsgang bzw. Milchgang) münden die Einzeldrüsen strahlenförmig in die Mamille (Brustwarze). Jeder Milchgang entfaltet im Vorfeld der Mündung sackartig zu einem sogenannten Sinus lactiferi (Milchsack), der während der Stillzeit als Milchreservoir fungiert.

Die Mamille wird von einem individuell unterschiedlich großen und stark pigmentierten Vorhof (Areola mammae) umschlossen. Die Areola mammae verfügt über zahlreiche Schweiß- und Talgdrüsen. Die dortigen Muskel- und Nervenzellen gewährleisten bei entsprechender Stimulation (u.a. sexuelle Erregung, Berührung des Kindes bei Laktation) ein Aufrichten der Mamille.

Durch die weibliche Brust ziehen sich darüber hinaus Lymphbahnen und Blutgefäße. Der Lymphabfluss aus der Brust wird in erster Linie über die Lymphknoten der Achselhöhle sichergestellt.

Funktionen & Aufgaben

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbau der weiblichen Brust. Klicken, um zu vergrößern.

Die vorrangige biologische Funktion der weiblichen Brust besteht in der Ernährung des neugeborenen Kindes durch Muttermilch (Laktation). Die Milchdrüsen der weiblichen Brust produzieren hierzu während der Stillzeit Muttermilch, mit welcher der Säugling hinreichend mit Nährstoffen versorgt wird.

Zudem enthält diese Antikörper, die dem Kind, dessen Immunsystem noch nicht entwickelt ist, einen ausreichenden Immunschutz verleihen. Bereits während Schwangerschaft kann eine Art Vormilch (Kolostrum) gebildet werden, die sehr reich an Antigenen und Proteinen ist.

In der Areola mammae (Warzenhof) befinden sich 10 bis 15 kreisförmig angeordnete kleine Knötchen bzw. Talgdrüsen (Montgomery-Drüsen), die postnatal die apokrine Sekretion sicherstellen. Sie schützen zum einen die Haut der stillenden Brust und gewährleisten einen Luftabschluss zwischen dem Säuglingsmund und der Mamille, wodurch der Säugungsvorgang erleichtert wird.

Zudem dienen die Milchsäckchen während der Stillzeit als Milchreservoir und übernehmen die Pumpfunktion. Neben dieser primären Funktion wird angenommen, dass sich die weibliche Brust als ein spezifisch menschlicher Sexualdimorphismus entwickelt hat, der auf potenzielle Geschlechts- bzw. Fortpflanzungspartner eine Anziehungskraft ausüben soll. Insbesondere die Mamillen der weiblichen Brust gelten als erogene Zone.

Krankheiten & Beschwerden

Die weibliche Brust kann verschiedenen genetisch bedingten oder erworbenen Miss- bzw. Fehlbildungen unterliegen. Zu möglichen Mammaanomalien gehören unter anderem eine aberrierende Mamma (abnorm lokalisiertes Brustdrüsengewebe), Polythelie (mehr als zwei Mamillen), erworbene Fehlbildungen wie eine Mammahypertrophie (übergroße Brust) oder Mastoptose (Hängebrust), Asymmetrien wie eine kongenitale Anisomastie (ungleich große Brüste) sowie postoperativ oder -traumatisch erworbene Deformationen.

Bei einer Polymastie entwickelt sich entlang der Milchleisten übermäßiges Drüsengewebe. Bei stillenden Müttern ist oftmals eine Entzündung der Brustdrüse zu beobachten, die durch bakterielle oder virale Erreger ausgelöst wird und deren Ausbreitung meistens über die Lymphgefäße erfolgt.

Nicht alle Knoten in der Brust, deuten auf Brustkrebs hin. Dennoch sollten sie in der Mammographie abgeklärt werden.

In der zweiten Zyklushälfte kann sich durch Wassereinlagerungen ein Spannungsgefühl in den Brüsten entwickeln (Mastodynie), während durch ein hormonelles Ungleichgewicht zwischen Progesteron- und Östrogenkonzentration gutartige Umbauprozesse des Brustdrüsengewebes (Mastopathie) ausgelöst werden können.

Infolge gutartiger Umbauprozesse im Drüsengewebe können sich darüber hinaus Zysten sowie ein Fibroadenom (gutartige tumorartige Brustdrüsenneubildung) oder Milchgangspapillom manifestieren. Bösartige Veränderungen der weiblichen Brust (Mammakarzinom), eine der häufigsten Tumorerkrankungen der Frau, sind unter anderem duktale (Neoplasie der Milchgänge) oder lobuläre Karzinome (Neoplasie in den Lobuli), inflammatorische Mammakarzinome sowie Paget-Karzinome (meist von duktalen Karzinomen ausgehende Neoplasie der Mamille).

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