Nachtblindheit
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)Bei der Nachtblindheit, medizinisch Hemeralopie genannt, ist das Sehen in der Dämmerung beeinträchtigt. Verantwortlich dafür ist eine Funktionsschwäche der Stäbchen. Das sind die Sinneszellen der Netzhaut, die das Sehen bei schlechten Lichtverhältnissen ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis |
Definition Nachtblindheit
Nachtblindheit bedeutet im engeren Sinne, dass man nachts bzw. im Dämmerlicht überhaupt nichts mehr sieht. Das ist sehr selten, die meisten Patienten, die von Nachtblindheit betroffen sind, sehen nachts einfach nur schlechter. In beiden Fällen wird dennoch von Nachtblindheit gesprochen.
Ursachen für Nachtblindheit
Daher ist es bei Nachtblindheit in jedem Fall sinnvoll, sich von einem Augenarzt untersuchen zu lassen. In Industrieländern sehr selten ist ein Vitamin A-Mangel. Vitamin A ist zum Hell-Dunkel-Sehen notwendig und führt zu Sehstörungen in der Dunkelheit, wenn es in zu geringem Maße vorhanden ist.
Zu einem Vitamin A-Mangel kann es unter anderem kommen, wenn nicht genügend Lebensmittel gegessen werden, die das Vitamin enthalten oder eine ausreichende Aufnahme wegen einer Magen- oder Darmerkrankung nicht möglich ist.
Weit häufiger sind für Nachtblindheit angeborene Erkrankungen verantwortlich. Bei manchen Menschen funktionieren einfach die Stäbchen schlechter. Diese Form der Nachtblindheit geht oft mit Kurzsichtigkeit und Augenzittern (Nystagmus) einher. Aber auch die eher seltene Retinopathia pigmentosa kann zu Nachtblindheit führen.
Bei dieser Erkrankung werden die Sinneszellen der Netzhaut durch körpereigene Prozesse angegriffen und verlieren nach und nach ihre Funktion. Weitere körperliche Erkrankungen wie Diabetes können ebenfalls eine Nachtblindheit hervorrufen, wenn die feinen Gefäße im Auge durch die Zuckerkrankheit beschädigt werden.
Keine Nachtblindheit im eigentlichen Sinne sind die Sehprobleme, die ein grauer Star (Linseneintrübung) mit sich bringt. Patienten mit grauem Star fällt es in der Dämmerung einfach mehr auf, dass sie verschwommener sehen und durch einstrahlendes Licht geblendet werden.
Es ist übrigens normal, wenn Sie die ersten Minuten nichts sehen, nachdem Sie vom Hellen in einen dunklen Raum gekommen sind. Das Auge benötigt einige Minuten, bis es sich an veränderte Lichtverhältnisse angepasst hat.
Typische Symptome bei Nachtblindheit
- Sehstörungen in der Nacht und bei Dämmerung
Diagnose und Verlauf bei Nachtblindheit
Der Augenarzt untersucht zur Diagnose der Nachtblindheit erst die Dunkeladaptation der Augen, d.h. wie gut und schnell sich Ihre Augen an veränderte Lichtverhältnisse anpassen können. Dazu wird ein Adaptometer verwendet. Neben der Dunkeladaption ist mit diesem Gerät auch eine Messung möglich, wie blendempfindlich und wie kurzsichtig Sie in der Dämmerung sind.
Anschließend wird nach den Ursachen für die Nachtblindheit gesucht. Dazu kommt unter anderem ein Elektroretinogramm zum Einsatz. Mit diesem Gerät kann die Funktionsfähigkeit der Sinneszellen im Auge überprüft werden: Die Stäbchen, die fürs Sehen in der Dämmerung verantwortlich sind und die Zäpfchen, die Sinneszellen für das Bunt-Sehen.
Der Verlauf der Nachtblindheit hängt von ihrer Ursache ab. Wenn die Nachtblindheit von den Eltern vererbt wurde, wird sich die Nachtblindheit im Laufe der Zeit in der Regel nicht verschlechtern. Die Retinopathia pigmentosa hingegen führt nach und nach zu einer größeren Sehbehinderung, was die Nachtblindheit ebenfalls betrifft.
Behandlung von Nachtblindheit
Auch Schäden an dem feinen Gefäßsystem des Auges und der Netzhaut, z. B. durch einen Diabetes, lassen sich bislang nicht wieder rückgängig machen.
Wenn Vitamin A-Mangel in der Nahrung oder eine Magen-Darm-Erkrankung die Nachtblindheit ausgelöst hat, hören die Sehstörungen in der Dämmerung in der Regel wieder auf, wenn das zugrunde liegende Problem beseitigt ist.
Rezeptfreie Medikamente gegen Sehstörung
Hier Informieren:
Vorbeugung von Nachtblindheit
Eine Vorbeugung der Nachtblindheit ist meist unmöglich. Angeborene Formen der Nachtblindheit, wie eine Schwäche der Stäbchen oder eine Retinopathia pigmentosa können nicht verhindert werden. Bei einem Diabetes hilft oft ein angepasster Lebensstil und ein gut eingestellter Blutzucker, Schäden am Gefäßsystem, darunter dem der Netzhaut zu vermeiden. Vegetarier und Veganer sollten darauf achten, häufig Gemüsesorten zu verzehren, die Vitamin A enthalten, z. B. Paprika, Tomaten und Möhren.
Bücher über Sehstörungen
Weitere Infos
