Kümmel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Kümmel (Lateinisch: Carum carvi) ist eine zweijährige Staude. Bis zu einer Höhe von einem halben Meter wachsen die Pflanzen, die zu den Doldenblütlern (Apiaceae) gerechnet werden.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau von Kümmel

Kümmel ist also mit Dill, Petersilie und Fenchel verwandt. Zum Kreis der Apiaceaen gehört auch die Karottenstaude, die dem Kümmel mit den fiedrigen Blättern und den schirmchenförmigen weißen bis rötlichen Blütendolden sehr ähnlich sieht.

Der Mensch nutzt Kümmel schon seit frühgeschichtlicher Zeit. Bereits antike Quellen erwähnen Kümmel als Heil- und Gewürzpflanze. Ursprünglich in Vorderasien und dem Mittelmeerraum beheimatet, gelangte der Kümmel auch in die mitteleuropäischen Klostergärten.

Von dort aus verwilderte Kümmel besonders in den Mittelgebirgen im Kernland Europas. Köche und Mediziner schätzen die braunen, gekrümmten Früchte wegen ihrer aromatischen Inhaltsstoffe.

Wirkung & Anwendung

Kümmel enthält ätherische Öle sowie einige Fettstoffe. Der charakteristische intensive Duft dieser Substanzen verleiht deftigen Gerichten eine zusätzliche Note. Der pharmazeutische Effekt der ätherischen Öle im Kümmel entfaltet sich überwiegend im Magen-Darm-Trakt. Hier wirkt Kümmel krampflösend und verdauungsfördernd durch die Anregung der Sekretion von Gallenstoffen. Diese, in der Leber produzierten „Emulgatoren“, werden für die Fettverdauung benötigt.

Kümmel ist auch ein bekanntes Mittel gegen Blähungen und kommt besonders bei Kindern oft zur Anwendung. Die ätherischen Öle im Kümmel hemmen auch das Wachstum von Bakterien und Pilzen. Mengenmäßig am meisten verwendet werden die ganzen Kümmelfrüchte. Die sowohl würzenden als auch heilenden Wirkungen kommen durch den Zusatz von Kümmel in Speisen zur Geltung. Mit den Früchten kann aber auch bei akuten Verdauungsbeschwerden ein Tee zubereitet werden. Dann empfiehlt es sich, die Früchte zu zerstoßen, damit die Wirkstoffe optimal in die wässrige Lösung einziehen. Im Handel sind Magen-Darm-Tees erhältlich, die neben anderen Heilkräutern auch Kümmel enthalten.

Kümmel ist mit Dill, Petersilie und Fenchel verwandt.

In konzentrierter Form ist Kümmel als Tinktur erhältlich. Eine Alternative zu diesen alkoholischen Auszügen ist das reine ätherische Öl. Die Hersteller gewinnen den 100%igen Wirkstoff aus dem Kümmel durch Destillation. Das Konzentrat entfaltet schon bei der Einnahme von nur 1 bis 2 Tropfen seine Wirksamkeit. Äußerlich angewendet wirkt Kümmel-Öl durchblutungsfördernd.

Neben den flüssigen Arzneien bieten Apotheken pulverisierten Kümmel an, der überwiegend in anderen Kräutermischungen enthalten ist. Leichter zu dosieren sind Presslinge solcher Pulver in Tablettenform. Speziell für Kinder gibt es schnell wirkende Kümmelzäpfchen. Darüberhinaus ist Kümmel auch Bestandteil von einigen Mundwässern, die zur Desinfizierung dienen. Desweiteren wird Kümmel zu homöopathischen Präparaten verarbeitet.

Bedeutung für die Gesundheit

Kümmel wird in der Küche vor allem in Kohlgerichten verwendet. Das hat nicht nur geschmackliche Gründe, sondern die „karminative“ Wirkung beugt Blähungen vor. Verantwortlich dafür ist die antibiotische Wirkung, die für Kümmel belegt ist. Die Hemmung der Mikroben unterbindet zu starke Gärungsprozesse im Darm. Durch den gleichen Effekt beugt das uralte Antibiotikum Darminfektionen vor.

Kümmel soll besonders auch gegen die Ansiedlung des gefürchteten „Heliobacter pylori“ helfen. Das Bakterium verursacht Geschwüre des Magens und des Zwölffingerdarms.

Die Volksmedizin sagt dem Kümmel noch einige weitere gesundheitliche Wirkungen nach, die wissenschaftlich allerdings nicht bewiesen sind. So soll Kümmel die Produktion von Muttermilch fördern und gegen Beschwerden während der Menstruation helfen. Sehr wahrscheinlich ist der heilende Effekt von Kümmel bei Erkältungskrankheiten wie Husten, denn auch andere ätherische Öle finden bei Infektionen der Atemwege Verwendung. Die aromatischen Öle helfen auch bei Kopfschmerzen und können Zahnweh lindern.

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