Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. September 2017
Startseite » Krankheiten » Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung)

Die Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung) ist eine Erkrankung des Knochens, die durch Bakterien wie z. B. Staphylococcus aureus hervorgerufen wird. Der Entzündungsherd liegt im Knochenmark und breitet sich im weiteren Verlauf auf die verschiedenen Knochenschichten aus. Man unterscheidet zwischen einer endogenen und exogenen Osteomyelitis, die sowohl in einer akuten als auch in einer chronischen Form auftreten können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Osteomyelitis?

Die Osteomyelitis ist eine Entzündung des Knochenmarks, welche durch Bakterien hervorgerufen wird. Hierfür ist i. d. R. das Bakterium Staphylococcus aureus verantwortlich. Die Osteomyelitis wird eingeteilt in endogen und exogen. Dies bezieht sich auf die Entstehung der Osteomyelitis.

Die endogene Osteomyelitis - auch als hämatogene Osteomyelitis bezeichnet - entsteht, wenn die Bakterien über das Blut (hämatogen) in das Knochenmark gelangen. Die Bakterien hierfür stammen i. d. R. von einem Infektionsherd im Inneren (endo) des Körpers. Die exogene Osteomyelitis tritt als Folge von äußeren (exo) Verletzungen auf. Der Eintritt des Erregers ins Knochenmark erfolgt über die Wunde.

Die akute Osteomyelitis wird in drei Gruppen eingeteilt, abhängig vom Alter des Betroffenen. Man unterscheidet zwischen einer akuten hämatogenen Säuglingsosteomyelitis, einer akuten hämatogenen Osteomyelitis im Kindesalter und einer akuten hämatogenen Osteomyelitis beim Erwachsenen.

Ursachen

Hauptursache für eine Osteomyelitis sind Bakterien, die eine Infektion im Knochenmark verursachen. Neben dem Staphylococcus aureus können Salmonellen, Streptokokken als auch das Escherichia coli für die Knochenmarkentzündung verantwortlich sein.

Bei der endogenen Osteomyelitis gelangt das Bakterium über die Blutversorgung in das Knochenmark. Hierfür müssen andere Infektionsherde im Körper vorliegen wie z. B. Mandelentzündung, Entzündung der Nasennebenhöhlen sowie Entzündungen der Zähne und der Schleimhäute. Da der Infektionsweg über die Blutversorgung erfolgt, kann das Bakterium sich über das gesamte Skelett ausbreiten und zu einer schweren Sepsis führen.

Bei der exogenen Osteomyelitis gelangen die Erreger von außen in das Knochenmark. Dies kann durch eine Verletzung oder auch bei einem operativen Eingriff geschehen. Die Bakterien breiten sich hierbei hauptsächlich im Bereich der Wunde aus, so dass die Knochenmarkentzündung örtlich begrenzt ist. Das Risiko einer exogenen Osteomyelitis ist erhöht, wenn z. B. Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Arteriosklerose vorliegen und/oder das Immunsystem geschwächt ist.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose Osteomyelitis wird mithilfe verschiedener diagnostischer Verfahren gesichert. Da Symptome wie Schwellung, Rötung und Bewegungseinschränkung auch andere Ursachen haben können, werden nach einer gründlichen Anamnese (Krankengeschichte) zunächst folgende Blutwerte untersucht.

Da es sich bei der Osteomyelitis um eine Entzündung handelt, sind die Entzündungsparameter wie Leukozyten (weiße Blutkörperchen), CRP (C-reaktives Protein) und BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit) erhöht. Mithilfe von Blutkulturen kann man den Erreger bestimmen.

Neben der Labordiagnostik werden auch bildgebende Verfahren wie z. B. Röntgen, Ultraschall, Kernspintomographie als auch Skelettszintigraphie eingesetzt. Jedoch kommen diese Untersuchungsmethoden erst später zum Einsatz, da sich sichtbare Veränderungen am Knochen frühestens nach ca. zwei bis drei Wochen zeigen.

Der Verlauf einer Osteomyelitis ist abhängig von der Art der Knochenmarkentzündung. Die akute endogene Osteomyelitis heilt ohne Folgen aus, wenn diese rechtzeitig diagnostiziert und adäquat behandelt wird.

Beim Erwachsenen kann diese Form der Knochenmarkentzündung oftmals chronisch verlaufen. Da sich die Knochen im Laufe der Jahre verändern, kann es vorkommen, dass diese nicht mehr so gut auf die Behandlung ansprechen. Es kommt infolge dessen immer wieder zu akuten Schüben. Bei 10 von 100 Betroffenen nimmt die endogene Osteomyelitis einen chronischen Verlauf.

