Krebstherapie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. September 2017
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Dank der modernen Medizin sind die Heilungschancen bei Krebs in den letzten drei Jahrzehnten stetig angestiegen. Die Verbindung aus vorbeugenden Maßnahmen, dem Einsatz weiterentwickelter diagnostischer Verfahren sowie einer verbesserten Krebstherapie führte dazu, dass viele Krebserkrankte trotz der erschreckenden Diagnose ein weitgehend normales Leben führen können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Krebstherapie?

Die derzeit am häufigsten angewandten Formen der Krebstherapie sind Operationen, Chemotherapie sowie Strahlentherapie. Einige Tumorarten sprechen auch auf Hormon- oder Immuntherapien an. Stammzellen- oder Knochenmarkstransplantationen werden als Krebstherapie für bestimmte Formen von Lymphdrüsenkrebs oder bei Leukämien eingesetzt.

Bei vielen Krebserkrankungen werden mehrere Krebstherapien zur Erhöhung ihrer Wirksamkeit kombiniert und zusätzlich durch psychisch und körperlich unterstützende Maßnahmen begleitet. Zum Beispiel sorgt eine gezielte Schmerztherapie bei der Behandlung von Tumorschmerzen bei 90 % der Betroffenen für eine weitgehende Linderung der Schmerzen oder auch für völlige Schmerzfreiheit. Welche Krebstherapie für den jeweiligen Patienten die Richtige ist, hängt von dessen individuellen Merkmalen ab.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die derzeit am häufigsten angewandten Formen der Krebstherapie sind Operationen, Chemotherapie sowie Strahlentherapie.

Im Rahmen einer Krebstherapie durchgeführte Operationen zielen darauf ab, das von Krebs befallene Gewebe vollständig zu entfernen. Um dies sicherzustellen, werden auch Teile des benachbarten gesunden Gewebes weggenommen, um vereinzelte, möglicherweise bis hierher vorgedrungene Tumorzellen zu entfernen.

Bei der Chemotherapie finden Substanzen (Zytostatika) Verwendung, welche die Zellvermehrung unterdrücken. So kann durch die Krebstherapie ein weiteres Wachstum des Tumors verhindert werden. Es ist sowohl die Verwendung einzelner als auch die Kombination mehrerer chemotherapeutischer Substanzen möglich. In vielen Fällen sorgen spezielle Therapieschemata dafür, dass die Medikamentenkombinationen während der Krebstherapie in exakt vorgegebenen Zeitabständen eingenommen werden.

Bei der Strahlentherapie wird der Tumor durch radioaktive Strahlung am Weiterwachsen gehindert. Ziel dieser Art der Krebstherapie ist die vollständige Beseitigung des Krebsherdes und somit die Heilung. Häufig wird sie im Anschluss einer Operation durchgeführt, um verbliebenes Tumorgewebe zu zerstören. Hierfür wird bei der Krebstherapie durch Strahlen gezielt Röntgenstrahlung eingesetzt. Diese gehört zu den ionisierenden Strahlungsformen, deren Energie hoch genug ist, um in Körperzellen biologische Reaktionen in Gang zu setzen, welche die Zellen schädigen und zu deren Absterben führen.

Bestimmte Hormone können das Wachstum mancher Krebsformen verstärken. Diese Tatsache wird in der Krebstherapie bei der Anti-Hormontherapie sowie der Hormonersatztherapie ausgenutzt. Herbei werden gezielt körpereigene Hormone ausgeschaltet oder ersetzt, um die Tumoren am Wachstum zu hindern. Diese Form der Krebstherapie wird häufig ergänzend zu Operationen, Chemo- oder Strahlentherapien eingesetzt bei der Behandlung bestimmter Formen von Prostatakrebs, Gebärmutterkörperkrebs, Brustkrebs oder Schilddrüsenkrebs eingesetzt.

Eine Krebstherapie bei Blutkrebs und bösartigen Lymphdrüsenkrebs setzt sich oft aus hoch dosierten Chemo- und Strahlentherapien zusammen, die neben den Krebszellen auch das Knochenmark zerstören. Im Anschluss an die Krebstherapie werden dem Patienten Stammzellen mittels Stammzellentransplantation verabreicht, aus denen sich Knochenmarkszellen entwickeln und das blutbildende System neu aufgebaut werden kann. Eine Alternative zur Stammzellentransplantation im Rahmen einer Krebstherapie ist die Transplantation von Knochenmark eines geeigneten Spenders.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Nebenwirkungen dieser Krebstherapie sind darauf zurückzuführen, dass die eingesetzten Medikamente zwischen gesunden Zellen und Tumorgewebe nicht unterscheiden können. Das führt dazu, dass auch die nicht vom Krebs betroffenen Körpergewebe während der Krebstherapie in ihrer Vermehrungsfähigkeit beeinträchtigt sind.

In einigen Fällen werden bei dieser Krebstherapie zudem weitere befallene Organe sowie Lymphknoten entfernt. Eine Operation bei Krebs ist somit nicht ohne Risiken. Zu Problemen kann es kommen, wenn andere Organe, Blutgefäße oder Nerven verletzt werden, was Blutungen und Nachblutungen zur Folge haben kann. Im Bereich der Operationswunde können zudem Infektionen, Verwachsungen und auch Blutgerinnseln infolge der Krebstherapie auftreten.

Besonderes Auswirkung kann dies auf das Gewebe haben. Im Besondern immer wieder erneuernde Haarwurzeln, blutbildendes Knochenmark und Schleimhäute. So kann es während der Chemotherapie zu Haarausfall, Blutarmut (Anämie) und Entzündungen der Mundschleimhaut kommen. Übelkeit und Erbrechen sind bei der Krebstherapie mit Zytostatika ebenfalls häufige Begleiterscheinungen, können aber durch entsprechende Medikamente recht gut behandelt werden.

Da durch die Strahlentherapie auch gesundes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen wird, kommt es bei der Krebstherapie auch zu Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Durchfall und Kopfschmerzen. Dieser sogenannte Strahlenkater verschwindet jedoch nach kurzer Zeit wieder. Da diese Form der Krebstherapie eine erhöhte Strahlenbelastung mit sich bringt, kommt es oftmals zu Hautreizungen (Strahlendermatitis) und Schleimhautreizungen. Auch Zahnfleischentzündungen, Speiseröhren-, Magen- und Darmentzündungen sowie Entzündungen der Harnblase können Folge dieser Krebstherapie sein.

Bei der Behandlung von Brustkrebs mittels Hormontherapie kommt es häufig zu Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Juckreiz im Genitalbereich, vaginale Blutungen, Kreislaufbeschwerden und Kopfschmerzen.

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Quellen

  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006
  • Sauer, R.: Strahlentherapie und Onkologie. Urban & Fischer, München 2009
  • Seeber, S.: Therapiekonzepte Onkologie. Springer, Berlin 2007

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