Schilddrüsenkrebs

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. Oktober 2017
Startseite » Krankheiten » Schilddrüsenkrebs

Schilddrüsenkrebs oder Schilddrüsenkarzinom ist eine nicht sehr häufig auftretende Krebserkrankung. Allerdings ist der Schilddrüsenkrebs zumeist bösartiger Natur, sodass unbedingt eine ärztliche Behandlung notwenidg erscheint, da sonst die Krankheit zum Tod führen kann. Die Ursachen sind noch nicht gänzlich bekannt. Man geht jedoch von Jodmangel oder Vorerkrankungen der Schilddrüse aus. Ebenso sind auch erbliche Ursachen möglich.

Inhaltsverzeichnis

Definition Schilddrüsenkrebs

Der Schilddrüsenkrebs, in der medizinischen Fachsprache auch als Schilddrüsenkarzinom bezeichnet, ist ein bösartiger Tumor, welcher die Zellen der Schilddrüse betrifft.

Die Medizin unterscheidet folgende vier Arten des Karzinoms, je nachdem, aus welchen Zellen sich dieser entwickelt hat: das follikuläre Karzinom, das papilläre Karzinom, das medulläre Karzinom sowie das anaplastische Karzinom.

Diese Krebserkrankung zählt zu den eher seltenen Krebsarten; jährlich erkranken in Deutschland etwa 5.000 Menschen an Schilddrüsenkrebs. Frauen sind von dieser Krankheit deutlich häufiger betroffen als Männer.

Ursachen

Die weitreichenden Ursachen für die Erkrankung Schilddrüsenkrebs sind bis heute noch nicht geklärt.

Es gibt jedoch einige Faktoren, welche diese Krankheit definitiv begünstigen. Als eine der häufigsten Ursachen für den Schilddrüsenkrebs wird Jodmangel angegeben. Daher ist es wichtig, besonders bei der Ernährung darauf zu achten, dass dem Körper ausreichend Jod zugeführt wird.

Auch durch einige Vorerkrankungen an der Schilddrüse kann es zum Ausbruch des Schilddrüsenkrebses kommen. Einige ionisierende Strahlen können ebenso zum Ausbruch dieser Erkrankung führen. Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl oder die Atombombenkatastrophen von Hiroshima oder Nagasaki beispielsweise erzeugten eine Unmenge solch gefährlicher Strahlung.

Ebenso ist dieser aber auch erblich bedingt; genetische Faktoren spielen also ebenso eine Rolle für die Entstehung dieser Krankheit.

Typische Symptome & Anzeichen

In den Frühstadien des Schilddrüsenkrebes treten kaum spürbare oder sichtbare Symptome hervor. Deswegen wird die Krebserkrankung häufig zu spät erkannt und behandelt. Erst wenn der Tumor stark gewachsen ist klagen die Betroffenen unter diversen Beschwerden. So zeigen sich häufig Knoten in der Schilddrüse- Ausserdem kann es zu Problemen beim Atmen (Atemnot) und Essen kommen. Ebenso kann eine starke Heiserkeit auftreten. In seltenen Fällen tritt parallel zum Tumor das sogenanntes Horner-Syndrom auf. Hierbei kommt es zu einer Verengung der Pupille des Auges, die von einer Einsenkung des Augapfels in die Augenhöhle gekennzeichnet ist. Daneben treten auch starke Lymphknotenschwellungen von Zeit zu Zeit auf.

