Vitamin-K-Mangel

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 28. Oktober 2016
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Vitamin-K-Mangel zählt zu den Hypovitaminosen. Er kommt jedoch nur selten vor.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Vitamin-K-Mangel?

Von einem Vitamin-K-Mangel ist die Rede, wenn nicht ausreichend Vitamin K von den Darmbakterien hergestellt oder mit der Nahrung aufgenommen wird. Ursächlich für die Mangelerscheinung sind in der Regel bestimmte Erkrankungen oder eine fehlerhafte Ernährung. Zu einem Vitamin-K-Mangel kann es auch bei Babys kommen, da deren Darmflora noch nicht in genügendem Maße ausgebildet ist und deswegen nicht ausreichend Vitamin K herstellen kann.

Auch die Milch der Mutter verfügt nur über kleinere Vitamin-K-Mengen. Aus diesem Grund erhalten die neugeborenen Kinder zusätzliches Vitamin K. Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin, das eine wichtige Rolle bei der Regulierung der menschlichen Blutgerinnung spielt. Ebenso ist es für die Mineralisierung der Knochen von Bedeutung. Der größte Teil an Vitamin K lässt sich mit grünem Blattgemüse wie Kohl, Salat und Spinat decken.

Weiterhin ist es in Hähnchenfleisch, Weizenkeimen und Sonnenblumenöl enthalten. Darüber hinaus wird das Vitamin im Körper von den Darmbakterien hergestellt. Der tägliche Vitamin-K-Bedarf erwachsener Menschen liegt zwischen 0,03 bis 1,5 µg je Kilogramm an Körpergewicht. Bei Kindern fällt der tägliche Bedarf mit 10 µg je Kilo größer aus.

Ursachen

Hervorgerufen wird ein Mangel an Vitamin K zumeist durch Darmerkrankungen. Diese bewirken, dass die Aufnahme des Vitamins nicht mehr reibungslos funktioniert. So ist der Darm nicht mehr in der Lage, das Vitamin aus der Nahrung aufzunehmen, was Mangelerscheinungen zur Folge hat.

In manchen Fällen kann auch eine Behandlung mit Antibiotika für einen Vitamin-K-Mangel verantwortlich sein. So besteht die Gefahr, dass die Darmbakterien durch manche Antibiotika in Mitleidenschaft gezogen werden. Darüber hinaus können auch die Funktionen des Vitamins von den antibiotischen Mitteln gestört werden.

Als weitere Ursachen für einen Mangel an Vitamin K kommen Leberkrankheiten, die das Lebergewebe schädigen, die Verdünnung des Blutes durch den Einsatz bestimmter Medikamente oder eine Mangelernährung infrage. Andere Erkrankungen, die für einen Mangel an Vitamin K verantwortlich sein können, sind langer Alkoholmissbrauch, Zöliakie, Morbus Crohn, Krebserkrankungen oder ein Mangel an Kalzium.

Fatal kann sich ein Vitamin-K-Mangel besonders auf Säuglinge auswirken, da schon kleinere Abweichungen bei der Vitamin-K-Aufnahme gravierende Folgen für die Gesundheit des betroffenen Kindes haben können.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Ein Mangel an Vitamin K bewirkt Beeinträchtigungen des menschlichen Blutgerinnungssystems. So besteht ab einer bestimmten Konzentration das Risiko von spontanen Blutungen. Bei Verletzungen kann es sogar zu einem erheblichen Blutverlust kommen. Aber auch ohne äußere Einwirkung von Gewalt sind starke Blutungen in sämtlichen Organen und Geweben im Bereich des Möglichen. Bemerkbar machen sich die Blutungen durch ausgeprägte blaue Flecken auf der Haut. Ebenso sind Blutungen im Gehirn denkbar.

Beschwerden bei Babys aufgrund von Vitamin-K-Mangel nennen Ärzte Morbus hämorrhagicus neonatorum, was verstärkte Blutungsneigung bedeutet. Die Blutungen zeigen sich bei Säuglingen in erster Linie in Darm, Leber, Lunge, Bauch, Haut, Schleimhaut und Gehirn und sind von unterschiedlicher Intensität. Des Weiteren hat ein Vitamin-K-Mangel eine Abnahme der Knochendichte zur Folge. Dadurch erhöht sich das Risiko von Knochenfrakturen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Besteht Verdacht auf einen Vitamin-K-Mangel, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Der Mediziner überprüft eventuelle Veränderungen, die durch die Mangelerscheinung entstehen können. Dabei erkundigt er sich auch nach den Nahrungsgewohnheiten und möglichen Vorerkrankungen, die einen Vitamin-K-Mangel hervorrufen.

Darüber hinaus nimmt der Arzt eine gründliche körperliche Untersuchung vor. Um die Diagnose zu sichern, erfolgt eine Blutabnahme. Dabei hält der Arzt die Zeit fest, in der das Blut gerinnt. Verlängert sich die Gerinnungszeit, gilt dies als Hinweis auf einen Vitamin-K-Mangel. Im weiteren Verlauf versucht der Arzt den Grund für den Mangel an Vitamin K herauszufinden, wozu er weitere Untersuchungen vornimmt.

Außerdem gilt es, eventuelle zusätzliche Mangelerscheinungen zu überprüfen. Wird der Mangel an Vitamin K durch eine entsprechende Behandlung wieder ausgeglichen, nimmt die Erkrankung in der Regel einen positiven Verlauf. Ohne eine Therapie kann der Vitamin-K-Mangel bei Babys jedoch lebensbedrohliche Folgen haben.

Therapie & Behandlung

Die Behandlung eines Mangels an Vitamin K richtet sich nach seiner auslösenden Ursache, die stets bekämpft werden sollte. Sind zum Beispiel Darmerkrankungen oder Leberkrankheiten für die Mangelerscheinung verantwortlich, erhalten die Patienten entsprechende Medikamente. Darüber hinaus wird den Patienten solange eine ausreichende Menge an Vitamin K verabreicht, bis der Mangel behoben ist.

Die Aufnahme des Vitamins erfolgt entweder durch die Nahrung oder mit Vitaminpräparaten. In schweren Fällen sind auch Injektionen mit Vitamin K möglich. Sollten noch weitere Mangelerscheinungen vorliegen, müssen auch diese entsprechend therapiert werden. Für den Fall, dass eine medikamentöse Blutverdünnung der Auslöser des Vitamin-K-Mangels ist, erfolgt eine entsprechende Anpassung der blutverdünnenden Arzneimittel.

Kommt es durch den Mangel an Vitamin K zu starken Blutungen, werden den Betroffenen aktivierte Blutgerinnungssubstanzen verabreicht, die sie über die Vene zugeführt bekommen. Auf diese Weise lassen sich die Blutungen stoppen und die Blutgerinnung wieder normalisieren.

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Vorbeugung

Damit es bei Babys gar nicht erst zu einem Vitamin-K-Mangel kommt, erhalten die neugeborenen Kinder in zahlreichen Ländern bereits in ihren ersten Lebenswochen systematisch Vitamin K. Dieses Vorgehen ist sehr wichtig, da bei ihnen eine ausreichende Zufuhr an dem Vitamin nicht einfach ist und durch einen Mangel erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen drohen.

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