Lichtscheu

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2017
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Eine Lichtscheu oder Photophobie bezeichnet eine gesteigerte Empfindlichkeit der Augen auf das Licht. Weitere Synonyme dafür sind: Lichtüberempfindlichkeit, und Lichtempfindliche Augen. Dabei ist dies in der Regel das Tageslicht, aber auch künstliche Bleuchtung kann als störend empfunden werden. Daher suchen die betroffenen Menschen oft dunkle Räume auf, um dem Lichtreiz zu entgehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Lichtscheu?

Als Lichtempfindlichkeit werden zusammenfassend alle Erkrankungen des Menschen bezeichnet, die durch die Einwirkung von natürlichem oder künstlichem Licht entstehen. Die Symptome sind vielfältig.

Im neurologischen Sinne ist die Lichtempfindlichkeit gleichbedeutend mit der so genannten Photosensibilität, der erhöhten Reaktionsbereitschaft des Gehirns auf Lichteinflüsse, die zur Entladung der Nervenzellen bis hin zum epileptischen Anfall führt.

Teilweise tritt die Lichtempfindlichkeit auch durch medikamentöse Faktoren auf, oder es handelt sich um eine Photodermatitis, bei der vor allem die Haut empfindlich auf Licht reagiert.

Ursachen

Eine Lichtscheu oder Photophobie tritt im Allgemeinen bei neurologischen Krankheiten auf. Aber auch andere Erkrankungen, wie die Migräne, die Gehirnhautentzündung (Meningitis) und Augenentzündungen (Bindehautentzündung, Iridozyklitis), können die Ursache für eine Lichtscheu sein.

Weitere mögliche Ursachen können sein: Grauer Star, Entzündung der Sehnerven, Hornhautentzündung, Hornhautnarben nach Hornhautinfektionen, Kratzer im oder am Auge, Verletzungen der Augenoberfläche und trockene Augen.

Wenn das Licht daneben auch zu Schmerzen führt (Lichtschmerz), kann eine Entzündung der Iris (Regenbogenhaut) vorliegen. Hierbei ist schnell eine Konsultation beim Augenarzt von Nöten.

Seltener tritt eine die Lichtscheu bei Kleinkindern und Säuglingen auf, da dies dann im Rahmen eines angeborenes Glaukom vorkommen kann. Ebenso haben die meisten Albinos eine ausgeprägte Lichtscheue.

Eine pauschale Ursache der Lichtempfindlichkeit gibt es nicht. Betrachtet man allerdings die genauen Symptome, kann man daraus Schlüsse ziehen und zumindest einen in Frage kommenden Ursachenkomplex ermitteln. Häufig wird im Zusammenhang mit der Sehkraft von Lichtempfindlichkeit gesprochen.

Gemeint sind damit Beschwerden und Schmerzen durch zu helles Licht oder Kopfschmerzen, die dadurch entstehen. Solche Symptome treten begleitend zu anderen beispielsweise bei der Meningitis auf. In seltenen Fällen können sie auch das Anzeichen eines Gehirntumors sein.

Meist liegt jedoch eine Erkältung zugrunde, die auch die Augen betrifft und sie vor allem gegen künstliches Licht empfindlich macht. Neuronale Störungen, die den Menschen lichtempfindlich machen, können auch die Augen betreffen, äußern sich vor allem aber durch Kopfschmerzen oder epileptische Anfälle durch die Einwirkung von Licht.

Wenn es auf der Haut zu Veränderungen durch Licht kommt, kommen wiederum andere Ursachen in Frage. Johanniskraut-Präparate gegen Depressionen gehören zu den Medikamenten, die bei Sonneneinstrahlung auf der Haut reagieren und zu Beschwerden führen. Möglich sind aber auch tieferliegende Erkrankungen, so etwa die Lupus-Autoimmunerkrankung.

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Krankheiten

Komplikationen

Lichtscheu ist in der Regel ein Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung. Ihre Ursachen sind vielfältig. Die Lichtempfindlichkeit der Augen kann zuweilen aber auch mit komplizierten Krankheitsverläufen verbunden sein. Dabei treten diese Komplikationen normalerweise nicht als Folge der Lichtempfindlichkeit auf, sondern begleiten diese.

Zugrunde liegende Erkrankungen stellen unter anderem neurologische Störungen, Bindehautentzündungen, sonstige Augenentzündungen, Grüner Star (Glaukom) oder auch erblich bedingte Erkrankungen wie Albinismus dar. Ein Glaukom kann unbehandelt zur Blindheit führen. Auch bei dessen Behandlung ist der Erhalt des Augenlichtes nicht immer garantiert.

