Brustspannen (Mastodynie)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 20. März 2017
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Brustspannen, Schmerzende Brüste oder Mastodynie ist charakterisiert durch ein Schwellungs- und Spannungsgefühl im Bereich der Brust, das in den meisten Fällen auf hormonelle Veränderungen während des weiblichen Monatszyklus zurückzuführen ist und im Vorfeld der Menstruation eintritt. Brustspannen und die damit einhergehenden Beschwerden verschwinden mit Beginn des Klimakteriums.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Brustspannen?

Als Brustspannen bzw. Mastodynie wird ein zyklusabhängiges, in der Regel vor der Menstruation eintretendes Schwellungs- und Spannungsempfinden in der Brust bezeichnet, das oftmals mit einem prämenstruellen Syndrom (PMS) einhergeht.

Zyklisches Brustspannen ist abzugrenzen von der sogenannten Mastalgie, zyklusunabhängigen, eher stechenden und einseitig sowie kontinuierlich auftretenden Schmerzen im Brustbereich, von welchen auch Männer betroffen sein können, obgleich die beiden Termini oftmals synonym gebraucht werden.

Das häufiger anzutreffende zyklusabhängige Brustspannen wird dabei weder als Krankheit im eigentlichen Sinne noch als Risikofaktor für ein Mammakarzinom (Brusttumor) eingestuft, sondern als funktionelle Störung, die nicht auf eine organische Beeinträchtigung zurückzuführen ist.

Dagegen können zyklusunabhängige Brustschmerzen im Gegensatz zum Brustspannen unter anderem auch durch organische Störungen wie Erkrankungen des Herzens oder Wirbelsäulenveränderungen verursacht werden.

Ursachen

Zyklusabhängiges Brustspannen ist in der Regel auf hormonelle Ursachen zurückzuführen, wobei die zugrundeliegenden Mechanismen nicht genau geklärt sind. Während des Monatszyklus, der Schwangerschaft und Stillzeit ist die weibliche Brustdrüse hormonellen Schwankungen ausgesetzt, die während der zweiten Zyklushälfte ein Anschwellen der Brüste bewirken.

Durch einen ungleichgewichtigen Östrogen- und/oder Prolaktinhaushalt in der zweiten Zyklushälfte kommt es zu Wassereinlagerungen (Ödemen) in der Brust, wodurch durchschnittlich eine Woche vor der Menstruation ein Spannungsgefühl bzw. Brustspannen entstehen kann. Entsprechend wird ein zyklisches Brustspannen oftmals mit einem prämenstruellen Syndrom (PMS) assoziiert.

Ein zyklisches Brustspannen kann darüber hinaus durch eine fibrozystische Mastopathie (gutartige Veränderung des Brustdrüsengewebes) verursacht oder zusätzlich verstärkt werden. In einigen Fällen wird ein zyklisches Brustspannen auch durch eine gestörte Eizellenreifung in den Eierstöcken (Corpus-luteum-Insuffizienz) bedingt sein.

Diagnose & Verlauf

Als Brustspannen bzw. Mastodynie wird ein zyklusabhängiges, in der Regel vor der Menstruation eintretendes Schwellungs- und Spannungsempfinden in der Brust bezeichnet.

Brustspannen wird anhand der spezifischen Brustbeschwerden und deren Lokalisierung diagnostiziert, wobei differentialdiagnostisch zur Abgrenzung von einem zyklusunabhängigen Brustspannen ein Schmerztagebuch, in welchem die betroffene Frau den Zeitpunkt, Ort und Schweregrad der Schmerzen festhält, sinnvoll sein.

Zur Feststellung der für das Brustspannen zugrundeliegenden Ursachen kann die Konzentration der unterschiedlichen, am weiblichen Zyklus beteiligten Hormone (Östrogen, Prolaktin, Gestagene) im Rahmen eines Bluttests. Darüber hinaus können bildgebende Verfahren (Mammographie, Mamma-Sonographie) zur Ursachenermittlung des Brustspannens sowie zur Abgrenzung von einer Mastalgie, die oftmals auf organische Ursachen wie Herzerkrankungen, Wirbelsäulenveränderungen, Mammakarzinom, Mastitis (Brustentzündung) oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten (u.a. Diuretika, Chlorpromazin) zurückzuführen ist, herangezogen werden.

