Brustentzündung
Eine Brustentzündung oder Mastitis ist eine Entzündungskrankheit an der Brust bzw. Brustwarze. Zumeist treten Brustentzündungen im Rahmen der Stillzeit nach der Schwangerschaft auf. Aber auch die männliche Brust kann sich z.B. beim Joggen durch das Reiben von unsachgemäßer Bekleidung entzünden oder wund werden. In diesem Beitrag widmen wir uns jedoch der Brustentzündung während der Stillzeit bei Frauen.
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Definition Brustentzündung
Eine Brustentzündung (Mastitis) oder Brustinfektion ist eine durch Bakterien verursachte Infektion der weiblichen Brustdrüse, welche sich meist über kleinste Hautverletzungen ausbreitet. Es wird die wesentlich häufigere Brustentzündung in der Stillzeit (Mastitis puerperalis) von der davon unabhängigen Form (Mastitis non puerperalis) abgegrenzt. Etwas jede 20. stillende Frau ist von dieser Erkrankung betroffen.
Ursachen für Brustentzündung
Falsche Anlegetechniken, wunde Brustwarzen, aber auch ein Milchstau wirken begünstigend. Die seltene non-puerpurale Brustentzündung wird ebenfalls über kleine Hautverletzungen ausgelöst. Hormonstörungen, Stoffwechselkrankheiten und bestimmte Medikamente fördern die Entstehung. Bei dieser Form muss immer ein Brustkrebs ausgeschlossen werden, da dieser klinisch identisch aussehen kann.
Symptome
Krankheitsverlauf Brustentzündung
Am Anfang einer Brustentzündung stehen die meist einseitigen Schmerzen im Bereich der Brustwarze. Fieber über 38,5 Grad Celsius, Frösteln und Erschöpfung kommen als Zeichen einer Infektion dazu. An der Brust sind eine Rötung und Überwärmung, ggf. ein ekzemartiger Ausschlag wegweisend. Die Milch verändert sich und hat teilweise blutige oder eitrige Beimengungen, Bei ausgeprägter Brustentzündung sind die Lymphknoten in der Achsel geschwollen und druckschmerzhaft.
Also Komplikationen können bei unbehandelter Brustentzündung Abszesse (abgekapselte Eiteransammlungen) auftreten. Diese zeigen sich durch eine tastbare Schwellung unter der Haut, die sich typischerweise gelartig anfühlt.
Behandlung von Brustentzündung
Nach neusten Studien ist ein Abstillen bei einer Brustentzündung nicht nötig. Diese Maßnahme sollte auch eher eine Ausnahme darstellen, da ein Abstillen eine starke Belastung für die Frauen darstellt und teilweise sogar den Krankheitsverlauf sowie die Heilung verzögern kann. Denn wird das Baby richtig angelegt, kann es durch das Saugen einen Sekretstau lösen und dadurch eine Abheilung beschleunigen.
Es sollte eine medikamentöse Therapie mit Antibiotika erfolgen. Wird das Antibiotikum entsprechend gewählt, ist eine Schädigung des Kindes durch die Medikamente bei weitergeführtem Stillen unwahrscheinlich. Auch eine Gefahr für das gestillte Kind durch die Infektion selber konnte in der Klinik nicht festgestellt werden.
Ist es bereits zu einem Abszess gekommen, reicht eine medikamentöse Therapie nicht mehr aus. Der Abszess muss in der Regel chirurgisch eröffnet werden. Zusätzlich sollte z.B. über eine Gummilasche der weitere Eiterabfluss sichergestellt werden.
Zur Linderung der Schmerzen werden Schmerzmittel eingesetzt, vor allem so genannte NSAR (z.B. Diclofenac), welche unschädlich für das Kind sind und zusätzlich eine entzündungshemmende Wirkung aufweisen. Auch Bettruhe und ausreichender Schlaf sind sinnvoll. Kühlende Maßnahmen werden ebenfalls erfolgreich eingesetzt, neben Coolpacks sind auch Quark- oder Kohlwickel sehr schonend und lang anhaltend effektiv.
Die Brustentzündung in der Stillzeit ist eine sehr häufige Erkrankung in einem sensiblen Bereich. Die Frauen sind mit vielen Ängsten konfrontiert, z.B. ob die Behandlung dem Kind schadet oder ob sie weiterhin ihr Kind auf natürlichem Wege ernähren können. Daher ist neben der eigentlichen Therapie eine gute psychologische Begleitung der Ärzte und Hebammen ein wichtiger Baustein zur Genesung.
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