Krankheitsverlauf

Schilddrüsenkrebs

Der Verlauf von Schilddrüsenkrebs ist von Fall zu Fall recht unterschiedlich. Im Anfangsstadium treten allerdings meist kaum Beschwerden auf. Erst wenn der Tumor sich sichtbar vergrößert hat, bemerken die Patienten eine Art Knoten im Bereich der Schilddrüse. Dieser kann so groß werden, dass er Druck auf Speise- und Luftröhre ausüben kann und so dem Patienten Probleme beim Essen oder Atmen bereitet.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung schließlich kann es soweit kommen, dass auch Nervenbahnen geschädigt werden und es zu einer Lähmung der Stimmbänder kommt. Dadurch haben einige Schilddrüsenkrebspatienten häufig eine heisere Stimme. Das sogenannte Horner-Syndrom wiederum zeichnet sich dadurch aus, dass es zu einer, wie bereits angemerkt, Verengung der Pupille und im weiteren Verlauf zu einem Zurücksinken des Augapfels in die Augenhöhle kommt. Dadurch hängt dann das Oberlid auf der betroffenen Seite herunter.

Mittels Ultraschall kann der Schilddrüsenkrebs meist eindeutig diagnostiziert werden. Auch die sogenannte Szintigraphie, ein bildgebendes Verfahren, wird häufig angewandt. Bei der Schilddrüsen-Punktion sticht der Arzt mit einer feinen Nadel in den verdächtigen Knoten und entnimmt Gewebe. Die Kehlkopfspiegelung sowie die Knochenszintigraphie sind weitere erforderliche Maßnahmen, um auszuschließen, dass Metastasen in die Lunge oder andere benachbarte Organe gewandert sind.

Komplikationen

Schilddrüsenkrebs kann im Verlauf eine Reihe von Komplikationen hervorrufen. In Folge der Erkrankung sind Lähmungserscheinungen der Stimmlippen, Stimmveränderungen und hormonelle Störungen nicht auszuschließen. Außerdem kann es zu körperlichen Ausfallerscheinungen und dauerhaften Schäden an Nieren, Leber und Herz kommen. Bei einer schweren Erkrankung kann es zu chronischen Schmerzen kommen, die in Verbindung mit der Erkrankung selbst auch psychische Beschwerden hervorrufen können.

Betroffene sind häufig depressiv verstimmt und leiden bisweilen auch unter Panikattacken. Bei der Therapie eines Schilddrüsenkarzinoms können, abhängig von der Art der Behandlung, verschiedene Komplikationen auftreten. Die Strahlentherapie kann zum Beispiel akute Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit und Haarausfall hervorrufen.

Langfristig sind Schäden an der Schleimhaut und Verfärbungen der Haut denkbar. Sehr selten kann die Radiotherapie selbst Krebs verursachen. Ähnliche Folgen kann eine Chemotherapie haben. Hinzu kommen mögliche Organschäden, eine Störung der Fortpflanzungsfähigkeit und Infektionen. Die Radiojodtherapie kann zu vorübergehenden Veränderungen des Knochenmarks und des Blutbildes sowie zu Ödemen und Störungen der Tränendrüsenfunktion führen.

Ein operativer Eingriff kann mit Blutungen, Nervenverletzungen, Wundheilungsstörungen und anderen Komplikationen verbunden sein. Zudem kann es aufgrund der Medikamentengabe zu länger andauernden Beschwerden kommen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Schilddrüsenkrebs richtet sich danach, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. In den meisten Fällen jedoch besteht diese Behandlung aus einer Kombination von Operation und Bestrahlung. Nicht selten wird auch eine Hormontherapie angewandt. Diese ist meist dann nötig, wenn dem Patienten die gesamte Schilddrüse entnommen werden musste und dieser nun Schilddrüsenhormone einnehmen muss.

Bei kleineren Tumoren jedoch, die einen Durchmesser von weniger als einem Zentimeter haben, muss meist nicht die gesamte Schilddrüse entfernt werden. Die sonst bei den meisten Krebsarten angewandte Chemotherapie hat sich beim Schilddrüsenkrebs bisher nicht bewährt, da diese Art von Tumoren oft auf die Medikamente nicht ansprechen. Wird der Schilddrüsenkrebs rechtzeitig erkannt, besteht jedoch eine sehr gute Chance auf Heilung.

Bücher über Schilddrüsenkrebs

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: