Clindamycin

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 28. November 2016
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Bei dem Wirkstoff Clindamycin handelt es sich um ein Antibiotikum, das zur pharmakologischen Kategorie der Lincosamide zählt. Clindamycin ist ein sogenanntes halbsynthetisches Derivat des Stoffes Lincomycin.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Clindamycin?

Clindamycin zählt zur Untergruppe der Lincosamid-Antibiotika. Der Wirkstoff wird aus Lincomycin gewonnen und liegt dann in chlorierter Form vor. Die Herstellung der Substanz erfolgt dabei auf halbsynthetische Weise. In den üblichen Dosen zeigt das Medikament Clindamycin in der Regel eine bakteriostatische Wirkung. In höheren Dosen hingegen wirkt das Arzneimittel bakterizid, tötet also Bakterien ab.

Dabei ist der Wirkstoff Clindamycin in erster Linie gegen grampositive aerobe Erreger wirksam. Dazu zählen zum Beispiel Staphylokokken oder auch Streptokokken. Zudem zeigt die Substanz Clindamycin auch gegen Anaerobier Wirkung, insbesondere gegen gramnegative Keime und Chlamydien. Kommt die Substanz Clindamycin gemeinsam mit dem Stoff Pyrimethamin zum Einsatz, so wirkt die Verbindung auch gegen Toxoplasma gondii.

Pharmakologische Wirkung

Die Substanz Clindamycin hemmt die Synthese von Proteinen bei Bakterien. Dabei wirkt der Stoff ähnlich wie die Makrolide, die sich an eine bestimmte Untereinheit der Ribosomen binden. Da der Wirkungsmechanismus der gleiche ist, treten in einigen Fällen Kreuzresistenzen auf.

Bei oraler Gabe des Arzneimittels Clindamycin wird der Wirkstoff zu ungefähr 90 Prozent resorbiert. Zugleich erfolgt eine Bindung an Plasmaproteine zu 92 bis 94 Prozent. Grundsätzlich beträgt die Plasmahalbwertszeit der Substanz Clindamycin circa 2,4 Stunden. Der Stoff gelangt sowohl in die inneren Organe als auch das Knochenmark, die Pleuraflüssigkeit, die Haut und Muttermilch. Zudem ist das Arzneimittel in der Lage, die Plazentaschranke zu durchdringen. In der Leber erfolgt ein Umbau des Wirkstoffes. Schließlich wird das Medikament Clindamycin über Urin und Stuhl ausgeschieden.

Durch die Hemmung der bakteriellen Synthese von Proteinen wird ein Enzym namens Peptidyltransferase gestoppt. Das Wirkungsspektrum des Medikaments Clindamycin ist relativ breit. So wirkt es zum Beispiel gegen grampositive Kokken, etwa Streptococcus pyogenes oder pneumoniae. Im Hinblick auf Anaerobier wirkt das Arzneimittel beispielsweise gegen Actinomyces, Peptostreptococcus, Fusobacterium und Bacteroides.

Eine geringe bis gar keine Wirkung zeigt das Antibiotikum Clindamycin hingegen bei aeroben gramnegativen Stäbchenbakterien, Enterokokken, Arten von Haemophilus oder Neisserien.

Grundsätzlich ist es möglich, dass sich durch die Einnahme des Medikaments Clindamycin auch sekundäre Resistenzen gegen Antibiotika bilden, indem sich bestimmte Strukturen an den Ribosomen verändern. Während der Einnahme des Medikaments beeinflussen Mahlzeiten die Resorption des Wirkstoffs kaum.

Die Substanz Clindamycin ist gut gewebegängig und sammelt sich in den Knochen an. In der Leber erfolgt eine starke Verstoffwechselung des Wirkstoffs. Etwa ein Drittel der eingenommenen Wirkstoffmenge wird unverändert über die Nieren ausgeschieden.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Das Medikament Clindamycin kommt bei einer Vielzahl von Infektionen zum Einsatz. Insbesondere im Rahmen der Therapie von abszedierenden Entzündungen der Lunge, chronischer Osteomyelitis, Osteomyelitis bei einem diabetischen Fuß oder Infekten in der Mundhöhle wird Clindamycin häufig angewendet.

Zudem wird das Medikament bei Infektionen von Gelenken und Knochen oder der weiblichen Geschlechtsorgane eingesetzt. Auch zur Behandlung von Akne vulgaris ist eine Gabe von Clindamycin möglich.

Die möglichen Anwendungsbereiche ähneln denen anderer gut verträglicher Makrolide. Eine Ausnahme bilden hier Infektionen, die von Staphylokokken hervorgerufen werden. Denn gegen diese zeigen Makrolide in der Regel keine Wirkung. Darüber hinaus kommt Clindamycin auch als Ersatzpräparat bei Patienten zum Einsatz, die an einer Allergie gegen Penicillin leiden.

In der Veterinärmedizin wird Clindamycin auch bei schwerwiegenden Infektionen der Haut, Augen oder Atemwege genutzt. Grundsätzlich handelt es sich bei Clindamycin um ein Reserveantibiotikum, es kommt daher bei möglichen Indikationen nicht in jedem Fall als Mittel der ersten Wahl zum Einsatz.

In der Regel wird der Wirkstoff Clindamycin in Abhängigkeit der Indikation auf oralem Weg eingenommen. Dabei stehen sowohl Tabletten als auch Kapseln zur Verfügung. Darüber hinaus ist eine parenterale Verabreichung des Wirkstoffs als Infusionslösung oder eine lokale Anwendung mittels Gels oder Salben möglich.

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Risiken & Nebenwirkungen

Im Rahmen der Therapie mit dem Arzneistoff Clindamycin sind eine Reihe von unerwünschten Nebeneffekten möglich, die je nach Einzelfall variieren. In erster Linie treten durch das Arzneimittel gastrointestinale Beschwerden wie zum Beispiel Durchfall, Erbrechen oder Krämpfe in der Magengegend auf.

Darüber hinaus ist eine pseudomembranöse Dickdarmentzündung möglich, die sich in manchen Fällen infolge der Antibiotikaeinnahme bildet. Dadurch sind Komplikationen möglich, die bei Clindamycin öfter auftreten als bei anderen Arten von Antibiotika. In einem solchen Fall ist die Behandlung mit dem Wirkstoff sofort einzustellen. Zu den seltenen Nebenwirkungen des Arzneimittels zählen Juckreiz, Entzündungen auf der Haut sowie Scheidenkatarrh.

Während der Stillzeit ist eine Einnahme von Clindamycin nicht angezeigt, da der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht. Weitere potenzielle Nebenwirkungen sind zum Beispiel Schäden an der Leber, die mit einer erhöhten Konzentration an Transaminasen einhergehen. Gleichzeitig steigt das Risiko für Allergien sowie eine Leukozytopenie.

Grundsätzlich darf das Medikament Clindamycin nicht eingenommen werden, wenn bei dem Patienten eine Allergie gegen Lincosamid-Antibiotika vorliegt. Treten Nebenwirkungen oder sonstige Beschwerden auf, ist umgehend ein Arzt zu konsultieren.

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