Mastopathie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. September 2017
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Als Mastopathie wird die gutartige Veränderung von Drüsengewebe in der weiblichen Brust bezeichnet. Symptomatisch sind Schwellungen und Spannungsgefühl in der Brust, die häufig mit der Menstruation einhergehen oder ertastbare Knoten und Zysten in der Brust.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Mastopathie?

Die Mastopathie – auch Mammadysplasie genannt – beschreibt Veränderungen des Drüsenkörpers der weiblichen Brust, die gutartig sind. Mehr als die Hälfte aller Frauen, die zwischen 35 und 50 Jahre alt sind, leiden unter einer Mastopathie, sodass diese Krankheit zu den häufigsten Brustdrüsenerkrankungen der Frau gehört.

Frauen unter 25 Jahre und Frauen in den Wechseljahren sind nur in wenigen Ausnahmefällen betroffen. In Abhängigkeit von der Art der Veränderung des Drüsengewebes werden verschiedene Formen der Mastopathie unterschieden:

Fibröse Mastopathie: glasartiges Bindegewebe ersetzt die Gewebsschicht, die Drüsengänge nach innen auskleidet

Fibrozystische Mastopathie: das Bindegewebe vermehrt sich und Drüsengänge erweitern sich

Fibroadenomatöse Mastopathie: Drüsengewebszellen vermehren sich geschwulstartig und können mit Eiter, Blut oder Sekret gefüllt sein

Darüber hinaus wird die Mastopathie in drei Gruppen mit unterschiedlichem Schweregrad der Gewebsveränderungen eingeteilt, mit deren Hilfe die Mediziner das Brustkrebsrisiko einschätzen.

Ursachen

Die Ursachen für Mastopathie sind noch nicht vollständig abgeklärt. Wahrscheinlich besteht bei den Betroffenen ein Ungleichgewicht zwischen den Hormonen Östrogen und Progesteron, die am Zyklus beteiligt sind. Frauen mit nachgewiesener Mastopathie haben zu viel Östrogen, dieser Überschuss ist Ursache für die Veränderungen des Brustdrüsengewebes.

In der Regel erkranken geschlechtsreife Frauen an der Mastopathie. Die Beschwerden gehen, wenn Frauen in die Wechseljahre kommen, mit der damit einhergehenden Hormonumstellung meistens automatisch zurück. Für den Überschuss an Östrogen können mehrere mögliche Ursachen benannt werden, wie zum Beispiel andere hormonelle Erkrankungen der Schilddrüse, die auch ursächlich für die Mastopathie sein kann.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Mastopathie in der Brust erstasten.

Besteht der Verdacht auf eine vorliegende Mastopathie, muss zuerst eine Anamnese durchgeführt werden. Der Hausarzt wird die Betroffenen Frauen an den Gynäkologen überweisen, der die Brüste abtastet. Liegt eine Mastopathie vor, spürt der Arzt beim Betasten Unregelmäßigkeiten am Drüsenkörper, mögliche Knoten in der Brust lassen sich gut ertasten.

Normalerweise ist dieser Befund vor Einsetzen der Regelblutung stärker ausgeprägt als danach. Um die Diagnose zu untermauern, wird dann meist noch eine Ultraschalluntersuchung der Brust veranlasst. Weiteren Aufschluss darüber, ob eine Mastopathie vorliegt, kann eine Mammografie bringe, bei der auch kleinere Gewebsverkalkungen zu erkennen sind.

Lassen sich im Rahmen der Mammografie Verkalkungen finden, werden diese entfernt und das Gewebe wird mikroskopisch untersucht. Haben sich Zysten in der Brust gebildet, werden diese punktiert und der Inhalt wird auf Veränderungen der Zellen untersucht. Bei Fällen, in denen aus der Brustwarze Flüssigkeit austritt, wird das Sekret genauer untersucht, um die Ursachen abzuklären.

Komplikationen

Eine Mastopathie kann Schmerzen und starke Schwellungen des Brustgewebes hervorrufen. Während der Stillzeit kann eine Mastopathie dazu führen, dass die Milchgänge verstopfen. Dadurch kann es zu einem Milchstau und in der Folge zu einer fieberhaften Entzündung kommen. Gelegentlich kann eine Mastopathie auch zu einer unkontrollierten Sekretion aus der Brustwarze führen.

Dies kann für die betroffenen Frauen eine psychische Belastung darstellen und mitunter auch zur sozialen Stigmatisierung führen. Auch die Mastopathie selbst kann emotional belastend sein. So kann auch ein harmloser Knoten in der Brust Ängste und Depressionen hervorrufen.

