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Nasenbluten

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Peter Hoffmann (Facharzt für Allgemeinmedizin)

Nasenbluten ist der umgangsprachliche Begriff für das medizinische Fachwort Epistaxis. Nasenbluten ist in den meisten Fällen nicht gefährlich. Das Bluten der Nase kann aber auch lebensbedrohlich und kaum zu behandeln sein. Gefährliche Blutungen entspringen oft den hinteren Nasenabschnitten.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen für Nasenbluten

Die Ursachen für Nasenbluten sind unterschiedlich. Es gibt örtlich-bedingte Nasenbluten und Nasenbluten als Symptom einer Allgemeinerkrankung. In circa 80% der Fälle kommt es zu einer Blutung aus Gefäßen im vorderen Bereich der Nasenscheidewand. Aus der Tiefe der Nasenscheidewand treten hier Blutgefäße zur Oberfläche. Dabei sind sie im Verlauf nah an der Schleimhautoberfläche besonders empfindlich und verletzlich.

Verkrümmungen an der Nasenscheidewand begünstigen zusätzlich Blutungen in diesem Bereich durch Verkrümmungen. Dabei kann es zu einer vermehrten Wirbelung der Atemluft kommen, die dann zu Austrocknungen und Verkrustungen der Schleimhaut führen kann.

Eher seltener findet sich die Ursache für Nasenbluten im hinteren und oberen Nasenabschnitt oder in den Nasennebenhöhlen. Weiterhin erhöhen Krankheiten, wie Bluthochdruck oder Blutgerinnungsstörungen, das Risiko, Nasenbluten zu bekommen.

Lokal bedingtes Nasenbluten

Lokal bedingtes Nasenbluten tritt häufig bei kleinen Kindern auf. Es ist zumeist nicht gefährlich und verschwindet schnell von allein. Es wird weitestgehen durch eigene Verletzungen (z.B. zu starkes Nasebohren) oder äußere Verletzungen beim Spielen hervor gerufen.

Besonders beim Spielen verletzen sich Kinder häufig am Kopf und an der Nase durch kleine Rangeleien. Weiterin haben Kinder häufig durch direkten Kontakt mit Sand und Erde Nasenfremdkörper aufgenommen, die durch weitere Reibung und Reizung zu Nasenbluten führen können.

Allerdings können auch eine Allergie, Austrocknung der Nasenschleimhäute (z.B. durch Klimaanlage) und Schnupfen (akute Rhinitis) zu Nasenbluten führen.

Nasenbluten als Symptom bei Erkrankungen

Nasenbluten können als Symptom von Infektionskrankheiten, wie Grippe, Typhus oder Masern entstehen. Weiterhin auch durch Gefäß- und Kreislauferkrankungen, wie arterielle Hypertonie und Arteriosklerose. Auch Blutverdünnungsmittel führen häufig zu Nasenbluten. Seltener sind Nasenbluten aufgrund von Vitamin C Mangel (Skorbut), Schwangerschaft und hormonelle Veränderungen.

Diagnose und Verlauf bei Nasenbluten

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Nasenbluten. Klicken, um zu vergrößern.

Tritt Blut (hell, dunkel, verklumpt) aus der Nase aus, stehen dem Arzt verschiedene Methoden zur Verfügung, um die Ursache zu diagnostizieren. So kann er eine Nasenspiegelung durchführen, um den exakten Ort der Blutung zu ermitteln.

Röntgenaufnahmen des Kopfes sind eine weitere Möglichkeit, um Verletzungen, die durch stumpfe Schläge oder Ähnliches verursacht worden sind, erkennen oder ausschließen zu können. Auch Blutuntersuchungen sind denkbar.

Nasenbluten tritt in der Regel plötzlich auf. Möglich ist allerdings, dass durch heftiges Nasenputzen oder Popeln das Nasenbluten unabsichtlich initiiert wird. Mit Gegenmaßnahmen (Kälte im Nacken) lässt sich die Intensität aber abschwächen und stoppen, so dass das Nasenbluten gewöhnlich nicht lange währt.

Krankheiten mit Nasenbluten

Behandlung und Therapie von Nasenbluten

Zunächst einmal müssen Krankheiten, wie Bluthochdruck und Blutgerinnungsstörungen als Ursache bei Nasenbluten ausgeschlossen werden. Weiterhin können auch Medikamente Einfluss auf die Blutgerinnung in der Nase haben. Ebenso sollten vor einer Behandlung Tumore der Nase und Nasennebenhöhlen, sowie Gefäßerkrankungen ausgeschlossen werden.

Akutes Nasenbluten sollte zunächst durch einen nach vorn geneigten Kopf gestopt werden, damit es nicht zu einem Verschlucken des Blutes kommt. Das Auflegen eines feuchten und kalten Waschlappens im Nacken verengt die Blutgefäße und die Blutung stoppt meistens von selbst.

Bei starkem Nasenbluten, oder wenn die Blutung nicht aufhört, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Zur weiteren ärztlichen Behandlung können elektrische oder chemische Verödungen der Blutungsquelle angesetzt werden. Ist auch dieses Verfahren nicht erfolgsversprechend, wird eine Tamponade in die Nase eingeführt, um die Blutung zu stoppen. Diese sollte ca. 2-3 Tage in der Nase verbleiben und ist für den Patienten meist sehr unangenehm.

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Bücher über Nasenbluten

Quellen: Herold, G.: Innere Medizin, Köln 2013; Andreae, S.: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Stuttgart 2008; Ruß A., Endres S.: Arzneimittel pocket plus 2013, Grünwald 2012, Greten H., Rinninger F.: Innere Medizin, Stuttgart 2010.

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