Gelber Stuhlgang

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. Dezember 2017
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In den meisten Fällen ist gelber Stuhlgang harmlos, er tritt aber auch als Begleitsymptom von verschiedenen Erkrankungen auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist gelber Stuhlgang?

Der Stuhl besteht zum größten Teil aus Wasser, darüber hinaus enthält er auch Schleim, Gärungsprodukte von Bakterien, abgestoßene Zellen aus der Darmschleimhaut bzw. Nahrungsbestandteile, die nicht verdaut werden.

Die Beschaffenheit des Stuhls hängt dabei sehr stark von den aufgenommenen Nahrungsmitteln ab. Im Normalfall ist er breiig-fest und hat eine braune Farbe. Unterschiedliche Erkrankungen können jedoch dazu führen, dass der Stuhlgang eine andere Beschaffenheit bzw. Farbe annimmt. Neben schwarzem, rot-braunem oder entfärbtem Stuhl unterscheidet man dabei auch zwischen gelbem und hellem Stuhlgang, wobei ein heller Stuhlgang sehr oft auf Erkrankungen der Galle, Leber bzw. Bauchspeicheldrüse hinweist.

Eine Gelbfärbung des Stuhls ist meist harmlos, allerdings gibt es Übergangsformen, bei denen ein Arzt hinzugezogen werden sollte, um abzuklären, ob keine ernsthafte Erkrankung zugrunde liegt. Vor allem wenn Symptome wie Durchfall auftreten, könnte hinter der Gelbfärbung eine Störung stecken.

Ursachen

Tritt gelber Stuhlgang ohne Begleitsymptome auf, so ist die Ursache zumeist harmlos. In diesem Fall könnte die Gelbfärbung von der Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel wie Eiern, Milchprodukten bzw. stärkehaltigen Lebensmitteln ausgelöst worden sein.

Vor allem bei Babys tritt auf Grund der Ernährung mit Muttermilch gelber Stuhlgang sehr oft auf. Darüber hinaus kommt es auch bei Durchfällen oftmals zu einer Gelbfärbung des Stuhlganges. Die gelbliche Farbe entsteht dabei durch das so genannte Sterkobilin, ein Abbauprodukt von Hämoglobin, das auch den Urin gelb färbt. Ein gelblich-fettiger Stuhlgang kann beispielsweise durch eine Absorptionsstörung, wie zum Beispiel Zöliakie, hervorgerufen werden.

Eine Gelbfärbung des Stuhls ist meist harmlos, allerdings gibt es Übergangsformen, bei denen ein Arzt hinzugezogen werden sollte, um abzuklären, ob keine ernsthafte Erkrankung zugrunde liegt.

Gelblicher Durchfall entsteht auch durch so genannte Giardien, Parasiten, die man in kontaminiertem Wasser oder Abfallprodukten findet. In diesem Fall geht der Durchfall mit grippeähnlichen Symptomen und Fieber einher. Gelber Durchfall kann außerdem durch Cholestase hervorgerufen werden, eine Erkrankung, bei der die Ausschüttung der Gallenflüssigkeit verringert wird.

Eine Verminderung der Gallenflüssigkeit tritt darüber hinaus auch bei Gallensteinen oder einer Gallenblasenentzündung auf. Ein lehmgelber Stuhlgang, der in Verbindung mit einer Gelbfärbung der Bindehäute bzw. der Haut auftritt, kann auch auf eine Gelbsucht oder eine Hepatitis hinweisen. Des Weiteren ist es möglich, dass eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse zu einer Gelbfärbung des Stuhls führt, wobei hier vor allem Abdominalgeschwulste die Ursache sein können.

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Diagnose & Verlauf

Wenn gelber Stuhlgang von Symptomen wie Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Übelkeit oder extremer Müdigkeit begleitet wird, so sollte ein Arzt aufgesucht werden, der die möglichen Ursachen differenzialdiagnostisch abklärt.

Vor allem bei sehr starker Müdigkeit könnte hinter der Gelbfärbung auch eine Lebererkrankung stecken. Sind die Gallengänge verschlossen, können die Farbstoffe nicht mehr vollständig in den Darm geleitet werden, was zu einem gelben Stuhl führt. Tritt gelber Stuhl auf, so wird der Arzt zunächst die Krankengeschichte aufnehmen. Dazu gehören beispielsweise bestehende Allergien, Magen-Darm-Erkrankungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Störungen der Bauchspeicheldrüse, Leber oder Galle.

