Leukopenie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. November 2017
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In den großen und mikrofeinen Blutgefäßen des Menschen zirkulieren die roten und weißen Blutkörperchen sowie die Blutplättchen einer jeweils bestimmen Anzahl. Diese wird durch entsprechende Normbereiche angegeben, welche in den labormedizinischen Untersuchungen bestimmt werden können. Erkrankt das leukozytäre System, kann dies zu einer Leukopenie führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Leukopenie?

Die Leukopenie ist das Gegenteil der Leukozytose. Bei einer Leukopenie unterschreitet die Anzahl der im Blutkreislauf vorhandenen weißen Blutkörperchen die Mindestvorgabe.

Die Leukopenie ist deshalb eine Blutkrankheit, welche unbedingt behandelt werden muss. Der Begriff Leukopenie ist eigentlich nur eine sinnvolle Abkürzung für die Leukozytopenie.

Da sich die Leukozyten erst nach dem Durchlaufen unterschiedlicher Entwicklungsphasen in speziellen Reifungsstadien im Blutsystem befinden, werden variierende Arten der Leukopenie klassifiziert. Neben der sogenannten Granulozytopenie oder Neutropenie ist die Lymphozytopenie eine weitere Leukopenie. Die Granulozyten und die Lymphozyten sind spezielle Arten der Leukozyten.

Ursachen

Wie alle Erkrankungen, welche die Organe und Organsysteme des Menschen befallen können, werden auch die Krankheiten des weißen Blutsystems durch verschiedene ursächliche Kriterien hervorgerufen. Eine Leukopenie kann beispielsweise durch äußere Umweltfaktoren wie radioaktive Strahlung oder aufgenommene Giftstoffe sowie durch medikamentöse Wirkstoffe begründet sein.

Als medikamentöse Verursacher einer Leukopenie gelten Zytostatika oder Thiamazol. Als weitere Ursachen für eine Leukopenie müssen andere Erkrankungen von Geweben und Blutkörperchen in Betracht gezogen werden. Zu diesen Erkrankungskreisen gehören die aplastische Anämie (Blutarmut) und die Myelofibrose.

Eine Erkrankung des weißen Blutsystems kann gleichermaßen durch allergene Stoffe ausgelöst werden. Diese ist im Rahmen der Ursachen der Leukopenie als allergische Agranulozytose bekannt. Bakterielle und virale Erreger sowie ein Hypersplenismus (Größenzunahme der Milz) sind bei einer Leukopenie ebenfalls bedeutsam.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Menschen, die unter einer Leukopenie leiden, erkranken sehr oft und schnell. Darüber hinaus treten bei einer Leukopenie Symptome auf, welche verschiedenste Organe betreffen.

In diesem Zusammenhang zeigen sich bei einer Leukopenie abnorme chronische Auffälligkeiten in der Mundhöhle, entzündliche Prozesse im Hals, der Nase und den Ohren, eine Lungenentzündung, eine vermehrte Furunkelbildung auf der Haut sowie eine Umfangsvermehrung der Lymphknoten.

Häufig treten akute gesundheitliche Auffälligkeiten bei einer Leukopenie auf, welche die Betroffenen zum Arzt führen und eine entsprechende Diagnostik einleiten. Dies sind in der Regel Fieberschübe, schlecht abheilende und sich vermehrende Abszesse, Störungen der Wundheilung sowie verstärkte Verläufe schon bei Erkrankungen wie Schnupfen oder Husten.

Neben der Begutachtung des klinischen Bildes, welches sich bei der Untersuchung der Patienten zeigt, kommt bei einer diagnostischen Abklärung einer Leukopenie ein Komplex weiterer Untersuchungen auf die Betroffenen zu. Wenn im Rahmen eines Blutbildes die Anzahl der Leukozyten ermittelt wird, bewegt sich diese stark unter dem unteren Grenzlimit von 4.000 Leukozyten je Mikroliter. Je nachdem, ob es sich bei der Leukopenie um eine Lymhopenie oder eine Granulozytopenie handelt, sind die Blutkörperchen entsprechend verringert.

Neben der Zählung der weißen Blutkörperchen treten bei der Zellbeurteilung in einem gefärbten Ausstrich ebenfalls Verschiebungen der Reifungsstufen sowie Dezimierungen der Leukozyten auf. Die labortechnische Begutachtung der Leukozyten in Bezug auf deren Vorkommen im Blutkreislauf lässt ebenfalls differentialdiagnostisch belegbare Rückschlüsse auf eine Leukopenie zu.

