Zahnfleischentzündung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. November 2017
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Eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) ist eine bakteriell entzündete Zahnerkranung des Mundraumes. Die Ursache für diese Entzündung liegt zumeist in mangelnder Mundhygiene. Typische Beschwerden sind dabei Zahnfleischbluten, Zahnschmerzen und Schwellungen des Zahnfleisches. Im Verlauf einer unbehandelten Zahnfleischentzündung geht das Zahnfleisch langsam von den Zahnhälsen zurück, was zum Ausfall der Zähne führen kann. Eine rechtzeitige Behandlung beim Zahnarzt ist also ratsam.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Zahnfleischentzündung?

Mit einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) ist nicht zu scherzen; es handelt sich um eine Entzündung des Zahnfleisches durch Bakterien in der Mundhöhle, die unbehandelt schnell in eine Parodontitis übergehen kann und damit den Zahnhalteapparat für immer verletzten oder gar zerstören kann.

Gingivitis bezeichnet hier die Rötung oder Schwellung des Zahnfleisches, das durch Plaque im Mund entzündet wird. Das Zahnfleisch blutet bei Berührung sehr schnell, jedoch ist eine Gingivitis zumeist nicht schmerzhaft. Wird die Gingivitis chronisch, kann sie in eine Parodontitis übergehen und für Zahnlockerung und Knochenschwund sorgen.

Ursachen

Eine Entzündung des Zahnfleisches resultiert zumeist aus mangelnder Mundhygiene. Sie wird durch bakterielles Plaque, das an den Zähnen und Zahnfleischrändern haftet, ausgelöst.

Dieser Zahnbelag, der nach einiger Zeit zu Zahnstein werden kann, setzt bakterielle Produkte aus Stoffwechsel- und Zerfallsprozessen frei, die die körpereigene Abwehr stimulisieren. Das Immunsystem versucht, die Bakterien zu bekämpfen. Es werden also Enzyme gebildet, die gegen die Erreger vorgehen sollen, jedoch zerstören diese Enzyme auch das Eigengewebe, wodurch es zu Bindegewebs- und Knochenverlust kommt.

So kommt es zu Zahnfleischbluten: es bilden sich Zahnfleischtaschen, die Bakterien einschließen, das Zahnfleisch geht zurück und die Zähne lockern sich in ihrem Halteapparat.

Zudem gibt es eine Anzahl von Risikofaktoren, die das Auftreten einer Zahnfleischentzündung begünstigen. Solche Faktoren sind zum Beispiel: Diabetes, eine Schwangerschaft, Leukämie oder bestimmte Medikamente gegen Bluthochdruck oder Epilepsie. Doch auch Mangelerscheinungen wie Vitamin-C-Mangel, Unterernährung oder zu wenig Speichel (trockene Mundhöhle) können Zahnfleischentzündungen auslösen. Auch Anabolika, enger Zahnabstand, Karies und Rauchen wirken nicht gerade positiv auf die Mundhygiene ein und gehören genauso zu den Risikofaktoren.

Typische Symptome & Anzeichen

Eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) tritt meist durch folgende Beschwerden bzw. Symptome auf: Geschwollenen und gerötetes Zahnfleisch, Rückgang von Zahnfleisch, sodass sich die Zahnzwischenräume vergrössern, Zahnfleischbluten und gelegentlich auch Zahnschmerzen.

Krankheitsverlauf

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Unbehandelt kann eine Zahnfleischentzündung bereits nach wenigen Tagen chronisch werden. Sehr schnell wird das Zahnfleisch dabei angegriffen und irreparabel geschädigt. Durch Zahnlockerungen kann der Zahbestand nachaltig gefährdet sein.

Ist das Zahnfleisch aufgrund einer mechanischen Reizung angegriffen, heilt die Entzündung bereits nach einigen Tagen ohne größere Schwierigkeiten wieder ab. Anders sieht es bei einer bakteriellen Reizung aus.

Eine solche Entzündung kann sich über Jahre hinziehen, da sie vorerst schmerzfrei ist, wird sie nicht einmal bemerkt.

Plaque und Zahnstein entzünden das Zahnfleisch, dieses geht langsam zurück und die Bakterien haben freien Zugriff auf Zahnhälse. Erst nach Jahren treten in diesem langwierigen Prozess Schmerzen oder Zahnlockerungen auf. Daher ist eine gute zahnärztliche Prophylaxe das A und O.

Komplikationen

Bleibt eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) unbehandelt, kann die Entzündung auf das umliegende Gewebe übergreifen. In Zahnfleischtaschen bilden sich Ablagerungen, die einen idealen Nährboden für Bakterien darstellen: Diese dringen immer weiter in den Kieferknochen ein und beschädigen Bindegewebe und Knochensubstanz. Das Zahnfleisch bildet sich zurück, die Zahnhälse liegen frei und bieten den Bakterien Raum für weitere Zerstörungen.

In der Folge verlieren die Zähne ihre Verankerung im Kieferknochen und fallen aus. Die Komplikationen einer Zahnfleischentzündung beschränken sich jedoch nicht auf den Mundraum, sondern können den ganzen Organismus betreffen. Über die Blutbahn gelangen Bakterien in verschiedene Organe und können beispielsweise eine Herzinnenhautentzündung (Endokarditis) auslösen oder die Nieren schädigen.

Das Immunsystem wird geschwächt, auch das Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, steigt an. Eine bereits vorhandene Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) kann durch eine Gingivitis negativ beeinflusst werden. Rheumatische Erkrankungen können sich verschlechtern, gelegentlich siedeln sich Krankheitserreger an künstlichen Gelenken an und lösen einen entzündlichen Prozess aus.

Während der Schwangerschaft erhöht eine Zahnfleischentzündung die Gefahr einer Fehlgeburt, Wachstumsstörungen beim Ungeborenen kommen ebenfalls vor. Bei älteren oder abwehrgeschwächten Personen besteht die Gefahr, dass Bakterien aus dem Mundraum in die Lunge eindringen und eine Lungenentzündung verursachen.

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Behandlung & Vorbeugung

Zur Vorbeugung und Behandlung von Zahnfleischentzündungen gehören regelmäßige Besuche beim Zahnarzt und eine gute Mundhygiene (zwei bis drei Mal pro Tag Zähneputzen, Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten nutzen, hin und wieder eine unterstützende Mundspülung anwenden) sind das einfachste und effektivste, was zur Vorbeugung von Zahnfleischentzündungen getan werden kann.

Ein- bis zweimal pro Jahr kann auch eine gründliche zahnärztliche Reinigung angebracht sein, um wirklich alle Zahnbeläge möglichst restlos entfernen zu können.

Hat der Zahnarzt eine Gingivitis oder sogar schon eine Parodontitis diagnostiziert, müssen Plaque und Zahnstein entfernt werden, sodass sich der Entzündungszustand bessern kann. Nach einer umfassenden Diagnostik mittels Röntgenbild und Analyse des Krankheitsfortschritts, geht es an die Reinigung, die sich durch mechanische Reinigung durch den Zahnarzt, Erneuerung von Füllungen, eventuellem Zahnzug und Spülflüssigkeiten auszeichnet. Der Patient bekommt zudem Tipps wie eine gute Zahnpflege auszusehen hat.

Bücher über Zahnfleischentzündung

Quellen

  • Gängler, P., et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Ott, R., Vollmer, H.P., Krug, W.: Klinik- und Praxisführer Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2003
  • Weber, T.: Memorix Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2016

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