Eine mögliche Verdachtsdiagnose wird dann durch spezielle Laboruntersuchungen, wie Blutbild und Stuhlproben, abgeklärt. Mit Hilfe einer Stuhlprobe kann der Stuhlgang auf mögliche Krankheitserreger untersucht werden, wobei der Erregernachweis unter einem Mikroskop oder in der Kultur erfolgt. Meistens wird der Stuhlgang an drei verschiedenen Tagen entnommen, da der Arzt dadurch die Sicherheit des Nachweises von möglichen Krankheitserregern erhöhen kann. Auch wenn gelber Stuhlgang in den meisten Fällen harmlos ist, so sollten ernsthafte Erkrankungen dennoch ausgeschlossen werden.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: R19.5 Sonstige Stuhlveränderungen) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

Beim Bezeichnen der Komplikation soll die schuldige Befindlichkeitsstörung bedacht werden. Eine Komplikation in der Medizin ist ein späteres Symptom einer Gesundheitsstörung oder eine Nebenwirkung eines Medikamentes, welches gegen die betreffende Störung angewandt wird. Komplikationen können daher durch eine Fehldiagnose und im Zuge der Behandlung auftreten. Gelber Stuhlgang ist eine Komplikation von Lebererkrankungen oder Durchfallerkrankungen, welche zu den Krankheiten des Verdauungstraktes gehören.

Gelber Stuhlgang kommt bakterielle Infektionen oder Gallenstau zustande, die bisweilen durch fettreiche oder verunreinigte Nahrung gefördert werden. Komplikationen kotreten meistens bei vorbelasteten Erkrankten auf. Gelber Stuhlgang kann ein Vorbote gefährlicher Leber- oder Gallenerkrankungen sein, besonders wenn andere Symptome hinzukommen. Um gefahrbringende Komplikationen zu verhindern, sollte beim Auftreten unklarer Krankheitszeichen eine Untersuchung angesetzt werden. Zuweilen sollte der Patient für die Vermeidung auftretender Komplikationen wie gelben Stuhlgang in einem Krankenhaus untersucht werden.

Hier kann das Konzept für die anschließende ambulante Vorgehensweise gegen gelben Stuhlgang oder die ursächliche Erkrankung bestimmt werden. Gelber Stuhlgang ist selbst keine Krankheit, sondern eine Komplikation bei Beschwerden, die durch Lebererkrankungen kommen. Eine gesundheitsfördernde Nahrungszufuhr, der Verzicht auf fettreiche Nahrung und regelmäßige Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen können gelben Stuhlgang verhmeiden. Mitunter ist eine Diät zu empfehlen. Einige Medikamente sind gefährlich für die Verdauungsorgane, weshalb sie bei gelbem Stuhlgang weggelassen werden sollten.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine gelbe Stuhlfarbe ist an sich nichts Ungewöhnliches und in aller Regel harmlos. Gelber Stuhlgang ist kein Leitsymptom bestimmter Erkrankungen und weist lediglich in einigen Fällen auf eine ernsthafte Erkrankung hin. Treten keine weiteren Symptome auf, kann zunächst abgewartet werden. Geht die gelbe Verfärbung dagegen mit weiteren Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Bauchkrämpfe, Fieber oder starker Müdigkeit einher, sollte der Hausarzt konsultiert werden, um die Ursache abzuklären.

Insbesondere bei extremer Müdigkeit kann die Gelbfärbung des Stuhlgangs auf einer Lebererkrankung beruhen, die in jedem Fall abgeklärt werden sollte. Sind beispielsweise die Gallengänge blockiert, können Farbstoffe nur noch eingeschränkt in den Darm gelangen. Dies kann zu einem vollständig entfärbten oder auch gelblichen Stuhl führen.

Zudem sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Farbänderung des Stuhls über mehrere Wochen oder Monate anhält. Verschwindet die Verfärbung auch nicht durch veränderte Essgewohnheiten, sollten Untersuchungen vorgenommen werden, um ernsthafte Erkrankungen ausschließen zu können. Auch bei Kindern kann ein gelber Stuhl bei Fehlen sonstiger Symptome zunächst beobachtet werden. Bei Babys ist eine goldgelbe Stuhlfarbe normal und auf die Muttermilch zurückzuführen (sogenannter Milchstuhlgang).

Behandlung & Therapie

Wird ein gelber Stuhlgang durch eine Erkrankung ausgelöst, so ist eine Therapie erforderlich. Meistens verändert sich die Stuhlfarbe durch eine Umstellung der Essgewohnheiten.

In anderen Fällen wird die zugrunde liegende Störung therapiert, wobei dies vor allem Durchfälle sind, die durch verschiedene Ursachen auftreten. Hier hilft beispielsweise Aktivkohle, um die Durchfälle wieder zu stoppen. Unter Umständen ist auch ein Elektrolyt- oder Flüssigkeitsersatz notwendig. Dafür gibt es spezielle Lösungen mit Glukose und Kochsalz. Antibiotika werden nur bei bakteriellen Infektionen eingesetzt. Wenn Nahrungsmittelunverträglichkeiten die Ursache für die Gelbfärbung sind, so müssen diese gemieden werden.

