Krim-Kongo-Fieber

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Oktober 2017
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Das Krim-Kongo-Fieber wird durch Viren ausgelöst. Die Infektionswege erfolgen von Tier zu Mensch oder von Mensch zu Mensch. Die Erkrankung hat zahlreiche Symptome, die den ganzen Organismus beeinträchtigen und von harmlosen grippeähnlichen Beschwerden bis zu schwerwiegenden Komplikationen reichen. Es gibt bislang keine Impfung gegen die Krankheit, eine Therapie durch Ribavirin ist möglich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Krim-Kongo-Fieber?

Das Krim-Kongo-Fieber, oder Hämorrhagisches Krim-Fieber, manchmal als CCHF (Crimean-Congo Haemorrhagic Fever) abgekürzt, ist eine durch Viren hervorgerufene Erkrankung. Sie kommt vorwiegend in Süd-Ost-Europa (unter anderem in Bulgarien, Ungarn, Rumänien, der Ukraine und der Türkei), im mittleren Osten (in Syrien, Irak, Iran, Afghanistan) und in zahlreichen Ländern Afrikas und Asiens vor.

Die Sterblichkeitsrate beträgt 2 bis 50 % und ist vor allem vom Virusstamm abhängig. Wenn es aufgrund des Krim-Kongo-Fiebers zu einem Todesfall kommt, tritt dieser in der zweiten Krankheitswoche ein. Der Tod erfolgt durch das Versagen mehrerer Organe. Der krankheitserregende Virus wurde erstmals 1956 auf dem Gebiet der heutigen Republik Kongo aus dem Blut von Menschen isoliert.

Zeitgleich wurden Erkrankungsfälle auf der Halbinsel Krim in der Ukraine dokumentiert. Aus diesem Grund erhielt die Krankheit den Namen Krim-Kongo-Fieber. Als 2006 in der Schwarzmeerregion der Türkei mehrere Menschen am Krim-Kongo-Fieber gestorben sind, wurde die Krankheit wieder neu thematisiert.

Ursachen

Das Krim-Kongo-Fieber-Virus gehört zur Familie der Bunyaviren. Die Krankheitserreger sind in grasfressenden Haus- und Wildtieren, zum Beispiel Kühen, Hasen, Ziegen und Schafen, vorhanden.

Die Krankheit wird in erster Linie durch die Hyalomma-Zecken übertragen. Über 30 Arten der Zecke wurden bereits als Überträger identifiziert. Die Hyalomma-Zecken leben in warmen Regionen südlich des Balkans. Sie sind durch ihre weiß-braunen gebänderten Beine gekennzeichnet. Die Krankheit überträgt sich nicht nur durch den Biss von Zecken vom Tier auf die Menschen, sondern auch durch einen unmittelbaren Kontakt mit dem Fleisch oder Blut vom infizierten Tier.

Unter den Menschen überträgt sich der Virus durch Schmierinfektion (durch infizierte Körpersekrete wie Urin, Speichel, Blut oder Stuhl), aber eine Tröpfcheninfektion ist auch nicht auszuschließen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Symptome der Erkrankung erscheinen plötzlich nach einer Inkubationszeit von einem bis 13 Tagen. Die Inkubationszeit ist vom Übertragungsweg abhängig. Die Infektion durch einen Zeckenbiss ruft die Symptome etwas schneller hervor als eine Infektion von Mensch zu Mensch. Die Erkrankung kann zahlreiche Zeichen haben.

Neben allgemeinen, grippeähnlichen Symptomen treten neurologische, gastrointestinale und opthalmologische Symptome auf. Als erstes Symptom tritt Fieber auf, das über 5 bis 12 Tage konstant anhält. Neben dem Fieber sind Schüttelfrost, Reizbarkeit, vergrößerte Lymphknoten, Muskel- und Gliederschmerzen, Oberbauchschmerzen, Kopfschmerzen, Depressionen, Stimmungsschwankungen, Übelkeit und Erbrechen zu beobachten.

Für die Krankheit typische Symptome sind Gesichtsödeme, Gesichts-, Rachen- und Bindehautrötung. Ein Teil der Erkrankten erleidet ab dem 3. bis 5. Tag Komplikationen in Form vom hämorrhagischen Verlauf. Im Zuge dessen kommt es zu Darmblutungen, Bluterbrechen und Hautblutungen. Die Blutungsneigung steigt bei den betroffenen Patienten. In wenigen Fällen verläuft das Krim-Kongo-Fieber inapparent, also symptomlos.

