Fasten

Aus religiösen Kreisen schon lange bekannt, erfreut sich das Fasten mittlerweile auch als Gesundheitstrend hoher Beliebtheit. Zusammenfassend versteht man unter Fasten den teilweisen oder völligen Verzicht auf Speisen und Genussmittel. Bei extremeren Formen des Fastens kann es sogar zur Enthaltung von Getränken über einen zeitlich begrenzten Zeitraum kommen. Bei der heutigen Anzahl unterschiedlicher Kuren zum Fasten, differenziert man verschiedene Methoden, was die Aufnahme von Speisen und Getränken angeht.

Inhaltsverzeichnis

Funktion, Wirkung und Ziele von Fasten

Viele Menschen, die über einen längeren Zeitraum aus Gesundheitsgründen fasten, beginnen diese Zeit meist mit einer kompletten Darmentleerung. Fasten hat vornehmlich zum Ziel, dass der Körper durch die fehlende Nährstoffaufnahme eigene Reserven verstoffwechselt. Hierdurch wird bewirkt, dass der Körper mit dem Abbau der Reserven auch Schadstoffe ausscheidet. Der Körper wird beim Fasten entschlackt. Um die Entschlackung und Ausspülung zu fördern, wird Fasten in der Regel immer mit einer entsprechend hohen Flüssigkeitsaufnahme verbunden.

Fasten kann sich darüber hinaus lindernd auf bestimmte Krankheitsbilder auswirken oder zu einer kompletten Heilung beitragen. Aber auch gesunde Menschen fasten und verfolgen dabei Gründe, wie den Einstieg zur Gewichtsreduktion vor einer kompletten Nahrungsumstellung oder einfach die Stärkung des Immunsystems. Zusätzlich zu diesen nachgewiesenen Effekten beobachten viele Menschen während sie fasten, einen positiven psychischen Effekt. Sie fühlen sich ausgeglichener, kreativer und beobachten insgesamt eine gesteigerte Leistungsbereitschaft und –fähigkeit.

Nebenwirkungen von Fasten

Beim Fasten können jedoch auch einige Nebenwirkungen auftreten. In der Regel verschwinden diese allerdings nach einiger Zeit wieder, sobald der Körper sich auf das Fasten eingestellt hat. Hierzu zählen beispielsweise starker Mundgeruch, schlechte Laune, Schwindelgefühle und trockene Haut. Bei Fastenbeginn versucht der Körper, bevor er an die Fettreserven geht, vornehmlich seine Energie aus dem leichter zu verstoffwechselnden Eiweiß zu erhalten.

Dies bedeutet, es wird teilweise Muskulatur abgebaut. Fasten Menschen ausgiebig, die normalgewichtig oder nur sehr leicht übergewichtig sind, kann es in einzelnen Fällen auch zum Abbau von Muskelgewebe am Herzen kommen, was in sehr wenigen und extremen Fällen tödliche Folgen haben kann. Länger andauernde Kuren zum Fasten sollten daher vornehmlich unter ärztliche Aufsicht durchgeführt werden.

Fasten in der Therapie und Behandlung

Demgegenüber stehen die positiven Auswirkungen, Linderung oder Heilung diverser Krankheiten, bei denen Fasten als Therapie eingesetzt werden kann. Diese Therapien sollten niemals ohne einen anwesenden Arzt ausgeführt werden und finden in der Regel auch in bestimmten Einrichtungen zum Fasten statt.

Einmaliges medizinisches Fasten hat jedoch nicht unbedingt einen dauerhaften Sinn. Es geht meist einher mit einer kompletten Nahrungsumstellung, bei der individuelle Ernährungspläne erarbeitet und eigenständig eingehalten werden müssen. Ein erneutes Fasten wird dann jedes Jahr empfohlen. Fasten kann heute beispielsweise bei Diabetes Typ 2 verordnet werden. Bei dieser Krankheit tritt im Körper hauptsächlich ein Verwertungsproblem des produzierten Insulins auf. Fasten kann hier eine Regulation der Stoffwechselprozesse fördern.

Bei Rheuma und Arthritis hat Fasten ebenfalls positive Auswirkungen. Bei gleichzeitiger Stimulation des Immunsystems wird die Entzündungsneigung gehemmt, was Linderung verschafft. Durch Entwässerung und Entstauung des Körpers wird die Nährstoffaufnahme, der ohnehin spärlich versorgten Gelenkstrukturen gefördert, was ebenfalls die Entzündungen lindert. Migräne kann unter anderem die Ursache in nicht verträglichen Lebensmitteln haben. Beim Fasten kann ermittelt werden, ob diese Ursache ausschlaggebend ist. Viele Patienten erleben nach Beginn einer Fastenkur sofortige Reduktion in Stärke und Häufigkeit von Migräneanfällen.


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