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Fistel

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. März 2014
Symptomat.deSymptome Fistel

Es gibt krankhafte, angeborene und künstlich angelegte Fisteln. Eine Fistel ist immer ein Gang, der dem Durchfluss von Flüssigkeit dient. Oft bildet er sich bei Entzündungen, um Eiter abzuleiten. Eine krankhafte Fistel muss meist operativ behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Fistel?

Eine Fistel ist eine röhrenförmige Verbindung zwischen zwei Hohlorganen oder zwischen einem Hohlraum im Körper und der Körperoberfläche. Man unterscheidet verschiedene Arten von Fisteln. Die künstliche Fistel, wie beispielsweise die Ernährungsfistel, wird operativ angelegt, um einen Teil des Verdauungstraktes zu umgehen und dem Körper die Nahrung mit einer Sonde zuzuführen.

Die angeborene Fistel entsteht durch pränatale (vorgeburtliche) Entwicklungsstörungen. Es bleiben Verbindungen bestehen, die sich vor der Geburt eigentlich schließen müssten. Bei der Urachusfistel (Blasen-Nabel-Fistel) bleibt eine Verbindung zwischen der Blase und dem Nabel, bei der präaurikulären Fistel am Ohr haben sich Kiemengänge nicht geschlossen.

Die krankhafte Fistel entwickelt sich bei entzündlichen Prozessen entweder, wenn sich ein Abszess (abgekapselte Eiteransammlung) gebildet hat oder wenn eine eitrige Entzündung in einer vorhandenen Körperhöhle entstanden ist. Krankhafte Fisteln kommen häufig bei Zahnentzündungen im Mund vor sowie im Analbereich bei der Darmerkrankung Morbus Crohn.

Ursache für Fisteln

Die Ursache der krankhaften Fistel ist eine eitrige Entzündung, die in der Regel von Bakterien ausgelöst wird. Dabei entwickelt sich Eiter in einer geschlossenen Körperhöhle oder es bildet sich aufgrund der Entzündung eine neu geformte geschlossene Gewebehöhle (Abszess).

Eiter ist ein Produkt, das bei der Abwehrreaktion gegen Keime entsteht. Da der Eiter nicht abfließen kann und der Druck durch die Eiterproduktion immer größer wird, bildet der Körper einen röhrenförmigen Gang, um das Sekret abzuleiten.

Die Fistel verläuft entweder zu einem Hohlraum im Körper oder an die Körperoberfläche. Dort wird sie als kleines Loch, aus dem Eiter austritt, sichtbar. Die Ursache für eine angeborene Fistel ist eine Störung in der vorgeburtlichen Entwicklung.

Diagnose und Verlauf bei Fisteln

Eine Fistel, die an die Körperoberfläche verläuft, zeigt sich in der Regel als kleiner mit Eiter gefüllter Pickel. Betroffene verspüren Schmerzen und ein Druckgefühl an der Stelle der Entzündung. Das Gewebe über dem Entzündungsherd ist geschwollen und der Schmerz strahlt bis in die Umgebung aus.

Manchmal juckt auch die Haut über der Fistel. Analfisteln machen sich zunächst nur durch Nässen bemerkbar. Je mehr Sekret sich ansammelt, desto deutlich ist der Druck und die Schwellung feststellbar. Meist entleert sich ein Teil des Eiters, wenn man auf die Schwellung drückt. Doch nach einiger Zeit füllt sich die Fistel, beziehungsweise der zugrunde liegende Abszess wieder.

Bei inneren Fisteln, also krankhaften Gängen zwischen zwei Organen, kommt es häufig zu Fieber und Abgeschlagenheit. Der Arzt wird anhand der Symptome erkennen, dass eventuell eine Fistel besteht. Allerdings müssen immer andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen, wie beispielsweise Furunkeln, ausgeschlossen werden. Mit Hilfe von Ultraschall oder Röntgen können weitere Informationen erlangt werden. Dazu füllt der Arzt die Fistel mit einem Kontrastmittel, um ihren Verlauf sichtbar zu machen.

Behandlung und Therapie von Fisteln

Um eine Fistel zu beseitigen, muss meist operiert werden. Bei Fisteln, die sich aus Abszessen oder entzündeten Hohlorganen gebildet haben, werden die Entzündungen mit Antibiotika behandelt. Abszesse müssen operativ eröffnet und entleert werden. Größere Abszesse lässt man noch einige Zeit offen, das heißt, man legt eine Drainage (Abflussschlauch) zur Körperoberfläche, damit eventuell neu gebildeter Eiter und Wundwasser abfließen können.

Manchmal wird eine mit Antibiotika getränkte Tamponade in den Abszess gelegt, um die Heilung zu beschleunigen. Dieser wird dann nach ein bis zwei Tagen wieder entfernt. Ist die Entzündung ausgeheilt, so bildet sich die Fistel von selbst zurück. Bei der Analfistel wird eine Fadendrainage in den Fistelgang gelegt. Dieser muss oft Wochen bis Monate liegen bleiben, damit die Fistel allmählich austrocknen und heilen kann.

Bei angeborenen Fisteln richtet sich die Behandlung nach den Beschwerden, die sie verursachen. Eine Blasen-Nabel-Fistel muss operativ geschlossen werden, da aus dem Nabel Urin austritt. Eine angeborene Ohr-Fistel dagegen bleibt oft ohne Beschwerden und muss meist nicht behandelt werden.

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Vorbeugung von Fisteln

Gegen eine Fistel, die aus einer Entzündung entsteht, kann man vorbeugen, indem man die Entzündung frühzeitig behandelt. Man vermeidet die Eiterbildung und dadurch verhindert man das Entstehen einer Fistel.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Karin kommentierte am 03.05.2013 um 16:41 Uhr

Habe letztes Jahr im September Neuraltherapiespritzen bekommen und zwar im gynokologischen Bereich, danach war meine Einlage durchnässt. Habe jetzt schon das 2. Mal innerhalb von 4 Monaten eine Bauchnabelfistel. Das 2. Mal mit erhöhter Temperatur und roten Kreisen um den Bauchnabel. Habe beim 2. Mal Antibiotika bekommen und zwar 40 Tabletten. Kann die Ursache die Spritze gewesen sein und ist eine OP evtl. notwendig? Bisher ist dies noch nicht geschehen. Für eine kurze Mitteilung wäre ich dankbar, da ich Depressionen habe und mir jetzt starke Gedanken mache. Wie läßt sich das feststellen?

Nikolaus kommentierte am 06.08.2013 um 18:15 Uhr

Anläßlich eines Darmkrebes wurde mir ein künstlicher Darmausgang gelegt. Dieser kann lt. Ärzte nicht zurückverlegt werden, weil sich eine Fistel im Darm gebildet hat. Die Ärzte warten nun schon über 1 Jahr, bis die Fistel sich selbst zurückbildet. Gibt es wirklich kein Medikament, um nachzuhelfen?