Bauchspeicheldrüse

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2016
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Die Bauchspeicheldrüse (medizinisch Pankreas) ist eine Drüse, die zu den Verdauungsorganen des Menschen und auch aller Wirbeltiere gehört. Im Oberbauch des Menschen liegend, gehört sie zu den lebenswichtigen Organen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Bauchspeicheldrüse?

Die Bauchspeicheldrüse ist eine exokrine Drüse, die Verdauungsenzyme an den Zwölffingerdarm abgibt.

Erst dadurch können Nahrungsbestandteile aus aufgenommener Nahrung aufgespalten und die Nährstoffe ans Blut abgegeben werden. Gleichzeitig ist die Bauchspeicheldrüse auch eine endokrine Drüse, die Hormone, z.B. Insulin bildet.

Ohne die Bauchspeicheldrüse wären die komplizierten Verdauungsvorgänge nicht möglich. Große Bedeutung hat die Pankreas bei der Bildung von Insulin und damit bei der Regulation des Blutzuckers.

Anatomie & Aufbau

Die Bauchspeicheldrüse liegt zwischen Magen, Leber und Milz quer im Oberbauch. Vor all diesen Bauchorganen liegt das Bauchfell. Die Pankreas hat die Form eines Keils, ist etwa 20 cm lang, etwa drei bis vier Zentimeter breit und ein bis zwei Zentimeter lang. Sie wiegt zwischen 70 und 100 Gramm.

Die Bauchspeicheldrüse ist in drei verschiedene Bereiche gegliedert. Auf der rechten Seite befindet sich der Pankreaskopf, daran schließt sich der Pankreaskörper an. Die Drüse endet mit dem Pankreasschwanz auf der linken Seite. Der Pankreasschwanz mündet genau an der inneren Wölbung der Milz.

Der Pankreaskopf ist quasi in den Zwölffingerdarm eingebettet. Die Oberfläche der Bauchspeicheldrüse besteht aus tausenden Läppchen. Sie haben einen Durchmesser von je etwa drei Millimetern.

Mit einem Ausführgang mündet die Bauchspeicheldrüse in den Zwölffingerarm. Durch diesen Ausführgang gelangen die Enzyme der Pankreas in den Darm. Eine Bindegewebskapsel umgibt die ganze Bauchspeicheldrüse.

Funktionen & Aufgaben

Infogramm zur Anatomie und Lage der Bauchspeicheldrüse mit Pankreaskarzinom. Bild anklicken, um zu vergrößern.
Schematische Darstellung zur Anatomie der Bauchspeicheldrüse. Klicken, um zu vergrößern.

Im Körper und Schwanz der Bauchspeicheldrüse befinden sich die Langerhans-Inseln. Sie produzieren die lebensnotwendigen Hormone Insulin, Glucagon und Somatostatin. Insulin und Glucagon regulieren den Blutzuckerspiegel im Körper.

Der exokrine Teil der Bauchspeicheldrüse enthält Drüsenzellen, die Verdauungsenzyme, den Bauchspeichel produzieren. Das Sekret gelangt von den Drüsenläppchen durch Drüsengänge zum großen Ausführgang (Ductus panreaticus). Gemeinsam mit dem Gallenblasengang mündet der Ductus pancreaticus in den Zwölffingerdarm und Enzyme der Bauchspeicheldrüse kommen so in den Darm.

Diese Bauchspeicheldrüsenenzyme ermöglichen erst, dass Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße aus der Nahrung in das Blut aufgenommen werden können. Ohne die Aufspaltung durch die Pankreasenzyme sind diese Bestandteile viel zu groß, um ins Blut gelangen zu können.

98 Prozent des Bauchspeicheldrüsengewebes sind für die exokrine Funktion, also für die Herstellung der Verdauungsenzyme zuständig.

Nur zwei Prozent des Pankreasgewebes kümmert sich um die endokrine Funktion, also die Produktion von Hormonen. Dieser kleine Teil ist aber lebensnotwendig.

Das bekannteste Bauchspeicheldrüsen-Hormon ist das Insulin. Es sorgt dafür, dass Kohlenhydrate als Brennstoff in die Körperzellen gelangen können, indem es praktisch als „Türöffner“ der Zellen dient. Es ist das einzige Hormon des Körpers, das den Blutzuckerspiegel senken kann.

Glucagon ist der Gegenspieler des Insulins. Es erhöht den Blutzuckerspiegel, wenn eine Unterzuckerung droht (z. B. beim Sport). Nur ein gesundes Zusammenspiel von Insulin und Glucagon ermöglicht einen stabilen Blutzuckerspiegel.

Krankheiten

Viele Menschen denken bei Krankheiten der Bauchspeicheldrüse an eine Diabetes-Erkrankung.

Diabetes mellitus ist eine Erkrankung der endokrinen Drüsen des Pankreas. Es gibt mehrere Formen der Diabetes-Erkrankung, die beiden bekanntesten Formen sind der Diabetes mellitus Typ 1 und der Diabetes mellitus Typ 2.

Beim Diabetes mellitus Typ 1 ist der Patient insulinpflichtig. Die Bauchspeicheldrüse produziert kein Insulin mehr. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem richtet sich also gegen den eigenen Körper, weil es die Zellen nicht mehr als körpereigen erkennt. Das Insulin muss mittels Insulinspritzen von außen zugefügt werden.

Diabetes mellitus Typ 1 ist bis heute unheilbar, auch die Ursache ist noch nicht gänzlich bekannt. Mit einer geeigneten Insulin- und Ernährungstherapie führen die Patienten heute aber ein nahezu ungehindertes Leben.

Bei Diabetes mellitus Typ 2 produziert die Bauchspeicheldrüse zwar noch Insulin, der Körper ist aber teilweise oder ganz resistent gegen Insulin. Das Insulin kann also nicht oder nicht richtig wirken. Diese Form der Diabetes kann oft mit Tabletten behandelt werden.

Eine weitere Erkrankung der Bauchspeicheldrüse ist der Bauchspeicheldrüsenkrebs, der oft tödlich verläuft, da er meist erst spät erkannt wird.

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