Ohrenschmerzen beim Kind

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2017
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Ohrenschmerzen sind dazu in der Lage, das gesamte Wohlbefinden einzuschränken. Dabei leiden insbesondere Kinder häufig an den Beschwerden. Weil es ihnen nicht immer gelingt, die Schmerzen zu benennen, kann die Diagnose oft erst spät erstellt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Ohrenschmerzen beim Kind?

Bei Ohren handelt es sich um sehr empfindliche Organe. Weil viele Nerven in der Region münden, führen bereits kleinere Störungen wie Veränderungen des Drucks zu Schmerzen. Diese können in unterschiedlichen Bereichen auftreten: im Außen-, Mittel- oder Innenohr. Beschwerden des Innenohrs sind jedoch relativ selten. Ohrschmerzen bei Kindern sind dagegen recht häufig zu beklagen. In den meisten Fällen lösen Entzündungen die Beschwerden aus. Diese werden durch Bakterien oder Viren verursacht.

Insbesondere bei allgemeinen Erkältungserkrankungen, die auch den Rachen betreffen, gelangt die Entzündung über die Verbindung zwischen Mund und Ohr häufig ins Mittelohr. Generell stellen Ohrenschmerzen somit kein individuelles krankhaftes Erscheinungsbild dar. Stattdessen weisen sie auf eine zugrundeliegende Erkrankung hin. Bei starken Infekten sollten Kinder immer zum Arzt gebracht werden, weil unter Umständen die Behandlung mit Antibiotika notwendig ist.

Ursachen

Die Ursachen für Ohrenschmerzen bei Kindern können vielfältig sein. In den meisten Fällen stecken jedoch Entzündungen oder bestehender Druck hinter den Beschwerden. Eine Mittelohrentzündung kann akut oder chronisch verlaufen. Ausgangslage sind eingedrungene Bakterien oder Viren. Typisch für eine Mittelohrenentzündung sind starke Schmerzen. Bei Kindern kommt zudem Mumps als Ursache in Frage.

Weiterhin können Entzündungen den äußeren Gehörgang oder den Warzenfortsatz betreffen. Bei Entzündungen des äußeren Gehörgangs treten Furunkeln im Bereich des Ohrs auf oder Wundrose und Gürtelrose stecken hinter den Schmerzen. Die Ursache wird dabei nicht immer lokal gefunden. Zahnentzündungen, Gaumenmandelentzündungen oder Ohrspeicheldrüsenentzündungen können ebenfalls dazu in der Lage sein, die Beschwerden auszulösen.

Ohrspeicheldrüsenentzündungen kommen zum Beispiel durch Masern zustande. Neben Entzündungen kann das Vorliegen eines Verschlusses nicht ausgeschlossen werden. Durch einen Ohrenschmal-Pfropf oder Fremdkörper wird das Hörvermögen eingeschränkt und Schmerzen treten eventuell auf. Spitze Gegenstände oder das unfachgemäße Säubern des Ohrs können eine Perforation des Trommelfells auslösen.

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Diagnose & Verlauf

Ohrschmerzen bei Kindern sind recht häufig zu beklagen. In den meisten Fällen lösen Entzündungen die Beschwerden aus.

Weil die Ursachen der Schmerzen so vielfältig sind, ist die richtige Diagnose von Bedeutung. Nur so kann die geeignete Therapie erfolgen, um die Gesundheit wieder herzustellen. Zunächst findet normalerweise ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt statt. Die Eltern sollten Auskunft darüber geben können, wie lange das Kind schon an Schmerzen leidet und ob weitere Begleiterscheinungen wie Husten und Fieber aufgetreten sind.

Anschließend erfolgt die körperliche Untersuchung, zunächst mit Hilfe einer Otoskopie. Bei dieser betrachtet der Arzt das äußere Erscheinungsbild des inneren Ohrs. Er führt ein spezielles Gerät in den Gehörgang ein und kann auf diese Weise Veränderungen des Gewebes oder des Trommelfells wahrnehmen. Rötungen und Flüssigkeiten weisen so bereits auf eine vorliegende Entzündung hin. Weiterhin wird häufig der Rachen untersucht. Veränderungen des Drucks resultieren unter Umständen ebenfalls in Ohrenschmerzen bei Kindern.

Eine Tubenfunktionsprüfung gibt Aufschluss über die Durchlüftung des Mittelohrs. Bei möglichen Infektionen hilft eine Blutuntersuchung, der Hörtest überprüft, inwieweit das Hörvermögen eingeschränkt ist. Der Verlauf der Schmerzen hängt von der zugrundeliegenden Erkrankung ab. Generell ist jedoch nicht mit bleibenden Schäden zu rechnen. Beschwerden mit dem Druckausgleich treten zwar häufig auf bei Kindern, verschwinden jedoch mit zunehmendem Alter. Des Weiteren nimmt die Empfänglichkeit für Infektionen ab.

