PMS (prämenstruelles Syndrom)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Unter PMS (prämenstruelles Syndrom) werden verschiedene Beschwerden zusammengefasst, die auf den weiblichen Monatszyklus zurückzuführen sind und etwa 4 bis 14 Tage vor Eintreten der Monatsblutung auftreten. Von PMS sind etwa 75 Prozent der geschlechtsreifen Frauen betroffen, wobei bei etwa 5 Prozent der Frauen schwerwiegende Beeinträchtigungen des Alltags durch PMS beobachtet werden können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist PMS?

Als PMS (prämenstruelles Syndrom) wird eine Reihe unterschiedlicher physischer und/oder psychischer Beschwerden bezeichnet, die monatlich in einem bestimmten Zeitraum, in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus, auftreten und in der Regel mit dem Eintreten der Monatsblutung abklingen.

Während leichte Formen von PMS nicht als Erkrankung anerkannt werden, gelten schwere Formen von PMS, insbesondere die prämenstruelle Dysphorie, als psychische Erkrankung, die den Alltag der betroffenen Frauen maßgeblich negativ beeinträchtigen kann.

Symptomatisch äußert sich PMS anhand variierender, komplexer Beschwerden, die ein breites Spektrum von Kopf- und/oder Bauchschmerzen, Hitzewallungen sowie Wassereinlagerungen bis hin zu schwerwiegenden psychischen Beeinträchtigungen wie Stimmungsschwankungen, Angstzuständen und Depressionen abdecken.

Hierbei können Stressfaktoren, eine unausgewogene Ernährung mit übermäßigem Nikotin-, Alkohol- und Koffeinkonsum sowie Bewegungsmangel die Beschwerden bei PMS verstärken.

Ursachen

Die einem PMS zugrundeliegenden Ursachen konnten bislang nicht abschließend geklärt werden, was zum Teil auch darauf zurückgeführt werden kann, dass in den meisten Fällen bei den betroffenen Frauen eine Ursachenkombination vorliegt.

Vermutet werden zum einen hormonelle Ungleichgewichte, wie ein gestörtes Vorliegen von Progesteron und Östrogen, das aus hormonellen Schwankungen während des Monatszyklus resultieren könnte. Zum anderen kann ein PMS durch eine Schilddrüsenunterfunktion oder einen gestörten Melatoninspiegel verursacht werden.

Daneben können einige hormonell wirkende Verhütungsmittel (z.B.: Antibabypille) PMS auslösen oder die mit PMS assoziierten Beschwerden verstärken. Auch eine unausgewogene Ernährung, Bewegungsmangel, übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum sowie psychosoziale Stressfaktoren (Probleme im beruflichen und/oder familiären Umfeld) tragen zu einer Verstärkung der für PMS typischen Symptome bei.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Zur Diagnose eines PMS wird die betroffene Frau im Rahmen einer Anamnese zu ihren spezifischen Beschwerden und dem Zeitpunkt des Auftretens befragt. Darüber hinaus wird abgeklärt, ob dem PMS eine Schilddrüsenunterfunktion, eine Endometriose, Depression, der Beginn des Klimakteriums (Wechseljahre) oder eventuelle andere Ursachen zugrunde liegen könnten.

Zur Feststellung eines möglicherweise vorliegenden hormonellen Ungleichgewichts kann zusätzlich der Hormonspiegel überprüft werden. In manchen Fällen, insbesondere bei Vorliegen mehrerer Beschwerden, sollte ein Tagebuch geführt werden, in welchem die unterschiedlichen Beschwerden mit ihren jeweiligen Schweregraden festgehalten werden.

In der Regel verschwindet ein PMS mit dem Einsetzten des Klimakteriums. Ein mit schweren Symptomen einhergehendes prämenstruelles Syndrom, das den Lebensalltag der betroffenen Frau stark beeinträchtigt, sollte in jedem Fall therapiert werden, auch weil ein schwerwiegendes, untherapiertes PMS das Risiko einer Brustkrebserkrankung erhöht.