Zyklisches Brustspannen ist in der Regel zwar unangenehm, führt allerdings zu keinen weiteren gesundheitlichen Konsequenzen. In den meisten Fällen verschwindet ein zyklisches Brustspannen (Mastodynie) mit dem Beginn des Klimakteriums.

Komplikationen

Beim weiblichen Geschlecht spielt vor allem der Zyklus eine Rolle. Vor der Menstruation kommt es zu einer vermehrten Wassereinlagerung - einem Ödem - in den Brüsten. Das Ödem löst ein stärkeres Spannungsgefühl aus, was für viele Frauen unangenehm ist. Zeitgleich können auch die Beine, Füße, Hände und Lider anschwellen.

Die Schwellungen führen zu einer Gewichtserhöhung, so dass sich viele Frauen vor der Menstruation unwohl fühlen. Mitunter kann es in dieser Phase zu Stimmungsschwankungen, Nervosität und Antriebslosigkeit kommen. Bei einem sogenannten prämensturellen Syndrom können die psychischen Beschwerden den Alltag stark beeinträchtigen. Zyklisches Brustspannen ist oft unangenehm, in der Regel allerdings harmlos. Mit Komplikationen oder gesundheitlichen Konsequenzen ist nicht zu rechnen. Meist verschwinden die Beschwerden zu Beginn des Klimakteriums.

Brustspannen tritt häufig während der Schwangerschaft auf. Bei stärkeren Schmerzen fühlen sich Frauen in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Mütter können während der Stillzeit Probleme mit Brustspannen bekommen. Insbesondere bei einem Milchstau kann es nicht nur zu Spannungsgefühlen, sondern auch zu Rötungen, Entzündungen, zu Muskel- und Gliederschmerzen und Fieber kommen.

Brustspannen kann bei Frauen in der gebärfähigen Zeit auch mit einer sogenannten fibrozystischen Mastopathie zusammenhängen. Einzelne Formen der fibrozystischen Mastopathie können das Brustkrebsrisiko leicht erhöhen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Brustspannen (Mastodynie) ist zumeist ungefährlich und auf harmlose Ursachen zurückzuführen. So tritt Brustspannen aufgrund der hormonellen Schwankungen und den damit einhergehenden Gewebeveränderungen oftmals im Rahmen des weiblichen Zyklus auf und verschwindet mit Eintreten der Regelblutung wieder.

Ist dies nicht der Fall, sollte ein Arzt (Gynäkologe) konsultiert werden. Auch Männer unterliegen hormonellen Schwankungen, die zu Brustspannen oder -schmerzen führen können. Erstmals auftretende Spannungsgefühle oder Schmerzen in der Brust, die nicht zyklusabhängig sind, sollten in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden. Ein Gynäkologe bzw. Urologe oder Androloge (bei Männern) ist insbesondere dann hinzuzuziehen, wenn zusätzliche Beschwerden zu beobachten sind.

Hierzu gehören vor allem Verhärtungen oder Knoten, die in Brust oder Achselhöhle tastbar sind, sowie Veränderungen, die nicht in beiden Brüsten gleichzeitig auftreten oder zu einer unterschiedlichen Größe beider Brüste führen. Auch bei Hautrötungen auf der Brust, Veränderungen an einer oder beiden Brustwarzen sowie einem Flüssigkeitsaustritt ist ein Arzt zurate zu ziehen.

Liegt dem Brustspannen keine gynäkologische oder urologische Ursache zugrunde, wird der Betroffene in Abhängigkeit vom Krankheitsverdacht an einen anderen Facharzt (bspw. zum Kardiologen bei einer vermuteten Herz-Kreislauf-Erkrankung) überwiesen.