Komplikationen

Wenn Kinder über Ohrenschmerzen klagen, handelt es sich nicht selten um eine Mittelohrentzündung. Diese verläuft bei rascher und zielgerichteter Behandlung harmlos. Trotzdem kann es manchmal zu Komplikationen kommen. Breitet sich beispielsweise die akute Entzündung im Mittelohr auf die Hohlräume des Mastoids, dem knöchernen Warzenfortsatz hinter dem Ohr, aus, liegt eine ernsthafte Komplikation vor.

Um den Knochen herum kommt es zu einer Gewebeschwellung, wodurch die Ohrmuschel absteht und die Haut sich zunehmend rötet. Die Schmerzintensität nimmt zu. Wird die Entzündung nicht umgehend behandelt, kann es zu einer Meningitis (Hirnhautentzündung) kommen. Auch Hirnabszesse und eine Faszialisparese (Lähmung der Gesichtsnerven) sind möglich.

Eine seltenere Komplikation ist die Schädigung des Innenohrs durch Bakteriengifte (toxische Labyrinthitis). Diese kann zu Tinnitus, Schwerhörigkeit sowie Schwindel und Gleichgewichtsstörungen führen. Kommt es häufiger zu einer Mittelohrentzündung, sind Vernarbungen am Trommelfell und Verwachsungen an den Gehörknöchelchen nicht auszuschließen. Daraus eventuell resultierende Hörverluste gelten als irreparabel.

Beruhen die Ohrenschmerzen beim Kind auf einen Tubenkatarrh (Verschluss der Ohrtrompete), wird durch die Schwellung nicht nur der Druckausgleich, sondern auch der Sekretabfluss beeinträchtigt. Es kann zu einem Flüssigkeitsstau hinter dem Trommelfell kommen, der als Erguss bei der Ohrspiegelung zu erkennen ist. Medizinisch wird jetzt von einem Paukenerguss gesprochen. Bilden sich die Symptome nicht zurück, wird operativ ein Paukenröhrchen eingesetzt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ohrenschmerzen beim Kind treten sehr häufig auf und sollten immer mit entsprechenden Medikamenten bzw. von einem Arzt behandelt werden. Wer gänzlich auf eine solche Behandlung verzichtet, der geht ein großes Risiko ein, denn eine Entzündung im Ohr birgt viele Risiken. Eine Mittelohrentzündung breitet sich unter Umständen im ganzen Körper aus, sodass es zu einem allgemeinen Unwohlsein kommen kann. Hinzu kommen Krankheitsbilder wie Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Übelkeit oder auch Erbrechen.

In besonders schlimmen Fällen kommt es zu einem eitrigen Ausfluss aus dem Ohr. Spätestens dann sollte definitiv der Gang zum Arzt erfolgen. Bei einer Nichtbehandlung kommt es zu einer deutlichen Verschlimmerung dieser einzelnen Krankheitsbilder. Wer allerdings frühzeitig einen Hausarzt bzw. Kinderarzt aufsucht, der kann den einzelnen Krankheitsbildern sehr gut entgegenwirken.

Mit entsprechenden Medikamenten wird die Entzündung im Inneren des Ohres gelindert. Somit dürfte diese nach rund ein bis zwei Tagen deutlich abklingen. Generell gilt: Spätestens wenn die Bildung von Eiter zu erkennen ist, dann sollte ein Besuch beim Arzt nicht auf die lange Bank geschoben werden. Wer die oben genannten Komplikationen von Anfang an vermeiden möchte, der sollte bereits bei ersten Anzeichen einen Arzt aufsuchen. Mit den richtigen Medikamenten ist nämlich eine schnelle Genesung gewährleistet.

Therapie & Behandlung

Wurde die Ursache diagnostiziert, kann die richtige Therapie dabei helfen, Infektionen und Verschlüsse erfolgreich zu beseitigen. Dementsprechend richtet sich die Therapie nach dem Auslöser der Ohrenschmerzen des Kindes. Weiterhin muss die genaue Lokalisation identifiziert werden. Bei Entzündungen der äußeren Bereiche des Ohrs verschreibt der Arzt in der Regel Salben zum auftragen. Diese weisen entweder antibiotische Eigenschaften auf, wenn es sich bei den Auslösern um Bakterien handelt, oder antimykotische, sobald Pilze vorliegen.

Eine Gabe von antibiotischen Tabletten ist bei einer solchen Entzündung nur sehr selten notwendig. Liegt die Entzündung im Gehörgang, helfen Ohrentropfen dabei, die Schmerzen zu lindern und die bestehende Entzündung zu hemmen. Leidet das Kind unter einer Mittelohrenentzündung, wird häufig zu Nasentropfen gegriffen. Diese sollen die bestehenden Schwellungen reduzieren und auf diese Weise die Belüftung des Innenohrs wieder ermöglichen. Bei einer stark verlaufenden Mittelohrenentzündung wird Antibiotika über Tabletten verabreicht.

