Luft im Bauch

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2017
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Im folgenden Artikel geht es um das Thema Luft im Bauch, vermehrter Blähungen und festsitzender Luft im Körper. Aufgezeigt werden neben einer Definition auch Ursachen, Diagnose, Verlauf, Behandlung und letztlich auch Möglichkeiten zur Vorbeugung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Luft im Bauch?

Luft im Bauch oder Meteorismus (griechisch metéōros - in der Luft schwebend) bezeichnet die überschüssige Gasentwicklung, die in Magen und Darm während des Verdauungsprozesses entsteht.

Ein Entweichen der Gase über den Anus erfolgt anfangs dabei nicht. Betroffene klagen häufig über ein Völlegefühl, krampfhafte Schmerzen und einen aufgeblähten, hohl klingenden Bauch (Trommelbauch). In den meisten Fällen sind Blähungen harmlos und werden früher oder später durch Aufstoßen oder in Form von vermehrten Körperwinden über den Anus ausgestoßen.

In der Fachliteratur findet man daher weiterführende Definitionen auch unter dem Stichwort Flatulenz (lateinisch flatus - Wind Blähung). Ein gewisser Luftanteil in Magen und Darm ist normal, da es sich bei beiden Organen um Hohlorgane handelt.

Ursachen

Häufige Ursachen für Meteorismus und Flatulenz sind falsche Ess- und Lebensgewohnheiten. Allgemein bekannt ist, dass Nahrungsmittel, wie Hülsenfrüchten, Zwiebeln, Spargel, Kohl und Dörrobst eine blähende Wirkung haben.

Auch im übermäßigen Genuss von Alkohol, Zigaretten, Kaffee, kohlensäurehaltigen Getränken, Kaugummi, zu fetter und zu zuckerhaltiger Nahrung kann der Grund für einen Blähbauch liegen. Stress und Hektik liefern ebenfalls mögliche Gründe hierfür. Da während jeder Nahrungsaufnahme auch Luft verschluckt wird, erhöht sich deren Anteil maßgeblich durch hastiges und kaum gekautes Essen.

Jedoch auch Hormonschwankungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Erkrankungen des Magens, Darms und der Bauchspeicheldrüse, sowie eine Behandlung mit Antibiotika können eine Ursache für schmerzhafte Luft im Bauch sein. Daher ist bei anhaltenden Symptomen eine ärztliche Konsultation ratsam.

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Diagnose & Verlauf

Betroffene klagen häufig über ein Völlegefühl, krampfhafte Schmerzen und einen aufgeblähten, hohl klingenden Bauch (Trommelbauch).

Um eine Diagnose stellen zu können, werden vor der körperlichen Untersuchung vom Arzt bestimmte Fragen in einem ausführlichen Gespräch geklärt. Welche Essgewohnheiten hat der Patient? In welcher Situation befindet er sich gerade? Liegt eine regelmäßige Medikamenteneinnahme vor? Bewegt sich der Patient genügend? Liegen weitere Beschwerden wie wiederholte Übelkeit und häufiger Durchfall, Erbrechen oder Hautirritationen vor?

Bei Verdacht auf körperliche Erkrankungen ist eine Untersuchung des Blutes, des Stuhls, eine Magen- und/oder Darmspiegelung ratsam. Über die Blutuntersuchung können nicht nur hormonelle Störungen erkannt werden.

Mit einem bestimmten Bluttest kann außerdem eine vorliegende Glutenunverträglichkeit, die Zöliakie, festgestellt werden. Eine Laktoseintoleranz, die Unverträglichkeit von Milchzucker, kann mit einem speziellen Atemtest diagnostiziert werden.

Komplikationen

Luft im Bauch hat verschiedene Ursachen, die zum Teil ernährungsbedingt sind und keine weiteren Komplikationen außer Bauchschmerzen und Blähungen mit sich ziehen. Zum anderen Teil können auch einige Erkrankungen dahinter stecken, die harmlos oder auch gefährlich sein können. [Laktoseintoleranz|Laktoseintolerante]] tragen meist keine weiteren Komplikationen mit sich außer, dass sie keine Milchprodukte mehr zu sich nehmen sollen.

Dadurch kann bei ihnen ein Mangel an Calcium entstehen, der für den Knochenaufbau wichtig ist. Dies kann in eine Osteoporose resultieren. Sind die Betroffenen zudem Vegetarier bleibt ihnen eine wichtige Quelle für Eiweiße verwehrt. Ähnlich verhält es sich mit Fruktoseintoleranten. Schon kleine Mengen an Fruchtzucker können starke Bauchschmerzen verursachen und sogar in den schlimmsten Fällen die Leber und Niere beeinträchtigen.

