Cefazolin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Bei Cefazolin handelt es sich um ein halbsynthetisches Antibiotikum, das zur Gruppe der Cephalosporine zählt. Dabei gehört das Medikament zu Cephalosporinen der ersten Generation. Cefazolin zeichnet sich durch seine bakteriziden Eigenschaften aus. Dabei beruht die Wirkung des Arzneimittels in erster Linie darauf, dass der Wirkstoff die Bildung von Zellwänden bei Bakterien beeinträchtigt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Cefazolin?

Grundsätzlich zählt der Wirkstoff Cefazolin zur Gruppe der sogenannten Beta-Lactam-Antibiotika, die wiederum zu den Cephalosporinen gehören. In der Regel kommt der Wirkstoff zur Behandlung von Infektionskrankheiten zum Einsatz, die sowohl akut als auch chronisch auftreten.

Dabei besteht die Möglichkeit, das Medikament Cefazolin parenteral zu verabreichen. Zu diesem Zweck wird das Arzneimittel in Pulverform verwendet, um eine geeignete Injektions- bzw. Infektionslösung herzustellen. Die Plasmahalbwertszeit liegt dabei in der Regel bei ungefähr zwei Stunden. Das Medikament wird zum überwiegenden Teil über die Niere ausgeschieden.

Für den Wirkstoff Cefazolin werden in einigen Fällen die Synonyme Cefazolinum, Cefazolin-Natrium oder Cefazolinum natricum verwendet. Auf dem Markt ist das Medikament ausschließlich in der Form von Lösungen erhältlich, die als Injektion und Infusion zu verwenden sind. In der Schweiz besitzt das Arzneimittel seit 1974 eine Zulassung.

In der Pharmazie wird Cefazolin in der Form von Cefazolin-Natrium genutzt. Bei diesem Stoff handelt es sich in der Regel um ein Pulver von weißer Farbe, das eine geringe Löslichkeit in Wasser aufweist. Grundsätzlich erfolgt die Verabreichung des Medikaments entweder intramuskulär oder intravenös.

Ein Einsatz ist nur in solchen Fällen sinnvoll, in denen das Vorliegen empfindlicher Erreger gesichert ist. Cefazolin geht mitunter mit einigen unerwünschten Nebenwirkungen einher.

Pharmakologische Wirkung

Cefazolin zeichnet sich durch eine charakteristische Wirkungsweise aus, sodass das Arzneimittel für die Therapie spezieller Infektionskrankheiten geeignet ist. Prinzipiell weist Cefalozin eine bakterizide Wirkung auf, das heißt, es tötet Bakterien ab. Der Grund für diesen bakterienabtötenden Effekt liegt darin, dass der Wirkstoff die bakterielle Synthese der Zellwand beeinträchtigt. Als Folge davon sterben die Keime ab, da eine ungestörte Vermehrung nicht mehr möglich ist. Zudem weist der Wirkstoff eine relativ kurze Halbwertszeit auf, die bei einer intravenösen Gabe bei circa 1,4 Stunden liegt.

Cefazolin zeigt jedoch nur gegen spezielle Bakterien eine Wirkung. Dazu zählen zum Beispiel Staphylokokken, Streptococcus pneumoniae und Escherichia coli. Zahlreiche andere Keime, wie etwa Proteus vulgaris, diverse Streptokokken-Stämme und Enterobacter cloacae zeigen zum überwiegenden Teil Resistenzen gegen das Medikament Cefazolin.

Funktionieren die Nieren eines Patienten problemlos, so beträgt die dominante Eliminationshalbwertszeit ungefähr zwei Stunden.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Cefazolin eignet sich zur Therapie von zahlreichen Infektionen. Dabei ist das Arzneimittel grundsätzlich entsprechend der Fachinformation zu dosieren. In den meisten Fällen kommt Cefazolin entweder intravenös oder intramuskulär zum Einsatz. Das Hauptanwendungsgebiet des Medikaments stellen Infektionskrankheiten der Haut dar, die von empfindlichen Erregern verursacht werden.

Darüber hinaus eignet sich das Arzneimittel auch zur Behandlung von mittelschweren Infekten, die die Lungen, Gelenke, Knochen, den Magen, das Blut, die ableitenden Harnwege oder auch die Herzklappen betreffen.

Somit empfiehlt sich beispielsweise bei einer Bronchitis oder Lungenentzündung eine Verabreichung von Cefazolin. Auch bei Infektionen in den Nierenbecken, dem Harnleiter und der Harnblase sowie der Prostata ist eine Anwendung des Arzneimittels möglich.

Außerdem kommt Cefazolin in einigen Fällen auch zur Prophylaxe zum Einsatz, wobei es insbesondere Infekten vorbeugen soll, die im Rahmen von chirurgischen Eingriffen entstehen. Dies ist zum Beispiel bei offenen Operationen am Herzen, an den Gelenken und Knochen der Fall. Cefazolin wird auch bei Infektionen der Gallenwege, der Weichteile oder bei Sepsis verabreicht.

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Risiken & Nebenwirkungen

Im Rahmen der Therapie mit dem Arzneistoff Cefazolin sind eine Vielzahl von unerwünschten Nebenwirkungen und Beschwerden möglich, die je nach Einzelfall variieren. So wird nach der Gabe von Cefazolin zum Beispiel von Überempfindlichkeitsreaktionen sowie Beschwerden des Gastro-Intestinal-Trakts berichtet. Dazu zählen etwa Erbrechen, Durchfall und Übelkeit.

Insbesondere auf der Haut in der Nähe der Injektions- oder Infusionsstelle zeigen sich in einigen Fällen allergische Reaktionen in Form von Exanthemen, Pruritus oder Urtikaria. Außerdem klagen manchen Patienten während der Therapie mit Cefazolin über Appetitverlust oder Schmerzen in der Bauchgegend.

Bei Überempfindlichkeitsreaktionen zeigen sich teilweise Fieber, Angioödeme oder im schlimmsten Fall ein anaphylaktischer Schock. Weitere mögliche Nebenwirkungen des Arzneimittels sind zum Beispiel eine hämolytische Anämie, Eosinophilie, Leukopenie, Neutropenie und Thrombozytopenie.

Cefazolin darf in keinem Fall zum Einsatz kommen, wenn bei dem betroffenen Patienten bereits eine Unverträglichkeit bzw. Überempfindlichkeit gegenüber dem Medikament bzw. anderweitigen Antibiotika aus der Gruppe der Beta-Lactame bekannt ist.

Darüber hinaus ist während der Stillzeit von einer Verabreichung des Medikaments abzusehen, da der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht. Auch Frühgeborene sowie Säuglinge im ersten Monat nach der Geburt sind nicht mit Cefazolin zu behandeln.

Zudem ist zu beachten, das bei einer bestehenden Allergie gegen Penicillin in einigen Fällen eine Kreuzallergie vorkommt. Treten im Rahmen der Behandlung mit dem Wirkstoff Cefazolin Nebenwirkungen auf, ist umgehend ein Arzt zu konsultieren.

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