Treten Mittelohrentzündungen bei dem Kind regelmäßig auf, kann ein Röhrchen Abhilfe verschaffen. Dieses wird so im Trommelfell platziert, dass es die Durchlüftung des inneren Ohrs gewährt. Gleichzeitig können Flüssigkeiten über das Rohr ablaufen.

Ein verletztes oder perforiertes Trommelfell heilt in der Regel selbstständig ab innerhalb von zwei Wochen. Eine Schienung kann die Heilung zudem unterstützen. Hat sich die Verletzung nach zwei Monaten nicht regeneriert, kann das Trommelfell durch ein künstliches ersetzt werden. Im Rahmen der Naturmedizin werden häufig Zwiebelwickel auf das betroffene Ohr gelegt.

Aussicht & Prognosen

Ohrenschmerzen treten bei Kindern relativ häufig auf und sollten immer durch einen Arzt behandelt werden. Vor allem im jungen Alter ist es sehr wichtig, die Ohren zu schützen und damit eine negative Entwicklung und einen Hörverlust zu vermeiden. In den meisten Fällen handelt es sich bei den Ohrenschmerzen um relativ harmlose Symptome, die auch von alleine wieder verschwinden. Ein Besuch beim Arzt ist trotzdem ratsam. Die Ohrenschmerzen treten vor allem als Begleiterscheinung bei einer Erkältung oder bei einer Grippe auf und verschwinden wieder von alleine, wenn das Kind gesund ist. Sie können auch durch Zahnschmerzen entstehen.

Falls die Ohrenschmerzen beim Kind allerdings länger andauern und sehr stark sind, muss auf jeden Fall eine ärztliche Behandlung durchgeführt werden. In der Regel handelt es sich dabei um die Entzündung des Mittelohres, welche gut behandelt werden kann. Die Behandlung findet sowohl mit Medikamenten als auch direkt beim Arzt statt und lindert den Schmerz. Falls die Ohrenschmerzen nicht behandelt werden, kann eine Entzündung auch zum Hörverlust führen und damit den Alltag stark beeinträchtigen.

Die Ohren von Kindern sind sehr anfällig bezüglich Ohrenschmerzen und sollten daher immer gut geschützt und lauten Geräuschen nicht ausgesetzt werden.

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Vorbeugung

Ohrenschmerzen lassen sich nicht immer vorbeugen. Vor allem Kinder weisen noch ein empfindliches Immunsystem auf und sind empfänglich für Infektionen. Eine ausgewogene Ernährung und genügend Bewegung können zu einer Stärkung des Immunsystems beitragen. Leidet das Kind häufig unter bestehenden Druck, sollten auslösende Faktoren wie Schwimmbadbesuche zunächst eingestellt oder reduziert werden.

Ansonsten empfiehlt es sich, möglichst zügig einen Termin beim Arzt zu vereinbaren, sobald das Kind über Ohrenschmerzen klagt. Eine frühzeitige Behandlung kann die Ausbreitung einer Entzündung und die Entwicklung von chronischen Beschwerden verhindern.

Das können Sie selbst tun

Pochende und stechende Ohrenschmerzen empfinden Kinder besonders schlimm. Deshalb ist es für Eltern nicht immer einfach, eine ernste Ohrenentzündung von leichten Erkältungsschmerzen zu unterscheiden. Häufig ist bei Kindern eine Mittelohrentzündung der Grund für die Schmerzen. Im Anfangsstadium können Hausmittel die Krankheit bekämpfen. Zeigt sich jedoch am zweiten Tag immer noch keine Besserung, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Eine beginnende Ohrenentzündung muss nicht mit Antibiotika bekämpft werden. Im Anfangsstadium sind Kamillendampfbäder erfolgreich. Die ätherischen Öle der Kamille stillen Schmerzen und hemmen Entzündungen. Ein altbewährtes Hausmittel ist die Zwiebel. Sie wirkt antibakteriell und kann halb aufgeschnitten, in ein Baumwollsäckchen gepackt, auf den hinteren Ohransatz gelegt werden. Das Ganze muss mit einem Stirnband oder einer Mütze fixiert werden und sollte 30 Minuten einwirken. Prinzipiell hilft Wärme bei Entzündungen. Ein warmes Kirschkernkissen kann hier Wunder wirken, es darf jedoch nicht zu heiß sein.

Paracetamol hat sich bei beginnenden Ohrenschmerzen bewährt und ist in entsprechender Dosierung auch für Babys geeignet. Nasenspülungen mit Kochsalzlösung sind ebenfalls sinnvoll, denn sie schwemmen Bakterien aus. Eventuell ist eine Mandelentzündung der Grund für die Ohrenschmerzen. Eltern sollten den Rachen ihres Kindes überprüfen und bei starker Rötung und Schwellung zum Arzt gehen. In diesem Fall sind Antibiotika notwendig.

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Quellen

  • Arnold, W., Ganzer, U.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Benninghoff/Drenckhahn: Anatomie Band 2. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2004
  • Faller, A. et al.: Der Körper des Menschen. Thieme, Stuttgart 2012

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