Knochenmark

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. November 2016
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Das Knochenmark ist nicht nur eine Substanz, welche eine ganz entscheidende, ja sogar lebenswichtige Funktion im Organismus ausübt. Das Knochenmark gilt bei vielen Menschen als Delikatesse, die reich an Energie, insbesondere Fett ist. Darüber hinaus kommt es bei Erkrankungen des Knochenmarks zu erheblichen gesundheitlichen Folgen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Knochenmark?

Hinter der etwas kompliziert klingenden Bezeichnung medulla osseum verbirgt sich das Knochenmark, welches zunächst aufgrund seiner optischen Beschaffenheit als rotes, weißes oder weißes Knochenmark klassifiziert wird.

Beim Betrachten des Knochenmarks unter dem Mikroskop zeigt sich eine dichte, zellreiche Struktur, welche den inneren Hohlraum von Knochen auskleidet.

Würde die gesamte Masse des Knochenmarks zusammengefasst und in Beziehung zum restlichen Körpergewicht gesetzt werden, käme man auf ein Ergebnis von ungefähr 5 bis 6% an Knochenmark. Das Knochenmark kommt hauptsächlich in den Knochen mit einem größeren Querschnitt vor.

Anatomie & Aufbau

Beim Durchsägen eines "Markknochens", beispielsweise dem Oberarm- oder Oberschenkelknochen, würden sowohl feste als auch wiche Bestandteile ins Auge fallen. Zu den komplexen festen Elementen beim Knochenmark gehören die sogenannten Spongiosabälkchen, innerhalb derer sich das Knochenmark eingelagert hat.

Unter diesen Aspekten gilt das Knochenmark als schwammartige Substanz bekannt, die vorrangig aus Bindegewebe besteht. Im Allgemeinen sind im Knochenmark unabhängig von dessen Färbung Tausende an kleinen Blutgefäßen und Epithel- sowie Bindegewebszellen eingebettet. Darüber hinaus sind im Knochenmark Fettzellen und Thrombozyten sowie unreife Stufen an Leukozyten und Erythrozyten integriert.

Im weißen Knochenmark überwiegt ein Anteil an Gewebswasser, welches in einem gelartigen Zustand vorliegt. Lymphgefäße fehlen im Knochenmark. Nicht alle Formen des Knochenmarks treten in jedem Markknochen auf.

Funktionen & Aufgaben

Bei den anatomischen Studien des Menschen werden verschiedene Anteile an Knochenmark sowohl in den röhrenförmigen als auch platten Knochen vorgefunden. Dies betrifft hauptsächlich das Schädeldach und das Brustbein sowie die Rippenknochen.

Zu den vorrangigsten Aufgaben des Knochenmarks gehört die Bildung der Blutkörperchen und der Blutplättchen. Das Knochenmark ist ein Ort im Körper, in dem sich noch nicht ausgereifte Erythrozyten und Leukozyten sowie Thrombozyten lokalisieren, bevor diese ab einer bestimmten Stufe in die Blutflüssigkeit ausgeschwemmt werden.

Diese im Knochnmark stattfindenden Reifungsstufen werden in der Medizin als Erythro-, Thrombo- und Leukozytose bezeichnet und unterliegen einer Steuerung durch spezifische Hormone. Im Knochenmark sind zudem die sogenannten Ursprungs- oder Stammzellen für die festen Bestandteile des Blutes enthalten.

Im Laufe des Lebens verringert sich die Menge an Knochenmark, sodass es erforderlich ist, von anderen Menschen passende Stammzellen in Form von Knochenmark abzugeben. In diesem Zusammenhang sind Begriffe wie Nabelschnurblut und Knochenmarkspende populäre Wissensbereiche. Durch diese Eingriffe können die Chancen für Patienten und Patientinnen erhöht werden, bei denen die Entstehung von den im Blut enthaltenen Zyten durch Erkrankungen oder massive Blutverluste beeinträchtigt ist.

Krankheiten

Blut ist Leben - rote Blutkörperchen sind an der Atmung, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen an der körpereigenen Immunabwehr beteiligt. Fehlen diese B Bestandteile, kann dies zum Tode führen.

Erkrankungen, die am Knochenmark auftreten, sind häufiger, als dies weitläufig vermutet wird. Das Knochenmark ist äußerst sensibel und kann durch erbliche oder Umwelteinflüsse geschädigt werden. Typische Erkrankungen des Knochenmarks, die mit einer mangelhaften oder fehlenden Blutbildung einher gehen, sind Tumore im Knochenmark oder Wassereinlagerungen.

Vielfach bekannt sind aufgrund der Anregungen zur Knochenmarkspende intensive Krankheiten wie eine Leukämie (Überproduktion an Leukozyten), das Myelodysplastisches Syndrom (Myeloblasten sind ausschließlich im Knochenmark vorkommende, unreife Vorstufen der Leukozyten), das Neuroblastom und Folgen von radioaktiver Strahlung. Diese schädigt die genetischen Informationen der Stammzellen im Knochenmark und das Mark in seiner Physiologie.

Darüber hinaus sind Krankheiten, sie beim Knochenmark unbedingt therapiebedürftig sind, die Osteomyelitis (entzündliche Prozesse des Knochens) und eine Leukopenie (zu wenige Leukozyten) sowie die Anämie (zu wenige Erythrozyten). Auch eine Unterversorgung des Organismus mit den gerinnungs- und wundheilungsrelevanten Blutplättchen kann durch eine Erkrankung im Knochenmark ausgelöst werden, wenn das Gleichgewicht der Blutzellenbildung verschöben oder gestört ist. Dies ist ebenso der Fall, wenn es zu einer Aplasie (Volumenrückgang) am Knochenmark kommt.

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