Rhagade

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Oktober 2017
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Eine Rhagade oder Schrunde bezeichnet einen tiefen Riss in der Haut, oft ausgelöst durch sehr trockene Haut, aber häufig auch Nebenerscheinung anderer Krankheiten. Tiefe Verletzungen müssen richtig behandelt werden, da im schlimmsten Fall Blutinfektionen folgen können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Rhagade?

Eine Rhagade ist ein klassisches Symptom von trockener Haut, kann jedoch ebenso eine Reaktion der Haut auf Verletzungen und Infektionen sein. Wenn die Haut stark austrocknet ist, kann sie spröde und rissig werden.

Kleine Risse weiten sich dann und werden zu deutlichen Fissuren, die bis in tiefere Hautschichten vordringen. Dem Einsetzen von Rhagaden geht meist eine Kettenreaktion voraus: Trockene Haut führt häufig zu Schuppen, diese beginnen zu Jucken und der Betroffene kratzt, was zu tieferen Verletzungen führt. Die Ursachen von Rhagaden können vielfältig sein.

So kann es an der Ernährung liegen, an trockenem oder kalten Wetter, Dermatitis, hormonellen Schwankungen, allergischen Reaktionen oder anderen Störungen. Auch Chemikalien wie Alkohol oder viele Hautkrankheiten führen zu Rhagaden, bspw. Psoriasis, Ekzeme oder das Sjögren-Syndrom. Bei tiefen Verletzungen kann es zu gefährlichen Blutinfektionen kommen.

Ursachen

Rhagaden können durch Umweltfaktoren ausgelöst werden. Hier ist besonders die trockene Zimmerluft in den kalten Wintermonaten zu nennen. Auch einige Krankheiten befördern Rhagaden, insbesondere diese, die Auswirkungen auf das Nervensystem haben, für Dehydration sorgen oder die Schweißproduktion verringern.

Anhidrose ist eine häufige Nebenerscheinung von Diabetes und reduziert die Transpiration der Haut, wodurch diese trocken und rissig werden kann. Dermatitis ist eine Hautentzündung mit ähnlichen Folgen, die viele Ursachen haben kann. Diabetische Neuropathie wird oft bei hohen Blutzuckerwerten festgestellt und hat Auswirkungen auf die Nerven.

Ist die Haut lediglich einer besonderen Stresssituation ausgesetzt und entwickelt aufgrund dessen Verletzungen, können die Folgen mit einfacher Therapie behandelt werden. Sollte die Rhagade jedoch Symptom einer anderen Ursache sein, ist evtl. eine spezielle Behandlung vonnöten.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die vollständige Behandlung einer Rhagade ist abhängig von der spezifischen Ursache der Verletzung. Wenn sie in Zusammenhang steht mit einer weiteren, ernsteren Erkrankung oder Störung muss vor allem diese behandelt werden.

Um die Umstände der Rhagade zu klären, wird der Arzt womöglich folgende Fragen zu Diagnose stellen: Wie lange haben Sie die Rhagade bereits? Haben Sie auch an anderen Stellen des Körpers diese Verletzungen? Hatten Sie Rötungen, Jucken und Schmerzen?

Fühlt sich die betroffene Stelle warm an? Hat die betroffene Stelle bereits geblutet? Hatten oder haben Sie einen Ausschlag? Hatten Sie einen Herpes oder Ähnliches an der betroffenen Stelle? Hatten oder haben Sie Fieber? Leiden Sie an einer Allergie? Wurden Sie von einem Insekt gebissen?

Komplikationen

In den meisten Fällen kommt es bei einer Rhagade nicht zu besonderen Komplikationen. Allerdings kann es bei einer falschen und vor allem bei einer unhygienischen Behandlung zu schweren Infektionen oder sogar zu einer Blutvergiftung kommen. Diese kann im schlimmsten Fall zum Tod des Patienten führen. Die Betroffenen leiden bei dieser Erkrankung an starken Rissen in der Haut.

Die Risse können dabei an verschiedenen Körperregionen auftreten und möglicherweise auch die Ästhetik des Betroffenen deutlich verringern. Dadurch kann es zu Minderwertigkeitskomplexen oder zu einem verringerten Selbstwertgefühl kommen. Weiterhin ist die Haut selbst trocken und rissig und oft von einem Juckreiz betroffen. Auch Fieber oder Ausschläge auf der Haut können dabei auftreten und sich sehr negativ auf die Lebensqualität des Patienten auswirken.

Die Behandlung der Erkrankung findet ohne Komplikationen mit Hilfe von Cremes und Salben statt. Im Falle von Entzündungen oder Infektionen werden Antibiotika verabreicht. In der Regel kommt es dabei zu einem positiven Krankheitsverlauf. Auch die Lebenserwartung des Patienten wird von der Erkrankung nicht negativ beeinflusst. Allerdings ist es möglich, dass die Erkrankung trotz Behandlung erneut auftreten kann.

Behandlung & Therapie

Bei einer Rhagade, die keine ernsteren Ursachen hat, können bestimmte Vorsichtsmaßnahmen und Pflegetipps befolgt werden, um die Situation zu verbessern. Feuchtigkeitsspenende Cremes und Öle, wie Olivenöl, halten die gereizte Haut elastisch und unterstützen den Heilungsprozess.

Das Tragen von Gummihandschuhen beim Abwaschen oder ähnlichen Tätigkeiten bewahrt die Haut davor, weiter auszutrocknen. Auch sollte unbedingt der Kontakt mit Chemie oder Alkohol auf der Haut verhindert werden. Werden die Verletzungen der Haut zu tief, sollte der Hautarzt aufgesucht werden, um eine angemessene Behandlung zu bekommen. Kortisonsalben sind eine häufige Form der ersten Behandlung.

Durch ihren Einsatz wird die Rötung und die Schwellung reduziert, was der verletzten Haut erlaubt zu heilen. Wenn sich bereits eine Infektion andeutet, wird evtl. eine Salbe mit Antibiotika verschrieben, um die in die Wunde eintretenden Bakterien zu bekämpfen. Bei Dyshidrosis kann auch eine Lotion mit Milchsäure angewandt werden, um das Schuppen und ablösen der Haut zu verhindern. Die Anwendungen dieser Cremes erfolgt in der Regel ein bis zwei Mal am Tag und muss evtl. über Wochen fortgeführt werden.

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Vorbeugung

Falls die Rhagade in Zusammenhang mit einer anderen Krankheit oder Hautproblemen steht, kann ihr nicht wirklich vorgebeugt werden. Im Allgemeinen sollte eine trockene und spröde Haut, besonders in den Wintermonaten, rechtzeitig mit feuchtigkeitsspendenen Cremes behandelt werden, um mögliche schlimmere Verletzungen zu vermeiden.

Bücher über trockene Haut

Quellen

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin Heidelberg 2011
  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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