Zudem bleiben bei Betroffenen durch die fruktosearme Diät viele Vitamine aus, so dass mit entsprechenden Mangelerscheinungen gerechnet werden muss. Ein Reizdarm ist eigentlich nicht gefährlich und muss nicht unbedingt Komplikationen mit sich ziehen. Die Lebenserwartung ist sogar nicht eingeschränkt.

Dennoch können die ständigen Probleme mit dem Darm Unwohlsein und Ängste auslösen und so stark auf die Psyche eingehen. Dabei kommt es darauf an, wie oft und stark die Beschwerden eintreten. Patienten können sich von der Umwelt isolieren und meiden viele Speisen und Nahrungsmittel, die eigentlich nicht gefährlich für den Betroffenen sind.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Luft im Bauch ist unangenehm und äußert sich unter anderem durch Bauchschmerzen und Blähungen. Einige Hausmittel und Maßnahmen lindern das Völlegefühl schnell und effektiv. Meistens genügt es bereits, die Ernährungsgewohnheiten anzupassen. Wer regelmäßig unter Luft im Bauch leidet, sollte mindestens vier bis fünf kleine Mahlzeiten am Tag essen und zu jeder Mahlzeit mindestens einen halben Liter trinken. Speisen sollten gut gekaut werden, um den Magen zu entlasten. Außerdem gilt es, blähende Speisen sowie rohes Gemüse und fettiges Fleisch vom Speiseplan zu streichen.

Auch kohlensäurehaltige Getränke und Genussmittel wie Alkohol oder Koffein sollten gemieden werden. Bewegung vertreibt Luft aus dem Bauch: Ein kleiner Spaziergang nach jeder Mahlzeit regt die Verdauungsprozesse an und erleichtert den Abtransport der Gase. Auch Entspannungsübungen wie autogenes Training, Yoga oder Krankengymnastik können bei Luft im Bauch helfen.

Daneben empfehlen sich Hausmittel wie Kräutertees mit Kamille, Anis, Kümmel oder Fenchel. Auch Wärme, etwa in Form eines Kirschkernkissens oder einer Wärmflasche, wirkt krampflösend und entblähend. Wenn alles nichts hilft, sollte allerdings ein Arzt eingeschaltet werden, da möglicherweise ein ernstes Grundleiden vorliegt.

Behandlung & Therapie

Häufig reicht bereits die Überprüfung und Umstellung der Lebens- und Essgewohnheiten als erfolgreiche Behandlung. Gegen bereits festsitzende Luft im Körper hilft Bewegung wie ein ausgiebiger Spaziergang. Hausmittel, wie Anis, Fenchel, Pfefferminze oder Kümmel in Form von Tee können helfen.

Auch eine Massage mit Pfefferminz- und Schwarzkümmelöl ist förderlich. Liegt jedoch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder eine Nahrungsmittelallergie vor, gilt es, Lebensmittel mit den unverträglichen Inhaltsstoffen zu meiden. Wurden die Beschwerden durch Stress verursacht, ist es ratsam, die eigene Lebenssituation zu überdenken. Bei organischen Ursachen ist häufig eine Diät unabdingbar. So ist bei einer Leber- oder Gallenblasenentzündung auf eine fettarme, leichte Kost zu achten.

Ebenso ist bei organischen Ursachen ein Verzicht auf Alkohol und Zigaretten, Koffein und scharf gewürzte Speisen anzuraten. Im Falle einer chronischen Pankreatitis ist eine ballaststoffarme Ernährung notwendig. Mit dem Verzicht auf bestimmte Lebensmittel sind des Weiteren Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien zu behandeln. So muss ein Patient mit Zöliakie, lebenslang eine glutenfreie Ernährung einhalten.

Äquivalent dazu kann der Patient mit der diagnostizierten Laktoseintoleranz mit dem Verzicht auf Nahrungsmittel, die viel Milchzucker enthalten, schmerzhafte Blähungen vermeiden. Eine Fruktoseunverträglichkeit, die sich mitunter durch heftige Bauchschmerzen zeigt, ist durch den Verzicht auf Lebensmittel, die Fruchtzucker enthalten, gut behandelbar.