Damit einhergehend kann es zu Schmerzen und einem dauerhaften Druckgefühl kommen, welches die psychische Belastung noch verstärken kann. Selten entwickelt sich aus einer Mastopathie Brustkrebs. Eine Krebserkrankung ist mit weiteren körperlichen und psychischen Komplikationen verbunden, die eine langfristige Behandlung erfordern.

Die medikamentöse Mastopathie-Therapie kann Probleme hervorrufen, wenn die verordneten Schmerzmittel zu Nebenwirkungen und allergischen Reaktionen führen. Die zumeist eingesetzten Wirkstoffe (Paracetamol, Ketoprofen, Ibuprofen, Diclofenac, unter anderen) können etwa Kopfschmerzen, Schwindel und Sehstörungen verursachen. Selten kommt es zu schweren allergischen Reaktionen wie Hautausschlägen und Atembeschwerden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der Mastopathie ist zuallererst darauf gerichtet, die Beschwerden, die mit der Mastopathie einhergehen zu lindern. Weil häufig ein Östrogenüberschuss – also ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt – die Ursache ist, wird dieser Überschuss durch die Gabe von Gestagen ausgeglichen. Dabei erfolgt die Einnahme in Abhängigkeit vom Zyklus beginnend am 16. und endend am 25. Zyklustag.

Gegen möglicherweise auftretende Spannungszustände und die zystischen Veränderungen der Brust werden Prolaktinhemmer eingesetzt, bei stärkeren Beschwerden kann der Arzt auch ein Medikament mit dem Wirkstoff Danazol verordnen, der bewirkt, dass weniger Östrogen freigesetzt wird.

In ganz seltenen Ausnahmefällen wird bei einer vorliegenden Mastopathie die Brust der Betroffenen entfernt, wenn das Risiko an Brustkrebs zu erkranken besonders hoch ist, die betroffene Frau eine Mastopathie dritten Grades hat und nicht älter als 40 Jahre ist.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Vorbeugende Maßnahmen gibt es bei der Mastopathie leider nicht. Es ist nicht bekannt, dass Frauen etwas tun können, womit die Veränderungen des Brustdrüsengewebes verhindert werden können. Dennoch wird allen Frauen empfohlen, sich regelmäßig einmal im Monat selbst die Brüste abzutasten, um einerseits Veränderungen schnell zu erkennen und andererseits dann sofort medizinische Hilfe zu beanspruchen, wenn sich Auffälligkeiten zeigen und erste Schmerzen vorliegen.

Das können Sie selbst tun

Um eine ernste Erkrankung auszuschließen, sollte die Mastopathie auf jeden Fall vom Frauenarzt untersucht werden. Die einzelnen Symptome können durch Selbsthilfemaßnahmen gelindert werden.

Bei Schmerzen helfen kühlende Umschläge, die am besten für jeweils zehn bis fünfzehn Minuten auf die Brüste gelegt werden. Das Spannungsgefühl in den Brüsten wird mit Hilfe von Kräutertees gelindert, zum Beispiel Hibiskus- oder Salbei-Tee und andere Sorten, die eine entwässernde oder schmerzstillende Wirkung haben. Manche Frauen empfinden einen Saunabesuch als wohltuend – die entwässernde Wirkung hält aber nicht lange an. Ein gut sitzender BH stützt die Brüste und lindert beides: Schmerzen und die unangenehme Spannung. An den schlimmen Tagen helfen diätetische Maßnahmen. Kaffee, schwarzer Tee, Süßgetränke und Schokolade werden am besten gemieden, denn deren Inhaltsstoffe können die Beschwerden verstärken. Besser sind gesunde Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Aus der Pflanzenheilkunde bieten sich Mönchspfefferpräparate an. Die Homöopathie empfiehlt außerdem die Präparate Aristolochia, Conium und Sabal serrulata.

Bei starken Schmerzen gilt es für Betroffene einen Arzt aufzusuchen und eventuell Schmerztabletten verschreiben zu lassen. Auch bei ungewöhnlichen Symptomen und Beschwerden, die länger als üblich bestehen bleiben, sollte mit einer Mastopathie zum Gynäkologen gegangen werden.

Bücher über Mastopathie

Quellen

  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Weyerstahl, T., Stauber, M.: Gynäkologie und Geburtshilfe, duale Reihe. Thieme, Stuttgart 2013

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