Da die Krankheit von Viren hervorgerufen wird, erfolgt die Diagnose in Laboreinrichtungen. Die Antikörper gegen das Virus können ab dem 6. Tag der Erkrankung nachgewiesen werden. Bis zu diesem Zeitpunkt können die Beschwerden immer stärker werden, je nach dem Infektionsweg und der Art des Virus.

Komplikationen

Das Krim-Kongo-Fieber muss auf jeden Fall von einem Arzt untersucht und behandelt werden. Ohne Behandlung kann diese Erkrankung den Tod des Betroffenen begünstigen. Diese leiden dabei an den üblichen Symptomen und Beschwerden einer Grippe. Es kommt zu einem starken Fieber und weiterhin auch zu einer Abgeschlagenheit. Nicht selten leiden die Patienten dabei auch an Schüttelfrost und an einer Gereiztheit.

Es treten Bauchschmerzen und Kopfschmerzen ein, die die Lebensqualität des Betroffenen erheblich verringern. Ebenso kann eine Rötung im Gesicht eintreten. Nicht selten kommt es auch zu Hautblutungen oder blutigem Erbrechen, welches nicht selten mit Panikattacken oder Schweißausbrüchen verbunden ist. Ebenso kommt es zu einer verringerten Belastbarkeit des Patienten und die Betroffenen klagen über Stimmungsschwankungen oder über Depressionen. Nicht selten treten auch Blutungen im Darm auf.

In der Regel kann das Krim-Kongo-Fieber relativ gut mit Hilfe von Medikamenten behandelt werden. Dabei treten keine besonderen Komplikationen auf. Bei einer frühzeitigen Behandlung können auch die meisten Beschwerden eingeschränkt werden, sodass es zu einem positiven Krankheitsverlauf kommt. Dabei wird auch die Lebenserwartung des Patienten nicht verringert.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung ist primär darauf ausgerichtet, dass die Vitalfunktionen gesichert werden. Während der Ansteckungsgefahr werden die infizierten Patienten auf einer Isolierstation versorgt. Es gibt bislang keine Impfung gegen das Krim-Kongo-Fieber, eine Therapie ist jedoch möglich. Diese erfolgt mit Ribavirin, einem Nukleosid-Analogon, das DNA- und RNA-Viren bekämpfen kann. Die Wirksamkeit von Ribavirin ist bislang nicht abschließend beurteilbar.

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Vorbeugung

Als erste und wichtigste vorbeugende Maßnahme gilt der Schutz gegen Zecken. Dieser erfolgt durch das Tragen geschlossener, heller Kleidung und durch Vergrämungsmittel. Auf diese Schutzmaßnahmen ist immer zu achten, vor allem bei einem Aufenthalt in Ländern, in denen das Vorkommen der Hyalomma-Zecken nachgewiesen ist. Es ist auf jeden Fall zu empfehlen, den ganzen Körper auf Zecken abzusuchen und gegebenenfalls die Zecken zu entfernen.

Das können Sie selbst tun

Bei Verdacht auf das Krim-Kongo-Fieber sollte sich der Betroffene sofort in das nächste Krankenhaus begeben. Aufgrund der Ansteckungsgefahr, müssen infizierte Patienten auf einer Isolierstation behandelt werden.

Nachdem die akute Krankheitsphase überstanden ist, gelten ähnliche Maßnahmen wie für andere Infektionskrankheiten. Der Betroffene benötigt Bettruhe, um die Nachwirkungen der Erkrankung gut zu überstehen. Außerdem sollte er viel Flüssigkeit aufnehmen und auf eine schonende Diät achten. Bewährt haben sich Wasser und Tee sowie Hühnerbrühe und Zwieback. Ein geeignetes Hausmittel ist ein Teeaufguss aus Holunderblüten, Schafgarbe und Lindenblüten, denn diese Heilpflanzen unterstützen das Immunsystem und bringen den Körper zum Schwitzen. In Rücksprache mit dem Arzt können Wadenwickel angewendet werden. Auch homöopathische Mittel wie Belladonna oder Aconitum helfen gegen die typischen Fiebersymptome.

Sollte das Krim-Kongo-Fieber nach einer Woche nicht vollständig abgeklungen sein, muss der Arzt informiert werden. Womöglich liegt eine ernste Komplikation vor, die von dem Betroffenen selbst nicht behandelt werden kann. Bei depressiven Verstimmungen kann bereits ein ausgedehntes Gespräch mit Freunden oder ein Spaziergang an der frischen Luft helfen. Im Zweifelsfall sollte ein Therapeut aufgesucht werden.

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Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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