Geschmacksstörung

Eine Geschmacksstörung oder Schmeckstörung äußert sich in einer Beeinträchtigung des Geschmackserlebens. Eine gesunde Lebensweise kann manchmal dazu beitragen, das Erkrankungsrisiko zu senken.

Inhaltsverzeichnis

Definition Geschmacksstörung

In der Medizin wird die Geschmacksstörung auch als Dysgeusie bezeichnet. Dabei umfasst der Begriff der Geschmacksstörung mehrere Formen von Störungen des Geschmacksempfindens:

Zunächst wird die Geschmacksstörung unterteilt in die sogenannte qualitative und die quantitative Geschmacksstörung. Von einer qualitativen Geschmacksstörung sprechen Fachleute, wenn nicht die quantitative Ausprägung der Geschmacksempfindung gestört ist, sondern die Beschaffenheit der Geschmacksempfindung: So zählen zu der qualitativen Geschmacksstörung beispielsweise das Empfinden von Geschmackseindrücken, obwohl kein entsprechender Schmeckreiz (beispielsweise Lebensmittel) vorhanden ist. Man spricht hier von der sogenannten Phantogeusie. Wird dagegen ein Geschmack erlebt, der nicht adäquat für den zu Grunde liegenden Gegenstand ist, so wird dies als Parageusie bezeichnet.

Von einer quantitativen Geschmacksstörung spricht man dagegen, wenn die Ausprägung der Geschmacksempfindung gestört ist; die Hypergeusie beschreibt dabei ein gesteigertes, die Hypogeusie ein eingeschränktes Geschmackserleben. Bei einer Ageusie liegt ein vollständiger Geschmacksverlust vor.

Ursachen für Geschmacksstörung

Die Ursachen einer Geschmacksstörung können vielfältig sein. Meist entwickelt sich eine Geschmacksstörung erst mit der Zeit; in seltenen Fällen kann eine Geschmacksstörung angeboren sein.

Bei den Ursachen einer Geschmacksstörung unterscheidet man zwischen den sogenannten nervalen, zentralen und den epithelialen Ursachen: Eine nerval bedingte Geschmacksstörung beruht meist auf der Schädigung verschiedener Hirnnerven, die am Geschmacksempfinden beteiligt sind. Dies kann unter anderem geschehen während Operationen im Kopfbereich oder in Folge von Sturzverletzungen.

Zentrale Ursachen (das zentrale Nervensystem betreffend) einer Geschmacksstörung können hervorgerufen werden durch Verletzungen des Gehirns oder verschiedene neurologische, degenerative Erkrankungen.

Sind epitheliale (das Deck- und Drüsengewebe betreffend) Ursachen für eine Geschmacksstörung vorhanden, können beispielsweise entzündliche oder virale Prozesse, aber auch Nebenwirkungen von Medikamenten vorliegen.

Diagnose von Geschmacksstörung

Geschmacksstörung

Der Diagnose einer Geschmacksstörung liegen zunächst die Schilderungen eines betroffenen Patienten zu Grunde. So erkundigt sich ein Mediziner in der Regel zunächst danach, ob eine Einschränkung des Geschmacksempfindens vorliegt und wie ausgeprägt eine solche ist. Auch kann sich der Mediziner danach erkundigen, ob sich das eingeschränkte Geschmacksempfinden im Rahmen einer Geschmacksstörung nur auf bestimmte Geschmacksrichtungen bezieht oder auf das gesamte Geschmacksspektrum. So kann unter anderem die Art einer vorliegenden Geschmacksstörung genauer definiert werden.

Nach dem Einholen der Informationen durch den Patienten sind weitere diagnostische Verfahren üblich; zu diesen zählen unter anderem Geschmackstests und das Untersuchen von Mund und Rachen. Je nach durch den Mediziner vermuteter Ursache einer Geschmacksstörung können außerdem Verfahren angewandt werden, die Hirnströme erkennbar werden lassen, die bei Darbietung eines Geschmacksreizes entstehen (beispielsweise das EEG).

Behandlung von Geschmacksstörung

Eine effektive Behandlung einer Geschmacksstörung bedarf zunächst einer detaillierten Diagnose. So kann gezielt die Ursache behandelt werden, die hinter einer Geschmacksstörung steht.

Liegt eine qualitative Geschmacksstörung vor (also eine Geschmacksstörung, die sich darin äußert, dass ein Betroffener ein qualitativ verändertes Geschmacksempfinden hat oder Geschmäcker ohne Vorliegen eines realen Geschmackträgers wahrnimmt), besteht eine hohe Chance, dass sich die Symptome nach circa 12 Monaten selbstständig wieder verlieren.

Therapieerfolge werden hier beispielsweise auch verzeichnet nach der therapeutischen Gabe von Zink oder von sogenannter Alpha-Liponsäure, die dazu beitragen sollen, entsprechende Missempfindungen zu bekämpfen. Wird die qualitative Geschmacksstörung beispielsweise verursacht durch die Einnahme von Medikamenten (dies kann sich beispielsweise äußern durch einen bitteren oder metallenen Geschmack), so führt ein Absetzen des entsprechenden Medikaments in der Regel zu einem raschen Wiedererlangen des ursprünglichen Geschmacksempfindens.

Ist eine Geschmacksstörung bedingt durch entzündliche Prozesse im Mundraum (aufgrund mangelnder Mundhygiene oder durch Infektionen), kann eine Behandlung mit Antibiotika wirksam sein.

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Vorbeugung von Geschmacksstörung

Ein effektives Vorbeugen gegen eine Geschmacksstörung kann vor allem geschehen durch positives Beeinflussen der möglichen Ursachen. So kann beispielsweise eine konsequente Mundhygiene dazu beitragen, Entzündungen oder Beeinträchtigungen im Mundraum zu vermeiden.

Ein verantwortungsvoller Umgang mit vorliegenden Grunderkrankungen, die zu einer Geschmacksstörung führen können, kann dazu beitragen, die Risiken der Entwicklung einer Geschmacksstörung zu senken.

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