Fazialisparese (Gesichtslähmung)

Die Gesichtslähmung oder Fazialisparese ist die Lähmung des 7. Hirnnervs (nervus facialis), der die Bewegung der Gesichtsmuskeln ermöglicht. Die Lähmung zeigt sich meist halbseitig, typisch ist ein herunter hängender Mundwinkel und die fehlende Gesichtsmimik. Die Behandlung einer Fazialisparese orientiert sich an der Ursache.

Inhaltsverzeichnis

Definition Fazialisparese (Gesichtslähmung)

Bei einer Fazialisparese bzw. Gesichtslähmung liegt eine vollständige oder teilweise Lähmung oder Schwächung des Gesichtsnervs vor, so dass die Gesichtsmuskeln nicht mehr ausreichend bewegt werden können.

Man unterscheidet zwischen zentraler und peripherer Fazialisparese. Die zentrale Gesichtslähmung wird durch einen Schaden am Ursprungsort des Nervs, nämlich im Gehirn verursacht. Die periphere Fazialisparese tritt durch eine Schädigung direkt am Nerv ein.

Oft aber ist die Ursache der Lähmung nicht bekannt, in diesem Fall spricht man von idiopathischer Fazialisparese, das heißt: ohne erfassbare Ursache. Die idiopathische Lähmung nennt man auch Bell'sche Lähmung (engl. Bell's Palsy) nach dem englischen Arzt Charles Bell.

Ursachen für Gesichtslähmung

Die häufigste Fazialisparese ist die idiopathische, das heißt in den meisten Fällen ist die Ursache der Gesichtslähmung unbekannt. Die periphere Lähmung, wenn die Schädigung direkt am Nerv liegt, kann verschiedene Auslöser haben. Oft liegen Entzündungen vor, wie beispielsweise eine Mittelohrentzündung oder Zoster oticus, eine Herpesinfektion am Ohr.

Auch Verletzungen wie Brüche am Schädelknochen können den Nerv in seiner Funktion beeinträchtigen. Ebenso können Tumoren im Ohr, die durch ihr Wachstum auf den Gesichtsnerv drücken, für die periphere Fazialisparese verantwortlich sein. Die zentrale Fazialisparese wird durch einen Schaden im Gehirn ausgelöst, wo der Nerv entspringt. Der Gesichtsnerv bleibt dabei intakt und ist selbst nicht geschädigt, er kann nur die Information aus dem und zum Gehirn nicht mehr transportieren.

Häufige Ursachen für die zentrale Fazialisparese ist ein Schlaganfall oder ein Hirntumor. Beim Schlaganfall wird das Ursprungsgebiet des Gesichtsnervs durch eine Blutung oder eine Unterversorgung geschädigt, beim Hirntumor drückt die wachsende Geschwulst auf das Areal, so dass die Funktionen gestört sind und die Fazialisparese eintritt.

Diagnose und Verlauf bei Gesichtslähmung

Das typische Symptom einer Fazialisparese ist die einseitige schlaffe Gesichtsmuskulatur. Ein Mundwinkel hängt herab, ein Auge lässt sich nicht mehr vollständig schließen und das Runzeln der Stirn ist nicht möglich. Die gesamte Gesichtmimik sieht leicht verschoben aus. Wenn eine zentrale Fazialisparese vorliegt, können auch noch weitere Beschwerden hinzukommen.

Der Speichelfluss wird weniger und da der Nerv auch die Zunge versorgt, kann es zu einer Verminderung der Geschmacksfähigkeit (siehe Geschmacksstörung) kommen. Ebenso kann die Bildung von Tränenflüssigkeit vermindert sein, das Auge der betroffenen Seite wird trocken. Auch die Aussprache leidet unter der Fazialisparese, da die Lippen- und Zungenmuskeln nicht richtig artikulieren können, das heißt die Laute können nicht mehr korrekt geformt werden.

Der Arzt sieht bereits durch die offensichtlichen Lähmungserscheinungen den ersten Hinweis auf eine Fazialisparese. Weiteren Aufschluss geben die Krankheitsgeschichte des Patienten sowie verschiedene Tests, eine Blutuntersuchung um Infektionen auszuschließen, Röntgenaufnahmen vom Schädel, eine Elektromyographie um die Nervenleitfähigkeit zu messen oder eine Liquoruntersuchung (Flüssigkeitsentnahme aus der Wirbelsäule).

Durch diese Untersuchungen wird zunächst die Ursache und dann die richtige Behandlung der Fazialisparese gefunden.

Behandlung von Gesichtslähmung

Etwa 70% der auftretenden Fazialisparesen heilen vollständig aus. Die Behandlung richtet sich immer nach der vorliegenden Ursache. Wird die Fazialisparese durch eine bakterielle Infektion verursacht, so werden in der Regel Antibiotika verabreicht. Bei viralen Entzündungen (durch Viren ausgelöst) helfen sogenannte Virostatika, welche die Vermehrung des Virus verhindern.

Ist der Gesichtsnerv durch eine Verletzung beschädigt, so kann eine Operation die Funktion des Nerven wieder herstellen. Außerdem sind begleitend Bewegungsübungen nötig, um die Gesichtsmuskeln zu trainieren. Hierfür sind Ergotherapeuten oder Physiotherapeuten zuständig. Ist die Fazialisparese durch einen krankhaften Vorgang im Gehirn verursacht, ist eine stationäre Behandlung unumgänglich.

Die bei einer Fazialisparese auftretende Trockenheit des Auges kann mit einer Salbe oder künstlicher Tränenflüssigkeit gemildert werden. Es empfiehlt sich, das Auge über Nacht mit einem Verband zu schließen, damit es nicht austrocknet. Ist die Fazialisparese idiopathisch, so konzentriert sich die Behandlung auf die Milderung der Symptome, unterstützend wird Kortison verabreicht.

Vorbeugung von Gesichtslähmung

Eine direkte Vorbeugung gegen die Fazialisparese ist nicht möglich, da sie am häufigsten mit unbekannter Ursache auftritt. Bei Vorliegen einer verursachenden Erkrankungen empfiehlt sich eine sofortige Behandlung, um den Nerven nicht zu schädigen und die Fazialisparese möglicherweise zu verhindern.

Bücher über Gesichtslähmung bei Schlaganfall

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