Wundrose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2017
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Wundrose (Erysipel) ist eine Hautkrankheit, die durch Bakterien (A-Streptokoken oder ß-hämolysierende Streptokokken) ausgelöst wird. Dabei kommt es zu typischen Entzündung der Haut und stark sichtbaren Hautrötungen. Eine Wundrose kommt zumeist am Bein oder im Gesicht vor und ist nicht selten von starken Fieber begleitet.

Inhaltsverzeichnis

Definition Wundrose

Die Wundrose, im medizinischen Fachgebrauch als Erysipel und im Volksmund als Rotlauf bekannt, beschreibt eine Rötung der Haut. Diese ist scharf begrenzt und deutlich erkennbar, sie nimmt die Form einer Flamme auf der Haut an.

Eine Wundrose entsteht, wenn sich Bakterien in minimale Wunden einnisten und sich die Stelle entzündet - betroffen sind in der Regel die obersten Hautschichten sowie die Lymphbahnen.

Besonders häufig kommt die Wundrose am Bein, an den Armen oder im Gesicht vor, wo sie an jeder Stelle auftreten kann. Seltener trifft man die Rötung bzw. Wundrose auch im Bereich des Bauchnabels an.

Ursachen

Der Erreger der Wundrose (Erysipel) sind Bakterien. Meist handelt es sich dabei um ß-hämolysierende Streptokokken. Diese lösen die roten Blutkörperchen des Menschen auf. Gelegentlich sind auch andere Bakterien für die Wundrose verantwortlich, beispielsweise Staphylokokken oder Stäbchen.

Die Bakterien treten durch kleine Wunden ein, die in der obersten Hautschicht entstehen. Diese können beispielsweise durch Fußpilz oder Neurodermitis hervorgerufen werden, wodurch man sie kaum bemerkt. Häufig ist bei Ausbruch der Wundrose die verantwortliche Wunde nicht mehr aufzufinden, da sie so klein ist und schnell wieder verheilt. Weitere Eintrittsportale für die Erreger der Wundrose sind größere Wunden, beispielsweise Schrunden (Rhagade), die den Zugang zur obersten Hautschicht freigeben.

Sobald die Erreger ein Eintrittsportal gefunden haben, können sie sich rund um die Wunde herum einnisten und beginnen mit der Vermehrung. Auf diese Weise entsteht schließlich die Wundrose.

Symptome

Krankheitsverlauf

Wundrose

Zunächst treten die bakteriellen Erreger der Wundrose (Erysipel) durch die Wunde in den Körper ein. Die Inkubationszeit beträgt etwa 2 bis 5 Tage. Innerhalb dieser Zeit kann die Wunde bereits wieder verheilt sein - das hängt von ihrer Größe ab.

Die ersten Symptome der Wundrose erscheinen plötzlich. Die betroffene Person leidet zunächst unter Fieber, begleitet von starkem Schüttelfrost. Die Wundrose selbst wird erst einige Stunden nach eintreten der ersten Symptome sichtbar. Die Haut rötet sich in diesem Stadium, die Rötung breitet sich schnell aus. Sie zeichnet sich durch ihre hochrote Farbe aus und ist meist flammenförmig.

Die Ausprägung der Wundrose kann so leicht sein, dass nur einige rote Punkte auf der Haut zu erkennen sind - es kann aber auch zu einer weitaus deutlicheren Ausprägung kommen. Die entzündete Stelle schwillt nach und nach deutlich sichtbar an. In einigen schweren Fällen bilden sich Blasen, die einbluten können. Diese werden als bullöses Erysipel bezeichnet.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: A46 Erysipel [Wundrose]) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

Wenn eine Wundrose zu spät oder nicht hinreichend behandelt wird, können besonders bei Menschen mit einer Abwehrschwäche oder anderen Erkrankungen verschiedene Komplikationen drohen. Die Entzündung kann die Lymphwege verkleben, wodurch die Lymphflüssigkeit nicht richtig abfließen kann und sich im Gewebe staut (Lymphödem). Weil das betroffene Gewebe dadurch nicht optimal mit Nährstoffen versorgt wird, besteht so die Gefahr, dass einzelne Streptokokken überleben, sich vermehren und erneut eine Wundrose verursachen.

Bei schwerem Verlauf oder unzureichender Behandlung können starke Schwellungen auftreten und eine Elephantiasis mit stark geschwollenen Beinen begünstigen. Weiterhin kann es zu Entzündungen der umliegenden Venen kommen. In seltenen Fällen droht eine lebensbedrohliche Sepsis, wenn Bakterien in den Blutkreislauf gelangen.

Auch in den Nieren kann eine Wundrose zu Komplikationen führen, wenn es im Körper zur Bildung von Antikörpern kommt, weil diese aufgrund von Ähnlichkeiten mit Streptokokken verwechselt werden. Sehr gefährlich, wenn auch selten, ist eine Gesichtsrose, bei der Bakterien ins Gehirn gelangen und dort eine Hirnhautentzündung oder eine Hirnvenenthrombose verursachen können. Eine Wundrose hat den Nachteil, dass sie immer wieder auftreten und auch chronisch werden kann.

Behandlung & Therapie

Je nach Ausprägung der Wundrose (Erysipel) werden Patienten unterschiedlich behandelt. Bei einigen erfolgt die Gabe von Medikamenten unter Aufsicht des Hausarztes, andere hingegen müssen stationär behandelt werden. Sobald aus der Wundrose bullöse Erysipele werden, wird der Patient ins Krankenhaus eingeliefert. Dort erhält er starke Antibiotika in besonders hoher Dosis, um die Erreger der Wundrose abzutöten.

Häufig werden Penicillin oder Cephalosporine intravenös verabreicht. Beim Abheilen einer blasenbildenden Wundrose können Narben auf der Haut zurückbleiben, Patienten mit operierter Herzklappe sind Risikopatienten. Bei leichteren Formen der Wundrose ohne Beeinträchtigung reicht es, die Antibiotika in Tablettenform zu verschreiben. In jedem Fall aber muss die Ursache der Wundrose behandelt werden, um eine wiederkehrende Infektion zu vermeiden.

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Quellen

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin Heidelberg 2011
  • Cohen, B.A.: Pädiatrische Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2007
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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