Hörtest

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. Dezember 2017
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Sie haben einen Termin zum Hörtest und wollen wissen, was Sie erwartet? In diesem Artikel erfahren Sie etwas über die Arten, Anwendungsgebiete, Funktionen, Ziele und Risiken von Hörtests.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hörtest?

Hören Sie noch gut genug? Genau wie die Verschlechterung des Sehvermögens ist auch das Nachlassen des Gehörs ein schleichender Prozess.

Bei einem Hörtest geht es zunächst einmal darum, das Hörvermögen zu überprüfen und ggf. eine Hörstörung festzustellen. Dabei unterscheidet man zwei verschiedene Testmethoden: den subjektiven Hörtest, bei der die Mitwirkung des Patienten erforderlich ist, und den objektiven - auch Hirnstammaudiometrie oder BERA genannten Hörtest - bei dem die Hirnströme gemessen werden. Gerade bei Babys und Kleinkindern empfiehlt sich der objektive Hörtest.

Beim subjektiven Hörtest gibt es wiederum verschiedene Verfahren, nämlich die Tonaudiometrie, die Sprachaudiometrie und die Recruitment-Messung. Wenn es darum geht, die Einstellung eines Hörgerätes zu überprüfen, wird als Hörtest die Sprachaudiometrie angewandt. Bei der Recruitment-Messung wiederum wird festgestellt, wo der Ursprung einer Hörstörung ist, z. B. im Hörnerv oder im Gehirn.

Funktion, Wirkung & Ziele

Hörtests werden aus verschiedenen Gründen durchgeführt. Im Jahr 2007 sorgten Wissenschaftler vom Children’s Hospital & Regional Medical Center in Seattle mit einer Studie für Aufsehen, in der sie die Ergebnisse zahlreicher Hörtests gesunder und an plötzlichem Kindstod verstorbener Babys miteinander verglichen und dabei deutliche Unterschiede festgestellt hatten.

Ansonsten gilt: je früher eine Hörstörung erkannt wird, desto besser. Daher sollte der erste Hörtest schon kurz nach der Geburt erfolgen. Dabei wird die Reaktion des Innenohrs auf einen leisen Ton mit der Lautstärke 35 db - das entspricht beispielsweise dem Summen eines leisen Zimmerventilators aus einem Meter Entfernung - getestet. Ist das Testergebnis auffällig, wird zusätzlich noch eine Hirnstammaudiometrie durchgeführt. Dieses Neugeborenen-Hörscreening wird, genau wie die üblichen Vorsorgeuntersuchungen, von der Krankenkasse bezahlt. Da es auch einseitige Hörstörungen gibt, sollten Eltern bei diesem Screening darauf achten, dass die Ergebnisse bei beiden Ohren gut ausfallen.

Wenn der Kinderarzt bei der U3 im 3./4. Monat feststellt, dass ein Kind möglicherweise nicht gut hört, überweist er es zum Hörtest zu einem Facharzt für HNO-Heilkunde oder in die Pädaudiologie einer nahegelegenen Klinik.

Ein Hörtest bzw. die Audiometrie dient der Diagnose von Krankheiten der Hörorgane. Typische Anwendungsfelder sind eine beginnende Schwerhörigkeit bzw. Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis).

Hörhilfen gibt es schon für Babys ab einen Alter von drei Monaten. Und das ist wichtig, denn nur ein Kind, das gut hört, lernt auch richtig sprechen. Auch bei Erwachsenen ist u. U. ein Hörtest notwendig. Wenn Sie beispielsweise an Ihrem Arbeitsplatz einer ständigen Lärmbelastung ausgesetzt sind, Sie feststellen, dass Ihr Gehör im Laufe der Zeit nachgelassen hat oder Sie plötzlich unter Ohrgeräuschen leiden, sollten Sie schnellstmöglich einen HNO-Facharzt aufsuchen. Dieser wird vermutlich sowohl einen subjektiven als auch einen objektiven Hörtest durchführen.

Nach Krankheiten wie einer Mittelohrentzündung, Drehschwindel oder einer äußeren Ohrenentzündung wird mit Hilfe von Hörtests festgestellt, ob und wie stark das Hörvermögen dadurch beeinträchtigt wurde.

Risiken & Gefahren

Der subjektive Hörtest ist weder schmerzhaft noch mit irgendwelchen gesundheitlichen Risiken verbunden. Wenn er jedoch bei einem Kind durchgeführt wird, kommt es vor, dass er kein eindeutiges Ergebnis liefert, weil es beispielsweise dem kleinen Patienten an Konzentration mangelt.

Daher wird, wie auch bei einem Baby, in so einem Fall häufig ein objektiver Hörtest durchgeführt. Wer ein Baby oder Kleinkind hat, weiß, wie schwer es ist, dieses zum Stillhalten zu bewegen. Möglicherweise wehrt es sich auch gegen die Elektroden am Kopf. Um den Beteiligten eine zeitraubende Prozedur zu ersparen, wird der Hörtest häufig unter Vollnarkose durchgeführt - mit den üblichen Risiken und Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen.

Beim Einführen des Beatmungsschlauches kann es beispielsweise zu Verletzungen des Mund- und Rachenraums kommen. In seltenen Fällen erleidet der Patient während der Narkose einen Herzstillstand und muss wiederbelebt werden. Eltern haben verständlicherweise ihre Bedenken gegen einen Hörtest unter Vollnarkose. Doch wenn ihr Kind wiederholt die Mitarbeit verweigert, bleibt diese Untersuchungsmethode als einzige Möglichkeit.

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Quellen

  • Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Probst, R., Grevers, G., Iro, H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008

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