Schwieriger ist es bei Bauchspeicheldrüsen-, Gallen- oder Lebererkrankungen. Bei Gallensteinen ist dann möglicherweise eine Operation erforderlich, bei Hepatitis richtet sich die Behandlung nach der Hepatitisform, denn Hepatitis A, D und E heilen normalerweise von alleine aus. Eine chronische Hepatitis B und C wird mit Hilfe von Virostatika behandelt, die den Verlauf der Infektion stoppen. Allerdings ist hier der Stuhl meistens lehmfarben oder sogar farblos, gelber Stuhlgang tritt nur äußerst selten auf.

Aussicht & Prognose

In den meisten Fällen handelt es sich beim gelben Stuhlgang um ein harmloses Symptom, welches oft als Nebenerscheinung bei einer Erkrankung auftritt. In vielen Fällen kann der gelbe Stuhlgang auch durch ein Medikament ausgelöst werden, wobei dieses nach Absprache mit einem Arzt gewechselt oder abgesetzt werden muss.

Sollte das Symptom mit einer Erkrankung der Leber oder der Galle zusammenhängen, so ist ebenfalls eine Behandlung durch einen Arzt ratsam. Bei sehr starken Schmerzen ist eine ambulante Versorgung des Patienten notwendig. Im Allgemeinen kann sich eine gesunde Lebensweise mit einer gesunden Ernährung positiv auf die Verdauung und damit auf den gelben Stuhlgang auswirken. Die gelbe Farbe an sich stellt dabei keine Komplikation dar.

Falls der gelbe Stuhlgang im Falle einer Entzündung oder eines Infektes auftritt, werden in der Regel Medikamente und Antibiotika eingesetzt, um das Symptom zu behandeln. Hier kommt es schon nach einigen Tagen zu einer Besserung. In den meisten Fällen reicht allerdings bereits die Umstellung der Ernährung oder das Auslassen bestimmter Inhaltsstoffe und Medikamente, die zum gelben Stuhlgang führen. Es ist jedoch ratsam, hierbei immer Rücksprache mit einem Arzt zu halten.

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Vorbeugung

Da gelber Stuhlgang meistens nicht krankheitswertig ist, sind Empfehlungen für eine Prävention kaum möglich. Einen wichtigen Einfluss auf die Stuhlfarbe haben bestimmte Nahrungsmittel, sodass es sehr empfehlenswert ist, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten.

Das können Sie selbst tun

Gelber Stuhlgang ist meistens harmlos und bedarf keiner ärztlichen Behandlung. Verschiedene Hausmittel und Maßnahmen regulieren die Stuhlfarbe und -konsistenz. Meist genügt es, stark eiweißhaltige Produkte und Milchprodukte vom Speiseplan zu streichen, da diese den Stuhl gelb färben. Stellt sich die natürliche Stuhlfarbe dadurch nicht wieder her, liegt womöglich eine Verstimmung des Magen-Darm-Traktes zugrunde.

Bewährte Hausmittel bei Verstopfung, Durchfall und Co. sind etwa Bettruhe, viel trinken und der Verzicht auf reizende Lebensmittel. Außerdem kann ein Beschwerdetagebuch erstellt werden, in dem Art und Schwere der Symptome festgehalten werden. Begleitend zur ärztlichen Behandlung empfehlen sich ballaststoffreiche Naturheilmittel wie Olivenöl, Konjak-Pulver oder Trockenfeigen. Ein Darm-Einlauf hilft bei Verstopfung und schwemmt mögliche Giftstoffe aus dem Magen-Dark-Trakt aus.

Gelblicher Stuhl, der mit starkem Durchfall und den typischen Grippe-Symptomen verbunden ist, deutet auf einen Parasitenbefall (Giardien) hin. Wirksame Hausmittel sind etwa Knoblauch, Wermut, Oregano oder einjähriger Beifuss. Nelken, Thymian und Gänsefuß können ebenfalls als Tee getrunken werden und versprechen eine schnelle Linderung der Beschwerden. Gelber Stuhlgang, der mit Übelkeit, Bauchschmerzen oder Chronischer Erschöpfung einhergeht, sollte von einem Arzt abgeklärt werden.

Bücher über Durchfall

Quellen

  • Brühl, W., Wienert, V., Herold, A.: Aktuelle Proktologie. Uni-Med, Bremen 2011
  • Grüne, S., Schölmerich, J.: Anamnese, Untersuchung, Diagnose. Springer, Heidelberg 2007
  • Herold, G.: Herold Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016.

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