Zinkmangel

Letzte Aktualisierung am 12. März 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
Startseite » Krankheiten » Zinkmangel

Ein leichter Zinkmangel kommt häufiger vor, als man meint. Ein gravierender Zinkmangel wird aber seltener diagnostiziert, als man befürchtet. Beide sind zudem gut behandelbar. Man kann Zinkmangel durch eine verbesserte Ernährung und gegebenenfalls durch oral verabreichte Zinkpräparate ausgleichen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Zinkmangel

Akuter oder chronischer Zinkmangel ist eine gut behandelbare Störung im Organismus, die durch eine unzureichende Zufuhr, einen situations- oder altersbedingten Mehrverbrauch an Zink oder eine schlechte Verwertung von Zink ausgelöst wird.

Grundlage eines Mangels an Zink ist die Tatsache, dass Zink nicht im Körper hergestellt werden kann. Es muss täglich über die Lebensmittel in ausreichender Menge aufgenommen werden. Andernfalls kommt es zu einem latenten, akuten oder chronischen Zinkmangel und seinen Folgen.

Ursachen

Als Ursachen für einen Zinkmangel können verschiedene Faktoren benannt werden. Häufig sind eine unzureichende Zinkzufuhr oder eine eingeschränkte Verwertbarkeit für Zink verursachend für einen Zinkmangel.

Aber auch Fastenkuren und Diäten, eine einseitige und vitalstoffarme Ernährung, gelegentlich auch strenger Vegetarismus, eine Eiweiß-Mangelernährung oder der ständige Konsum phosphathaltiger Cola-Getränke können zu einem Zinkmangel führen.

Ebenso können eine länger anhaltende Calcium-Überdosis in Folge von Osteoporose, regelmäßiger Alkoholkonsum, akute und chronische Schwermetallbelastungen oder entzündliche Darmerkrankungen wie Zöliakie und Colitis Ulcerosa einen Zinkmangel verursachen.

Weiterhin kann es durch Hunger oder Magersucht, einen erhöhten Blutzuckerspiegel, Neurodermitis, operativ bedingte Blutverluste, starkes Schwitzen oder bestimmte Medikamente zu einem akuten oder chronischen Zinkmangel kommen. Zu den Zink abbauenden Medikamenten gehören beispielsweise Abführmittel, Entwässerungspräparate, Cortison oder die Antibabypille.

Im Alter und in bestimmten Lebensphasen wie der Schwangerschaft, bei Stress oder in Wachstumsphasen kann es außerdem zu einem erhöhten Zinkverbrauch kommen. Die Verwertbarkeit von Zink aus pflanzlichen Nahrungsmitteln ist erschwert. Wir beugen einem Zinkmangel daher mit Fleisch-, Getreide-, Milchprodukte- oder Fischverzehr vor.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Zink ist an zahlreichen biochemischen und physiologischen Prozessen im Körper beteiligt und daher können sich die Symptome bei einem Zinkmangel sehr unterschiedlich darstellen. Erste Anzeichen für einen Zinkmangel sind in der Regel unspezifisch. Dazu zählen häufige leichte Erkältungen, insbesondere Schnupfen oder Müdigkeit und Antriebslosigkeit trotz ausreichendem Schlaf.

Aufgrund einer länger anhaltenden Unterversorgung nimmt die Funktionsstörung des Immunsystems zu und die Beschwerden werden deutlicher und spezifischer. Es können Haarausfall, brüchige und splissige Nägel oder grippale Effekte auftreten. Die Anzeichen können körperlicher und geistig/seelischer Natur sein. Neben Geschmacksstörungen und einer verzögerten Wundheilung kann es auch zu Konzentrationsstörungen und einem allgemeinen Abfall des Leistungsvermögens kommen.

Außerdem können einige Hautprobleme wie trockene, schuppende Haut sowie verschiedene Entzündungsreaktionen mit Pusteln und Rötungen eintreten. Vermehrt kommt es zu Herpes, insbesondere an den Lippen. Ebenfalls kann sich die Mundhöhle oder die Nasennebenhöhle wiederholt entzünden. Individuell bereits vor einem Zinkmangel bestehende besondere Anfälligkeiten verursachen bei einer Unterversorgung verstärkt Beschwerden.

Dies kann der Magen-Darm-Bereich oder auch die Blase sein. Bei Kindern kann Zinkmangel zu Wachstumsstörungen führen. Bei längerer Unterversorgung können Reizbarkeit und depressive Verstimmungen auf den Zinkmangel hindeuten. Ebenso kann sich Zinkmangel auf die Sinne auswirken. Dabei kann es sich um eine Beeinträchtigung der Sehfähigkeit, insbesondere bei Dunkelheit handeln.

Diagnose & Verlauf

Eine Blutuntersuchung der Zinkwerte dient dem Arzt zur weiteren Diagnose von verschiedenen Krankheiten.