Lichtscheu bei Babys ist sehr häufig ein Hinweis für ein angeborenes Glaukom. Bei Augen- und Bindehautentzündungen kann die verstärkte Einwirkung von Licht zu starken Schmerzen führen. Deshalb erweist sich hier Lichtempfindlichkeit als Schutzreaktion des Körpers. Lichtscheu kann auch im Zusammenhang mit starken Kopfschmerzen wie Migräne auftreten. Auch in diesem Fall meidet der Patient Lichtquellen, weil sie nur zur Verstärkung der Beschwerden führen würden.

Beim Albinismus werden die Augen durch Lichteinwirkung geschädigt, weil hier das schützende Melanin fehlt, welches die schädigende UV-Strahlung absorbiert. Deshalb müssen Albinos immer eine Sonnenbrille tragen, um nicht zu erblinden. Des Weiteren liefert Lichtempfindlichkeit dem Arzt häufig auch einen Hinweis auf das Vorliegen anderer ernsthafter Erkrankungen, die bereits selber als Komplikationen gelten. So kann Lichtempfindlichkeit als Symptom bei Hirntumoren oder einer Meningitis (Hirnhautentzündung) auftreten.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Tritt eine Lichtscheu aufgrund von eingenommenen Medikamenten auf, verschwindet diese meist nach Absetzen derselben. Die Lichtscheu ist meistens auf dem Beipackzettel als normale Folge eines verordneten Präparates vermerkt. Ein Arztbesuch ist nur dann notwendig, wenn die Lichtempfindlichkeit ein dramatisches Ausmaß annimmt oder nach dem Absetzen des Präparates nicht zurückgeht.

Photophilie oder Lichtscheu kann verschiedene Ursachen haben. Es können akute Erkrankungen der Augen oder eine akute Migräneattacke dahinter stecken. Außerdem kommen Infektionen oder eine selten vorkommende Lichtempfindlichkeit nach einer Penicillinbehandlung als Ursache infrage. Auch ein Mangel an Vitamin B kann - neben anderen Symptomen - Grund für Lichtscheu sein. Der Gang zum Arzt sollte immer erfolgen, wenn sich der Betroffene nicht über die Ursachen der Lichtempfindlichkeit im klaren ist.

Besondere Aufmerksamkeit sollte auf mögliche Begleitsymptome gelegt werden. Dies erleichtert dem Betroffenen, den richtigen Arzt zu konsultieren. Treten Probleme beim Sehen, Augenbrennen oder ein Fremdkörpergefühl in Kombination mit Lichtscheu auf, ist der Augenarzt der richtige Ansprechpartner. Im Zweifelsfall ist der Hausarzt die beste Adresse. Er kann nach dem Erstgespräch und einer Untersuchung gegebenenfalls eine Überweisung zum Facharzt veranlassen. Diese ist notwendig, denn hinter einer plötzlich auftretenden Lichtscheu können sich auch eine Hirnhautentzündungen oder eine Gehirnerschütterung verbergen. Beide sind umgehend behandlungsbedürftig, vor allem bei Kindern.

Behandlung & Therapie

Als Lichtempfindlichkeit werden zusammenfassend alle Erkrankungen des Menschen bezeichnet, die durch die Einwirkung von natürlichem oder künstlichem Licht entstehen.

Die Lichtempfindlichkeit wird selten selbst behandelt. Sie tritt nicht alleine auf, sondern ist immer ein begleitendes Symptom einer tieferliegenden Ursache. Daher besteht die Behandlung darin, diese zu ermitteln und entweder zu hemmen oder zu beseitigen.

Neuronale Störungen wie die Epilepsie werden medikamentös unterdrückt. Dadurch verschwindet die Lichtempfindlichkeit größtenteils - flackerndem Licht sollte sich der Patient trotzdem nicht aussetzen. Wenn es sich nur um Kopfschmerzen handelt, werden die Kopfschmerzen symptomatisch behandelt und dem Patienten wird angeraten, das Gehirn nicht durch Lichteinflüsse zu provozieren, die als gefährlich bekannt sind.

Handelt es sich hingegen um eine andere Erkrankung, beispielsweise Meningitis, so wird vor allem diese und nicht die Lichtempfindlichkeit selbst behandelt. Durch die Heilung der Ursache verschwindet letztendlich auch die Sensibilität gegenüber dem Licht.

Schwieriger wird es bei der Autoimmunerkrankung. In solchen Fällen können die Reaktionen der lichtempfindlichen Haut behandelt werden, damit sie sich zurückbilden.

Sollten die Augen trocken sein, kann man versuchen die Augenoberfläche durch feuchtende Augentropfen zu beruhigen. Natrülich hilft gegen Lichtempfindlichkeit eine Sonnenbrille. Bei nur leichter Lichtscheu genügt auch eine Brille, die sich bei Sonnenlicht dunkel verfärben kann (phototrope Gläser).

Wenn die Lichtempfindlichkeit jedoch auch Schmerzen hervoruft (Lichtschmerz), ist zum Ausschluss einer Regenbogenhautentzündung schnellstens der Besuch eines Augenarztes empfohlen. Tritt neben der Lichtempfindlichkeit auch eine verminderte Sehschärfe auf, sollte ebenso ein Augenarzt aufgesucht werden.

Aussicht & Prognose

In den meisten Fällen entsteht die Lichtscheu durch ein angeborenes Glaukom. Hierbei kann es zu Kopfschmerzen und Schwindelgefühlen kommen. Nicht selten ist die Lichtscheu auch mit einer Entzündung an den Augen oder an der Bindehaut verbunden. Der Betroffene meidet damit alle möglichen Lichtquellen, um sich vor den Schmerzen zu schützen. Dadurch wird der Alltag des Betroffenen stark eingeschränkt. Auch soziale Aktivitäten sind nicht mehr ohne Weiteres möglich und der Patient zieht sich oft zurück. Dadurch kann es neben den Schmerzen auch zu Depressionen und weiteren psychischen Schwierigkeiten kommen, die allerdings durch einen Psychologen behandelt werden können.

Die Behandlung bei Lichtscheu richtet sich immer nach der Ursache der Erkrankung. Falls die Lichtscheu nach einem epileptischen Anfall auftritt, kann eine Behandlung durch Medikamente das Symptom lindern. Bei einer Meningitis kann diese ebenfalls durch die Einnahme von Medikamenten relativ gut behandelt werden, sodass es zu keinen weiteren Beschwerden kommt.

Die Patienten können die Lichtscheu kurzzeitig durch die Benutzung einer Sonnenbrille lindern. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine langfristige Lösung. Sollte durch die Lichtscheu auch eine verringerte Sehstärke auftreten, so ist für den Patienten das Tragen einer Sehhilfe notwendig.

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Vorbeugung

Die Vorbeugung der Lichtempfindlichkeit gelingt am besten, indem man darauf achtet, sich keine Infektionen zuzuziehen, die sie auslösen. Meningitis wird beispielsweise durch das Teilen einer Trinkflasche weitergegeben - dies sollte vermieden werden. Bei Erkältungen kann es bereits helfen, Stress zu vermeiden und sich ausreichend zu erholen - denn Stress löst die Empfindlichkeit oft aus.

Wenn eine Erkrankung zugrunde liegt, die die Lichtempfindlichkeit auslöst, sollten schädliche Lichtsorten nach Möglichkeit vermieden werden. Das verhindert, dass sich die Symptome entwickeln. Wenn sich herausstellt, dass die Lichtempfindlichkeit mit bestimmten Medikamenten zusammenhängt, sollte man sich mit dem behandelnden Arzt absprechen und ein anderes Präparat auswählen.

Das können Sie selbst tun

Lichtscheue Menschen können den Beschwerden mit Hilfe verschiedener Maßnahmen entgegenwirken. Zunächst empfiehlt es sich bei einer Lichtempfindlichkeit, die Räume abzudunkeln und die Augen mit Hilfe einer Sonnenbrille vor übermäßiger Lichteinstrahlung zu schützen. Um die Augen zu entlasten, sollte zudem auf ein angenehmes Raumklima geachtet und Stress möglichst vermieden werden. Oft hilft bereits ein ausgiebiges Nickerchen gegen akute Lichtempfindlichkeit.

Langfristig hilft es, die Augen nach und nach an das Licht zu gewöhnen und gemeinsam mit dem Arzt Strategien auszuarbeiten, um die Lichtscheuheit zu überwinden. Begleitend kann künstliche Tränenflüssigkeit eingesetzt werden, um die Augen zu entlasten. Auch diätische Maßnahmen und ein generell gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung und genügend Entspannung und Ruhe tragen zu weniger empfindlichen Augen bei.

Vorbeugend kann gegen Lichtempfindlichkeit durch die Vermeidung von Infektionen und anderen körperlichen Beschwerden vorgegangen werden. Bei einer Grippe oder Erkältung sind die Augen meist noch empfindlicher als üblich und sollten mit einer Mütze oder Sonnenbrille zusätzlich geschützt werden. Eine starke Lichtempfindlichkeit sollte in jedem Fall zuerst mit dem Hausarzt besprochen werden, da möglicherweise ein schweres Grundleiden vorliegt.

Bücher über Lichtscheu & Lichtempfindlichkeit

Quellen

  • Berlit, P. (Hrsg.): Klinische Neurologie. Springer, Berlin 2012
  • Grehl, H., Reinhardt, F.: Checkliste Neurologie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Lang, G.K.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014

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