Aussicht & Prognose

In den meisten Fällen stellt die Luft im Bauch keine gesundheitliche Gefahr dar und muss nicht zwingend durch einem Arzt behandelt werden. Die Luft im Bauch entsteht in der Regel durch eine falsche Ernährung und kann vom Patienten in vielen Fällen selbst behoben werden. Sie führt nur in wenigen Fällen zu weiteren Komplikationen und stellt keine Gefahr für den menschlichen Körper dar.

Die betroffenen Personen fühlen sich bei Luft im Bauch immer voll und aufgebläht. Dies kann auf Dauer relativ unangenehm sein. Das Verhalten äußert sich ebenso in einem Blähbauch, welcher hauptsächlich mit Luft und anderen Gasen gefüllt ist. In einigen Fällen führt die Luft im Bauch auch zu Krämpfen, Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall. Sie kann das Leben stark erschweren und die Lebensqualität mindern.

Da die Luft im Bauch meist mit einer falschen Ernährung verbunden ist, ist eine Behandlung durch den Arzt oft nicht notwendig. Es gibt allerdings Mittel, die den Bauch entschäumen und dabei die Luft im Bauch stark verringern. Sie sollten nicht dauerhaft eingenommen werden.

In einigen Fällen entsteht die Luft im Bauch durch die Intoleranz des Körpers auf einen Inhaltsstoff. Dieser sollte abgesetzt oder nur noch mit Allergietabletten zusammen eingenommen werden. Diese Behandlung führt meist zu einem Erfolg.

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Vorbeugung

Das Auge isst mit, heißt es, denn die sorgsame Zubereitung und ein köstlich angerichtetes Essen regt bereits die Magensaftbildung an. Eine weitere vorbeugende Maßnahmen ist auch im eingehenden Kauen der Nahrung zu finden.

Dadurch wird ein Sättigungsgefühl rechtzeitig wahrgenommen und ein Überessen vermieden. Schon damit werden die Verdauungsmechanismen für den Körper erleichtert. Eine gesunde, abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und wenig Zucker und Fett halten Magen und Darm gesund. Statt kohlensäurehaltiger Getränke sollten Tees, Schorlen oder stilles Wasser bevorzugt werden.

Auch eine ausreichende Trinkmenge entlastet den Verdauungstrakt zusätzlich. Oft reduzieren auch der Verzicht auf Kaugummi, blähende Speisen und Zigaretten sowie der maßvolle Umgang mit Alkohol die Menge der Gase im Körper. Regelmäßige Bewegung und leichte Gymnastik sowie Entspannungsübungen und spezielle Atemtechniken beugen Blähungen ebenfalls vor. Und noch etwas: Im Durchschnitt sind bis 25 Windabgänge pro Tag unbedenklich und gelten als normal.

Das können Sie selbst tun

Gegen Luft im Bauch helfen verschiedene Hausmittel. Zur Selbsthilfe empfiehlt es sich zunächst, die eigene Ernährung zu überdenken. Betroffene sollten zunächst auf blähende Speisen sowie kohlensäurehaltige Getränke verzichten und ausreichend ballaststoffreiche Lebensmittel in die Diät integrieren. Vor allem Ingwer, Knoblauch, Koriander, Zimt und Nelken, aber auch Kürbisse sind aufgrund ihrer entblähenden Wirkungen eine gute Alternative zu Zucker und frittierten Lebensmitteln.

Noch wirksamer ist Bewegung an der frischen Luft. Bereits ein kurzer Spaziergang regt die Verdauung an und vertreibt die Luft aus dem Bauch. Auch Yoga, Autogenes Training und andere Entspannungsübungen wirken gegen Luft im Bauch. Eine Massage mit warmen Ölen entfernt überschüssige Luft ebenfalls schnell aus dem Bauch. Akut hilft gegen Blähungen Wärme.

Eine Wärmflasche oder ein Kirschkernsäckchen beruhigt den Darm und reduziert Druck und Schmerzen im Bauchraum. Gegen leichte Beschwerden hilft auch Kräuter-, Kümmel- oder Fenchel-Tee, der neben seiner entkrampfenden Wirkung auch das Wohlbefinden steigert. Bleibt die Luft trotz allem im Bauch und geht möglicherweise mit einem Unwohlsein und anderen Beschwerden einher, empfiehlt sich der Besuch beim Hausarzt.

Bücher über Blähungen

Quellen

  • Behrends, J. C., et al.: Physiologie. Thieme, Stuttgart 2017
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Messmann, H. (Hrsg.): Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2011

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