Beim Säugling oder im Kindesalter nimmt die endogene Osteomyelitis häufig einen schweren Verlauf und es kommt zu bleibenden Schäden. Wachstumsstörungen sind die Folge und der betroffene Körperteil verformt oder verkürzt sich. Eine weitere Folge kann eine Blutvergiftung (Sepsis) sein.

Bei der exogenen Osteomyelitis wirken sich eine frühzeitige Diagnose sowie eine adäquate Behandlung positiv auf den Verlauf aus und kann demzufolge folgenlos ausheilen. Jedoch entsteht i. d. R. aus der akuten Osteomyelitis eine chronische Form, was zur Folge hat, dass sich der Knochen verändert. Stabilität und Bewegungsfähigkeit nehmen ab und die Entzündung kann sich auf benachbarte Gelenke ausbreiten. Bei ca. 6 von 100 Betroffenen kommt es im weiteren Verlauf der Osteomyelitis zu einer Amputation des betroffenen Körperteils.

Komplikationen

In der Regel treten bei der Osteomyelitis dann Komplikationen auf, wenn die Krankheit nicht rechtzeitig behandelt wird. Die Betroffenen leiden dabei an hohem Fieber und nicht selten auch an einer Abgeschlagenheit und an einer dauerhaften Müdigkeit. Die Entzündung kann sich dabei auch in die anderen Knochenschichten ausbreiten. Es treten auch Schwellungen und Rötungen auf der Haut auf.

Möglicherweise leiden der Patient aufgrund der Osteomyelitis auch an verschiedenen Bewegungseinschränkungen und somit an Einschränkungen im Alltag. Im Allgemeinen wird die Lebensqualität des Betroffenen krankheitsbedingt erheblich verringert. Auch die Gelenke und Knochen schmerzen und können dabei zu einer Gereiztheit des Betroffenen führen. Sollte die Osteomyelitis schon bei Kindern auftreten, so kann diese Krankheit zu starken Störungen der Entwicklung und auch des Wachstums führen.

Ebenso kann es dabei im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung kommen, die für den Patienten tödlich enden kann. Die Behandlung der Osteomyelitis erfolgt in der Regel relativ unkompliziert und mit Hilfe von Antibiotika. Dabei kommt es auch nicht zu Komplikationen. Auch die Lebenserwartung des Patienten wird bei einer erfolgreichen Behandlung nicht weiterhin beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Die Osteomyelitis wird mit Antibiotika behandelt. Bei der akuten Osteomyelitis wird zudem der betroffene Körperteil mithilfe einer Schiene oder eines Gipsverbandes ruhig gestellt. Ist außerdem viel Gewebe abgestorben, muss dieses operativ entfernt werden.

Bei der exogenen Osteomyelitis kommt es aufgrund der schlechten Durchblutung des Knochens nur zu einer eingeschränkten Heilung durch Antibiotika. Aufgrund dessen muss eine chirurgische Versorgung stattfinden. Hierbei wird das befallene und zerstörte Gewebe abgetragen. Vor allem bei großflächigen Abtragungen erfolgt zudem eine sog. Spongiosaplastik, ein Auffüllen des Knochens mit Knochensubstanz aus einem gesunden Knochen.

Bei der chronischen Osteomyelitis wird die Entzündung ebenfalls mit Antibiotika therapiert. Eine operative Behandlung ist hier auf jeden Fall notwendig. Da aufgrund der immer wieder auftretenden Infektionen das Gewebe nachhaltig zerstört wird und sich die Entzündung meist unkontrolliert ausbreitet, ist eine Amputation der betroffenen Extremität medizinisch rechtzeitig anzuraten.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Vorbeugende Maßnahmen können für eine Osteomyelitis bedingt durchgeführt werden. Da die Osteomyelitis durch Bakterien hervorgerufen wird, kann bei Verletzungen und operativen Eingriffen prophylaktisch Antibiotika verabreicht werden.

Weitere vorbeugende Maßnahmen sind seitens des Krankenhauses/der Arztpraxis zu treffen. Durch Einhaltung der Hygienebestimmungen lässt sich die Ausbreitung der verursachenden Bakterien verhindern, so dass das Auftreten einer Osteomyelitis auf ein Minimum vermindert werden kann.

Bücher über Schmerzen

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: