Brustspannen (Mastodynie)

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Friedrich (Facharzt für Innere Medizin)

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Brustspannen oder Mastodynie ist charakterisiert durch ein Schwellungs- und Spannungsgefühl im Bereich der Brust, das in den meisten Fällen auf hormonelle Veränderungen während des weiblichen Monatszyklus zurückzuführen ist und im Vorfeld der Menstruation eintritt. Brustspannen und die damit einhergehenden Beschwerden verschwinden mit Beginn des Klimakteriums.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Brustspannen?

Als Brustspannen bzw. Mastodynie wird ein zyklusabhängiges, in der Regel vor der Menstruation eintretendes Schwellungs- und Spannungsempfinden in der Brust bezeichnet, das oftmals mit einem prämenstruellen Syndrom (PMS) einhergeht.

Zyklisches Brustspannen ist abzugrenzen von der sogenannten Mastalgie, zyklusunabhängigen, eher stechenden und einseitig sowie kontinuierlich auftretenden Schmerzen im Brustbereich, von welchen auch Männer betroffen sein können, obgleich die beiden Termini oftmals synonym gebraucht werden.

Das häufiger anzutreffende zyklusabhängige Brustspannen wird dabei weder als Krankheit im eigentlichen Sinne noch als Risikofaktor für ein Mammakarzinom (Brusttumor) eingestuft, sondern als funktionelle Störung, die nicht auf eine organische Beeinträchtigung zurückzuführen ist.

Dagegen können zyklusunabhängige Brustschmerzen im Gegensatz zum Brustspannen unter anderem auch durch organische Störungen wie Erkrankungen des Herzens oder Wirbelsäulenveränderungen verursacht werden.

Ursachen für Brustspannen

Zyklusabhängiges Brustspannen ist in der Regel auf hormonelle Ursachen zurückzuführen, wobei die zugrundeliegenden Mechanismen nicht genau geklärt sind. Während des Monatszyklus, der Schwangerschaft und Stillzeit ist die weibliche Brustdrüse hormonellen Schwankungen ausgesetzt, die während der zweiten Zyklushälfte ein Anschwellen der Brüste bewirken.

Durch einen ungleichgewichtigen Östrogen- und/oder Prolaktinhaushalt in der zweiten Zyklushälfte kommt es zu Wassereinlagerungen (Ödemen) in der Brust, wodurch durchschnittlich eine Woche vor der Menstruation ein Spannungsgefühl bzw. Brustspannen entstehen kann. Entsprechend wird ein zyklisches Brustspannen oftmals mit einem prämenstruellen Syndrom (PMS) assoziiert.

Ein zyklisches Brustspannen kann darüber hinaus durch eine fibrozystische Mastopathie (gutartige Veränderung des Brustdrüsengewebes) verursacht oder zusätzlich verstärkt werden. In einigen Fällen wird ein zyklisches Brustspannen auch durch eine gestörte Eizellenreifung in den Eierstöcken (Corpus-luteum-Insuffizienz) bedingt sein.

Diagnose und Verlauf bei Brustspannen

Eine ärztliche Abklärung hilft weiteren Brusterkrankungen vorzubeugen.

Brustspannen wird anhand der spezifischen Brustbeschwerden und deren Lokalisierung diagnostiziert, wobei differentialdiagnostisch zur Abgrenzung von einem zyklusunabhängigen Brustspannen ein Schmerztagebuch, in welchem die betroffene Frau den Zeitpunkt, Ort und Schweregrad der Schmerzen festhält, sinnvoll sein.

Zur Feststellung der für das Brustspannen zugrundeliegenden Ursachen kann die Konzentration der unterschiedlichen, am weiblichen Zyklus beteiligten Hormone (Östrogen, Prolaktin, Gestagene) im Rahmen eines Bluttests. Darüber hinaus können bildgebende Verfahren (Mammographie, Mamma-Sonographie) zur Ursachenermittlung des Brustspannens sowie zur Abgrenzung von einer Mastalgie, die oftmals auf organische Ursachen wie Herzerkrankungen, Wirbelsäulenveränderungen, Mammakarzinom, Mastitis (Brustentzündung) oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten (u.a. Diuretika, Chlorpromazin) zurückzuführen ist, herangezogen werden.

Zyklisches Brustspannen ist in der Regel zwar unangenehm, führt allerdings zu keinen weiteren gesundheitlichen Konsequenzen. In den meisten Fällen verschwindet ein zyklisches Brustspannen (Mastodynie) mit dem Beginn des Klimakteriums.

Behandlung und Therapie von Brustspannen

Die Therapie eines zyklusabhängigen Brustspannens hängt stark von den spezifisch vorliegenden Beschwerden und der Ursache für die Erkrankung ab. So verschaffen in manchen Fällen bereits einfache Techniken wie das Tragen eines adäquat sitzenden Büstenhalters oder eine gesunde und ausgewogene Ernährung ausreichend Linderung, wobei die Ernährungsumstellung den Verzicht auf Koffein, Teein sowie Nikotin, Alkohol und übermäßigen Konsum von Süßigkeiten (vor allem Schokolade) beinhaltet.

Auch eine Erhöhung der sportlichen Aktivität ist in einigen Fällen hilfreich. Reichen derartige Maßnahmen nicht aus, kommen bei einem Vorliegen eines Hormonungleichgewichtes hormonell wirkende Präparate (testosteronhaltige Mittel, Antiöstrogene oder Prolaktinhemmer) zur Minimierung der gestörten Balance infrage. Liegt beispielsweise ein Mangel an Gestagenen, vor allem Progesteron vor, werden progesteronhaltige Gels zum Auftragen auf die Brust angewandt.

Zur Schmerzlinderung kommen in einigen Fällen zusätzlich entzündungshemmende Schmerzmittel zum Einsatz. Liegt eine fibrozystische Mastopathie vor, die mit einer Zystenbildung einhergehen kann, können größere Zysten zur Symptomlinderung punktiert und somit der Druck innerhalb der Brust (Brustspannen) minimiert werden. Bei Vorliegen zyklusunabhängiger Brustschmerzen (Mastalgie) sind die Therapiemaßnahmen in der Regel auf die Behandlung der zugrundeliegenden Grunderkrankung ausgerichtet.

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Vorbeugung von Brustspannen

Da die genauen zugrundeliegenden Mechanismen für zyklisches Brustspannen nicht eindeutig geklärt sind, kann den Beschwerden lediglich eingeschränkt vorgebeugt werden. Sportliche Aktivität, eine Ernährungsumstellung bei Verzicht auf Nikotin, Koffein, Schokolade und tierische Fette sowie ein gesundes Körpergewicht können allerdings das Ausmaß der Beschwerden bei Brustspannen reduzieren.

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Weitere Infos

Quellen: Herold, G.: Innere Medizin, Köln 2012; Andreae, S.: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Stuttgart 2008; Ruß A., Endres S.: Arzneimittel pocket plus 2012, Grünwald 2012, Greten H., Rinninger F.: Innere Medizin, Stuttgart 2010.
Von Dr. med. (Facharzt für Innere Medizin).

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