Behandlung & Therapie

Die Therapie eines zyklusabhängigen Brustspannens hängt stark von den spezifisch vorliegenden Beschwerden und der Ursache für die Erkrankung ab. So verschaffen in manchen Fällen bereits einfache Techniken wie das Tragen eines adäquat sitzenden Büstenhalters oder eine gesunde und ausgewogene Ernährung ausreichend Linderung, wobei die Ernährungsumstellung den Verzicht auf Koffein, Teein sowie Nikotin, Alkohol und übermäßigen Konsum von Süßigkeiten (vor allem Schokolade) beinhaltet.

Auch eine Erhöhung der sportlichen Aktivität ist in einigen Fällen hilfreich. Reichen derartige Maßnahmen nicht aus, kommen bei einem Vorliegen eines Hormonungleichgewichtes hormonell wirkende Präparate (testosteronhaltige Mittel, Antiöstrogene oder Prolaktinhemmer) zur Minimierung der gestörten Balance infrage. Liegt beispielsweise ein Mangel an Gestagenen, vor allem Progesteron vor, werden progesteronhaltige Gels zum Auftragen auf die Brust angewandt.

Zur Schmerzlinderung kommen in einigen Fällen zusätzlich entzündungshemmende Schmerzmittel zum Einsatz. Liegt eine fibrozystische Mastopathie vor, die mit einer Zystenbildung einhergehen kann, können größere Zysten zur Symptomlinderung punktiert und somit der Druck innerhalb der Brust (Brustspannen) minimiert werden. Bei Vorliegen zyklusunabhängiger Brustschmerzen (Mastalgie) sind die Therapiemaßnahmen in der Regel auf die Behandlung der zugrundeliegenden Grunderkrankung ausgerichtet.

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Vorbeugung

Da die genauen zugrundeliegenden Mechanismen für zyklisches Brustspannen nicht eindeutig geklärt sind, kann den Beschwerden lediglich eingeschränkt vorgebeugt werden. Sportliche Aktivität, eine Ernährungsumstellung bei Verzicht auf Nikotin, Koffein, Schokolade und tierische Fette sowie ein gesundes Körpergewicht können allerdings das Ausmaß der Beschwerden bei Brustspannen reduzieren.

Bücher über Brustspannen

Quellen

  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A. : Klinikleitfaden Gynäkologie und Geburtshilfe. Urban & Fischer, München 2012
  • Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 264. Auflage, de Gruyter, Berlin 2012
  • Stauber, M., Weyerstahl, T.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2007

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Madame Eugenie kommentierte am 24.06.2013 um 20:51 Uhr

Ich habe seit Jahren knotige Veränderungen in der Brust mit starken Schmerzen. Ich dachte es ginge nach den Wechseljahren vorbei, stattdessen kann man manchmal meine Brust kaum anfassen. Heute habe ich rechts so starke Schmerzen bekommen - auf Druck unerträglich -. Ich halte das nicht mehr aus. Niemand hilft mir. Niemand macht sich die Mühe nach Zysten zu suchen. Die Verdichtungen sind so stark, dass die Ärzte nichts sehen können und eine Röntgenuntersuchung an der Brust ist zu schmerzhaft. Heute habe ich den ganzen Tag auch rechts schmerzhafte Lympfknoten in der Leiste. Wer kann mir helfen? Ich bin Anfang 60 und habe keine Blutungen mehr, aber rechts und links Verdickungen in der Brust die manchmal unerträglich werden. MFG Frau Eugenie

Frau Schultze kommentierte am 06.06.2016 um 18:33 Uhr

Für jedes Problem gibt es schnell wirkende Medikamente und Salben. Nur für das lästige Brustspannen gibt es keine schnell wirkende Salbe oder Tablette. Nur Mönchspfeffertabletten oder -tropfen mit denen ich schlechte Erfahrungen gemacht habe, da sie das Problem verschlimmert hatten. Brustspannen ist genauso belastend wie Kopfschmerzen. Warum wird hier zu wenig Akutmedizin angeboten bzw. warum scheinbar nicht daran geforscht?

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