Zusätzlich werden Untersuchungen der Körperorgane, Ultraschalluntersuchungen der Milz und von entnommenem Knochenmark bei Verdacht auf eine Leukopenie vorgenommen.

Komplikationen

Die Leukopenie zeichnet sich in verschiedenen Beschwerden aus und kann damit auch zu unterschiedlichen Komplikationen und Symptomen führen. In den meisten Fällen leiden die Betroffenen dabei an einer erhöhten Anfälligkeit für Infekte und Entzündungen. Damit kommt es auch öfter zu verschiedenen Erkrankungen und einer verzögerten Wundheilung. Die Lebensqualität des Betroffenen wird durch die Leukopenie deutlich eingeschränkt.

Es treten verschiedene Entzündungen auf, die im schlimmsten Falle auch zum Tode führen können. Die Betroffenen leiden dabei an Fieber und nicht selten auch an einer Lungenentzündung. Weiterhin kommt es auch zu Husten und zu Schnupfen. Die Belastbarkeit des Betroffenen wird durch die Leukopenie ebenso verringert und es tritt eine Müdigkeit und eine Abgeschlagenheit des Patienten auf. Eine Selbstheilung tritt bei der Leukopenie nicht ein, sodass diese Krankheit auf jeden Fall von einem Arzt behandelt werden muss.

Die Behandlung dieser Krankheit erfolgt mit Hilfe von Medikamenten und Antibiotika. Besondere Komplikationen treten dabei in der Regel nicht auf. Auch die Lebenserwartung des Patienten wird bei einer rechtzeitigen Behandlung nicht verringert. Weiterhin kann die Leukopenie auch erneut nach der Behandlung eintreten.

Behandlung & Therapie

Bei der Therapie einer Leukopenie werden zunächst allgemeine Vorgehensweisen in Betracht gezogen, welche sich auf die Beseitigung der Ursachen beziehen. Entstand die Leukopenie durch eine übertragbare Infektionskrankheit, werden verstärkt hygienische Maßnahmen eingehalten.

Eine weiteres Fundament, auf welches sich die Therape einer Leukopenie stützt, sind die Arzneistoffe. Bei einer Leukopenie werden hauptsächlich Antibiotika und Antimykotika verschrieben. Als Erweiterung dieser therapeutischen Tätigkeiten können bei einer Leukopenie Infusionen verabreicht werden, welche mit sogenannten Granuloztenkonzentraten basieren.

Die dabei erzielbaren Effekte sind jedoch nur vorübergehend und werden hauptsächlich dann in Kauf genommen, wenn es sich um einer sehr schwere Leukopenie handelt.

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Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen eine Leukopenie ist nur dann möglich, wenn die bekannten Ursachen ausgeschaltet werden. Dies betrifft beispielsweise schädliche Medikamente und radioakative sowie röntgenologische Strahlungen. Die eingeleiteten prophylaktischen Anwendungen beziehen sich in der Regel auf eine bereits bestehende Leukopenie und zielen darauf ab, deren Zustand nicht zu verschlechtern.

Das können Sie selbst tun

In der Regel kann die Leukopenie mit Hilfe von Medikamenten behandelt werden. Aus diesem Grund sind die Möglichkeiten der Selbsthilfe bei dieser Erkrankung relativ stark eingeschränkt.

Die Betroffenen sollten bei der Einnahme von Antibiotika und Antimyotika darauf achten, dass Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln eintreten können. Vor allem auf die Einnahme von Alkohol sollte während der Einnahme dieser Medikamente verzichtet werden, da dadurch die Wirkung deutlich geschwächt wird. Sollte die Leukopenie durch eine Infektionskrankheit entstanden sein, so sollte der Patient Maßnahmen der Hygiene beachten. Dazu gehört in erster Linie regelmäßiges Waschen oder Desinfizieren der Hände. Weitere Entzündungen und Infekte können dadurch vermieden werden. Auch Bettruhe sollte bei der Leukopenie unbedingt eingehalten werden, um die Genesung zu beschleunigen. Falls die Erkrankung durch ein schädliches Medikament oder durch radioaktive Einstrahlung entstanden ist, so ist ein weiteres Sich aussetzen dieser Einflussfaktoren auf jeden Fall zu vermeiden.

In der Regel kommt es nach der Einnahme der Medikamente zu einem positiven Krankheitsverlauf. Im Allgemeinen sollte der Betroffene seinen Körper schonen und diesen keinen unnötigen Belastungen aussetzen. Vor allem beim Auftreten von Fieber sollte strenge Bettruhe bewahrt werden.

Bücher über Blutwerte

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015

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