Komplikationen

PMS, das prämenstruelle Syndrom, stellt für viele Frauen eine große Belastung dar. Allerdings können sich bei sieben Prozent der Betroffenen solche heftigen Symptome zeigen, dass sogar das gesamte soziale Umfeld stark beeinträchtigt wird. Dann wird von einer prämenstruellen dysphorischen Störung gesprochen. Bei der prämenstruellen dysphorischen Störung handelt es sich um eine echte psychische Erkrankung, die im Rahmen des prämenstruellen Syndroms auftreten kann.

Betroffene Frauen werden schwer reizbar und teilweise hochaggressiv. Obwohl sie wissen, dass es falsch ist, zeigen diese Frauen in dieser Phase oft ein Verhalten, welches sie in normalen Zeiten strikt ablehnen würden. So kann es vorkommen, dass sie handgreiflich werden, ihr Kind schlagen, Schreikrämpfe bekommen oder gar mit Gegenständen werfen.

Die von der prämenstruellen dysphorischen Störung betroffenen Frauen erleiden in dieser Zeit einen Kontrollverlust. Deshalb nützt ihnen auch die Einsicht nichts, dass ihr Verhalten falsch ist. Das größte Risiko besteht für diese Frauen darin, dass sie mit Ihrer Art ihr soziales Umfeld zerstören können. In der Folge kann es dann zur Scheidung oder gar zum Verlust der Kinder kommen.

Auch die berufliche Perspektive wird davon krankheitsbedingt oft beeinträchtigt. Langfristig kann so eine soziale Isolierung resultieren, was zusätzlich häufig neben den prämenstruellen Beschwerden zu weiteren chronischen psychischen Erkrankungen wie Depressionen führt.

Behandlung & Therapie

Die Therapie hängt bei einem PMS im starken Maße von den zugrundeliegenden Beschwerden sowie dem von jeder betroffenen Frau individuell empfundenen Leidensdruck ab. So muss ein leichtes PMS nicht therapiebedürftig sein, wenn die mit diesem einhergehenden Symptome den Alltag der Betroffenen lediglich gering beeinträchtigen.

Zur Behandlung eines leichten PMS genügt in vielen Fällen das Erlernen von Entspannungstechniken wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung zur Vermeidung bzw. Minimierung der Auswirkungen von Stressfaktoren. Auch hormonell wirkende Verhütungsmittel mit Gestagenen werden zur Therapie eines PMS eingesetzt. Gegen Schmerzen kommen Antiphlogistika (Entzündungshemmer) zum Einsatz und gegen Wassereinlagerungen können eine salzarme und leicht verdauliche Kost bei Verzicht auf Alkohol, Nikotin und Koffein und/oder Diuretika medikamentös behilflich sein.

In einigen Fällen verschaffen pflanzliche Mittel (Wolfstrappkraut, Mönchspfeffer) und/oder eine zusätzliche Erhöhung der Magnesium- und Vitamin-B-Zufuhr Linderung. In einzelnen Fällen kann eine psychologische Betreuung der betroffenen Frau durch eine Verhaltens- oder Psychotherapie angezeigt sein, während bei Vorliegen von Depressionen Antidepressiva (wie Amitriptylin) therapeutisch zum Einsatz kommen.

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Vorbeugung

Einem PMS kann aufgrund dessen, dass die Ursachen nicht abschließend geklärt sind, nicht gezielt vorgebeugt werden. Allerdings kann das Ausmaß der jeweiligen Symptome gegebenenfalls durch eine ausgewogene Ernährung bei Verzicht auf übermäßigen Nikotin-, Alkohol- und Koffeinkonsum, sportliche Aktivität sowie durch Entspannungstechniken zum Stressabbau positiv beeinflusst werden. Daneben ist das Erkrankungsrisiko bei Adipositas (Übergewicht) erhöht. Entsprechend kann durch eine Gewichtsreduzierung das Risiko, an einem PMS zu erkranken, minimiert werden.

Bücher über PMS

Quellen

  • Beckermann, M.J.: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Schwabe, Basel 2004
  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Kaufmann, M., Costa, S.-D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie. Springer, Berlin 2013

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