Thrombozytopenie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. Oktober 2017
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Thrombozytopenie, der Mangel an Thrombozyten im Blut, kann von verschiedenen Ursachen herrühren. Thrombozytopenie tritt oftmals nur in schwacher und nicht behandlungsbedürftiger Form auf, da der Körper den Mangel meist selbst regulieren kann. Die verschiedenen Typen von Thrombozytopenie weisen unterschiedliche Symptome und Therapiemöglichkeiten auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Thrombozytopenie?

Die Thrombozytopenie bezeichnet eine zu geringe Menge von Blutplättchen, sogenannten Thrombozyten, im Blut. Während der menschliche Körper normalerweise etwa 150.000 – 450.000 Thrombozyten pro µl Blut aufweist, wird dieser Wert bei einer Thrombozytopenie unterschritten. Es wird unterschieden zwischen angeborener, erworbener und artifiziell bedingter Thrombozytopenie, wobei die angeborene Thrombozytopenie nur selten vorkommt.

Kleine Abweichungen der üblichen Anzahl an Thrombozyten führen meist nicht zu spürbaren Schäden im Körper. Wird die Anzahl der Thrombozyten jedoch weit unterschritten, kann es bei etwa 10.000 Thrombozyten pro µl Blut oder noch weniger zu sichtbaren Schäden und Ausfallerscheinungen kommen.

Ursachen

Die Ursachen von Thrombozytopenie sind verschieden. Eine Ursache kann sein, dass das Knochenmark nicht in der Lage, genug Thrombozyten zu produzieren oder dass das Immunsystem des Körpers die Thrombozyten bekämpft. Eine mögliche Ursache ist auch eine vergrößerte Milz, in der zu viele Thrombozyten herausgefiltert werden.

Da das Spektrum der Ursachen einer Thrombozytopenie sehr groß ist, werden sie generell in 3 Kategorien gegliedert: Bildungsstörungen, beschleunigter Abbau der Thrombozyten und Verteilungsstörungen. Eine Thrombozytopenie ist in vielen Fällen nicht chronisch, sondern tritt nur vorübergehend auf, bis der Körper den Mangel von selbst reguliert hat.

Eine schwere Thrombozytopenie tritt in den meisten Fällen in Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen, einer Chemotherapie oder der Einnahme spezieller Medikamente auf und sollte unbedingt ärztlich beobachtet und gegebenenfalls behandelt werden.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Je nach Grad der Thrombozytopenie weist der Körper verschiedene Symptome auf. Bei kleinen Abweichungen zeigt der Körper in der Regel keine Blutungsneigungen, in einzelnen Fällen kann es aber zu einer verstärkten Blutung in Zusammenhang mit Verletzungen kommen.

Bei fortgeschrittener Thrombozytopenie treten verstärkt blaue Flecken, sogenannte Mikrotraumen, auf sowie punktförmige Hautblutungen an sensiblen Körperpartien. Eine schwere Thrombozytopenie zeichnet sich vor allem durch häufige Spontanblutungen der Haut und der Schleimhäute aus.

Je nach Art der Thrombozytopenie kann es ohne Therapie zu Blutungen in Gehirn und Darm, venösen und arteriellen Thrombosen oder sogar zu Infarkten und Lungenembolie kommen.

Komplikationen

Im Allgemeinen wirkt sich die Thrombozytopenie sehr negativ auf den Alltag und die Lebensqualität des Betroffenen aus. Die genauen Beschwerden und Komplikationen bei dieser Erkrankung hängen allerdings sehr stark von der Ausprägung der Thrombozytopenie ab. Die Betroffenen leiden dabei in erster Linie an blauen Flecken oder auch an Blutergüssen. Diese können an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten und eventuell auch zu ästhetischen Beschwerden beim Patienten führen.

Weiterhin leiden die Betroffenen häufig an Zahnfleischbluten oder an Nasenbluten und sind dadurch in ihrem Alltag eingeschränkt. Auch Entzündungen oder Schmerzen können dabei auftreten. Weiterhin verstärkt die Thrombozytopenie das Risiko eines Infarktes oder einer Embolie, sodass der Betroffene an diesen Beschwerden auch versterben kann. Allerdings tritt dieser Fall nur sehr selten auf.

Die Behandlung der Thrombozytopenie richtet sich immer nach der Ursache. In der Regel treten dabei keine besonderen Komplikationen auf und die Beschwerden können eingeschränkt werden. Auch Transfusionen können dabei notwendig sein. Der weitere Verlauf hängt allerdings stark von der zugrundeliegenden Erkrankung ab. Ob es dabei aufgrund der Thrombozytopenie zu einer verringerten Lebenserwartung des Patienten kommt, kann nicht universell vorausgesagt werden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Thrombozytopenie ist abhängig von der zugrundeliegenden Ursache. Eine lediglich akut auftretende Thrombozytopenie bildet sich nach wenigen Wochen von selbst zurück und wird in der Regel nicht therapiert. Eine akute Thrombozytopenie dagegen kann über mehrere Jahre andauern und wird anhand der Ursache, des Blutungsgrades und der Thrombozytenzahl eingestuft und behandelt.

Im Vordergrund der Behandlung einer Thrombozytopenie steht die Blutungsstillung von Haut und Schleimhäuten unter Einsatz von Medikamenten und der Reduktion blutungsfördernder Faktoren sowie die Steigerung der Anzahl der Thrombozyten, damit keine neuen Blutungen auftreten. Weisen die Symptome auf eine häufige Blutungsneigung hin, empfiehlt sich eine stationäre Aufnahme und Beobachtung. Tritt der Verdacht einer inneren Blutung auf oder treten chronische Blutungen auf kann es zu einer Notfallbehandlung kommen.

Bei schweren chronischen Symptomen erfolgt die Transfusion von Thrombozyten, die dem Blutkreislauf hinzugefügt werden. Als mögliche Therapie kommt zudem die Entfernung der Milz in Frage, wobei die Entnahme von Organen aber immer mehr abgelehnt wird, aufgrund langfristiger Risiken und Infektionsanfälligkeiten. Eine andere Möglichkeit ist die Verabreichung spezieller Antikörper oder synthetischer Peptide, die die Bildung von Thrombozyten anregen.

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Vorbeugung

Derzeit gibt es keine bekannten vorbeugenden Maßnahmen für eine Thrombozytopenie. In schweren Fällen von Thrombozytopenie kann eine Früherkennung und frühzeitige Behandlung der Symptome jedoch helfenden Mangel an Thrombozyten möglichst schnell zu regulieren.

Bei häufiger als normal auftretenden Spontanblutungen wie Nasenbluten und Zahnfleischbluten oder punktförmigen kleinen Hautblutungen am Körper sollte ein Arzt aufgesucht werden. Besonders in Zusammenhang mit einer Schwangerschaft, der Einnahme von Heparin zur Hemmung der Blutgerinnung und während einer Chemotherapie steigt die Möglichkeit einer Thrombozytopenie.

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Quellen

  • Burkhardt, D.: Gesund leben. Laborwerte deuten. Müller Verlag, Köln 2005
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015

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