Diagnose und Verlauf hängen beim Zinkmangel vom Grad des Mangels, seiner Dauer und den bereits eingetretenen Folgeerscheinungen ab. Oftmals wird ein latenter Zinkmangel gar nicht bemerkt. Er besteht nur eine gewisse Zeit und gleicht sich dann wieder aus.

Bemerkt man allerdings über längere Zeit eine Neigung zu Hautentzündungen, rissigen und entzündet wirkenden Mundwinkeln, eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte oder Haarausfall, kann Zinkmangel die Ursache sein. Da das essentielle Spurenelement über die Nahrung aufgenommen werden muss, kann eine zinkarme Ernährungsweise bereits ein Ungleichgewicht auslösen.

Auf Dauer kommt es zu einem diagnostizierbaren Zinkmangel. Im Blutbild wird er allerdings eher selten festgestellt. Vielmehr deuten bestimmte Symptome darauf hin. Im Verlauf eines chronischen Zinkmangels können aber wichtige Funktionskreise im Organismus gestört werden. Lange anhaltender Zinkmangel nimmt beispielsweise Einfluss auf Hormone, Abwehrkräfte, Haut, Sehfähigkeit, Geschmackswahrnehmung oder Blutqualität.

Umweltkranke Menschen, die durch Schwermetallbelastungen belastet sind, müssen eine lebenslang erhöhte Zinkaufnahme in Erwägung ziehen, um keinen Zinkmangel zu erleiden. Zugleich hilft das Zink, Schwermetalle auszuleiten. Ähnliches gilt für Diabetiker. Sie erleiden einen Zinkmangel, weil sie Zink ausscheiden.

Komplikationen

Bei Zinkmangel können eine Reihe von Komplikationen auftreten. Zunächst macht sich ein Mangel des Spurenelements durch Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Schwäche und Antriebslosigkeit bemerkbar. Auf Dauer können diese Beschwerden zu einer Abnahme des Wohlbefindens führen und die Entstehung psychischer Erkrankungen begünstigen. Im Bereich der Sinnesorgane kommt es zu Sehstörungen wie Nachtblindheit, trockenen Augen und Geruchsstörungen.

Im Bereich der Mundschleimhaut kann es außerdem zu Geschmacksstörungen und der Entstehung von Geschwüren und Infektionen kommen. Bei der Haut können Unreinheiten, aber auch ernste Hautveränderungen wie Akne oder sogar eine Dermatitis auftreten. Auch Hautpilze, Ekzeme und Pusteln, besonders an den Fingern, im Gesicht und im Anal- und Genitalbereich, treten mitunter auf. Ein Mangel an Zink erhöht außerdem die Infektanfälligkeit und kann langfristig zu einer Schwächung des Immunsystems führen.

Mögliche hormonelle Komplikationen sind Potenzstörungen bis hin zu Unfruchtbarkeit sowie Wachstumsstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Die Behandlung eines Zinkmangels ruft, abgesehen von etwaigen Nebenwirkungen der verwendeten Nahrungsergänzungsmittel, keine größeren Beschwerden hervor. In Einzelfällen kann es jedoch zu einer Zinkvergiftung kommen, die im schlimmsten Fall zum Koma führt.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Zinkmangel kann über eine Ernährungsumstellung und eine orale Substitution mit Nahrungsergänzung geschehen.

In den meisten Fällen kann das Defizit an Zink dann schnell ausgeglichen werden. In manchen Fällen von Zinkmangel - beispielsweise bei schwerem Diabetes oder einer chronischen Umwelterkrankung durch Schwermetallbelastungen - kann allerdings eine dauerhafte Gabe von Zinkpräparaten erwogen werden.

Auch im Alter oder in der Schwangerschaft und Stillzeit sollte ein Zinkmangel grundsätzlich ausgeglichen werden.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Als sinnvolle Vorbeugung gegen Zinkmangel ist eine ausreichende Versorgung über die Ernährung sinnvoll. Zugleich muss ein übermäßiger Abbau von Zink ausgeschlossen werden.

Der vollkommene Verzicht auf Fleisch ist ebenso für einen Zinkmangel verantwortlich wie der massive Konsum phosphathaltiger Colagetränke oder Fertiggerichte.

Außerdem können bestimmte Reduktionsdiäten und Schlankheitskuren Zinkmangel bedingen. Alkoholika sind möglichst zu meiden, um einem Zinkmangel vorzubeugen. Sie stören die Zinkaufnahme, sorgen aber auch für eine höhere Zink-Ausscheidung.

Entzündliche Erkrankungen der Magen- und Darmschleimhaut - beispielsweise bei Colitis Ulcerosa oder Zöliakie - müssen behandelt werden, um einem späteren Zinkmangel vorzubeugen.

Bücher über Zink

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Hg.) Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Neuer Umschau Verlag GmbH, Neustadt an der Weinstraße 2015
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Suter, P.M.: Checkliste Ernährung. Thieme, Stuttgart 2008

Das könnte Sie auch interessieren: