Zeckenbiss

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2017
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Menschen, die sich gern in der Natur aufhalten oder ein Haustier besitzen, das viel im Freien umher läuft, können einen Zeckenbiss bekommen. Zeckenbisse sind schmerzhaft und können zu ernsthaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen und lang anhaltenden Beschwerdebildern führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Zeckenbiss?

Ein Zeckenbiss wird von Zecken ausgeführt, die umgangssprachlich auch als Holzböcke bezeichnet werden. Mit den entsprechenden Beißwerkzeugen, die extrem hart und widerstandsfähig sind, können die Zecken in die weiche Haut eindringen und in den betroffenen Regionen einen Biss setzen. Durch diesen Biss gelangen die Zecken an kleine, Blut führende Gefäße, aus denen sie das Blut durch einen speziellen Rüssel saugen.

Zecken gehören zu den Insekten und sind vorwiegend im Wald und auf der Wiese zu Hause. Sie ähneln Spinnen und gelten als sogenannte Ektoparasiten. Nicht nur das Blut von Menschen, sondern gleichsam von umherstreifenden Tieren können die Zecken durch den Zeckenbiss Blut einsaugen und sich damit über eine längere Zeit ernähren.

Insbesondere winzig kleine Zecken, die nicht größer als eine Stecknadelkopf sind, setzen den Zeckenbiss an. Große und aufgequollene Zecken sind bereits mit Blut vollgesogen und fallen von allein wieder ab. Da die Zecken sehr schlecht zu erkennen und unscheinbar sind, werden die Zeckenbisse an einigen eher unempfindlichen, überaus warmen Körperstellen zunächst nicht bemerkt.

Ursachen

Die Ursachen für einen Zeckenbiss sind recht unterschiedlich. Der Zeckenbiss selbst kommt jedoch als ursächlicher Auslöser für viele Erkrankungen in Frage. Neben der Borreliose und dem sogenannten Zeckenbissfieber sind allergische Reaktionen sowie schmerzhafte Entzündungen der Haut die Folge des Zeckenbisses.

Der Erreger des Zeckenbissfiebers ist ein Bakterium, welches als Rickettsia rickettsii bekannt ist. Im Gegensatz dazu verursachen die eingedrungenen Borrelliosebakterien, die zur Klasse der Spirochaeten gehören, die typischen Symptome. Die Bezeichnung Spirochaeten wird deshalb gewählt, weil die Bakterien ein schraubenförmiges Aussehen besitzen. Diese Mikroorganismen nutzen als Wirt wiederum die Schildzecke und gelangen durch deren Speichel in den Körper des Menschen.

Typische Symptome & Verlauf

Ein Zeckenbiss oder Zeckenstich kann verschiedene Krankheiten in den Wirtsorganismus übertragen. Am bekanntesten ist hierbei die Borreliose.

Eigentlich führen die Zecken keinen Zeckenbiss, sondern ein Stechen in die Haut aus. Die ausgewählte Stelle wird speziell vorbereitet, indem die Einstichposition mit Speichel benetzt wird. Diese Vorbereitung dient dazu, dem sogenannten Wirt zunächst keine Schmerzen zu bereiten und nicht aufzufallen. Die Zecken betäuben sozusagen das Areal.

Außerdem kann das frische Blut so nicht gerinnen. Nach dem Zeckenbiss, der sich durch eine zunehmende Rötung und Schmerzhaftigkeit auszeichnet, die mit der Länge des Saugzyklus zunimmt, kommt es zum Anschwellen, Jucken und speziellen Anzeichen einer Entzündung in dem betroffenen Bereich.

Erst nach einigen Tagen bemerken die Betroffenen den Zeckenbiss. Teilweise treten sogar lokale Lähmungserscheinungen auf, die aufgrund einer Überreaktion des immunologischen Systems ausgelöst werden.

Komplikationen

Ein Zeckenbiss führt nicht zwangsläufig zu ernsten Beschwerden. Komplikationen können auftreten, wenn die Zecke mit Borreliose infiziert ist und die Bakterien auf den Menschen überträgt. Dann können verschiedene Beschwerden auftreten, wie zum Beispiel Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Fieber und Bindehautentzündung.

Bei fehlender Behandlung kann es nach einigen Monaten zu grippeähnlichen Symptomen kommen, und auch das Nervensystem erkrankt schließlich. Eine solche Neuroborreliose ist mit einer Hirnhaut- Nervenwurzelentzündung und Symptomen wie Lähmungen und neurologischen Ausfällen verbunden. Des Weiteren kann das Herz betroffen sein und es kommt zu einer Herzmuskel- und Herzbeutelentzündung, die mit Herzrhythmusstörungen einhergeht.

Die schwersten Komplikationen treten bei einem Zeckenbiss im Borreliose-Stadium III auf. In diesem Stadium kommt es nach Monaten bis Jahren zu chronisch verlaufenden Gelenkentzündungen, Hautveränderungen und bleibenden Nervenschädigungen bis hin zu Lähmungen. Die Borreliose verläuft in der Folge fast immer tödlich oder zumindest mit starken gesundheitlichen Schädigungen, die einer lebenslangen Behandlung bedürfen.

Die Therapie selbst birgt, abseits der typischen Neben- und Wechselwirkungen, keine größeren Risiken. Eine venöse Gabe der Medikamente kann allerdings zu Infektionen und selten auch zu Verletzungen oder der Entstehung von Blutgerinnseln führen.

Behandlung & Therapie

Mehrere Behandlungsarten sind bei der Borreliose relevant, die nach einem Zeckenbiss auftreten kann. Neben einer umfangreichen Diagnostik wird insbesondere die gezielte orale Behandlung mit antibiotischen Medikamenten empfohlen, die gleich im Frühstadium und über einen längeren Zeitraum verabreicht werden können.

Handelt es sich um eine erst im Spätstadium erkannte Borreliose, stehen ebenfalls spezielle Antibiotika wie Ceftriaxon, sowie die Substanz Hydrochloriquin als Therapie zur Verfügung. Da die Borreliose aufgrund der Verlaufsform in schwer zu behandeln ist, gilt es als zweifelhaft, ob die nach einem Zeckenbiss auftretende Erkrankung im 3. Stadium therapierbar ist. Neben entzündungs- und schmerzhemmenden Medikamenten werden auch andere symptomatisch einsetzbare Stoffe verordnet.

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Vorbeugung

Einem Zeckenbiss kann durchaus vorgebeugt werden. Neben der wirksamen Nutzung von Sprays und Cremes gegen die Zecken, gehören eine möglichst helle Kleidung sowie geschlossene Ärmel- und Hosenbunde zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen.

Darüber hinaus ist es ratsam, sich nach einem Aufenthalt in der freien Natur gegenseitig auf das Vorhandensein von Zecken zu begutachten. Insbesondere in Hautfalten, in den Kniekehlen, Achselhöhlen und anderen weichen Hautarealen ist ein Zeckenbiss zu befürchten, wenn kein Schutz erfolgt ist.

Der Aufenthalt in stark von Zecken befallenen Gebieten (hauptsächlich Wiesen) kann außerdem während der Hochsaison gemieden werden. Gegen Zeckenbisse helfen ebenfalls stark duftende ätherische Öle, wie Lavendel-, Rosmarin- oder Teebaumöl, sowie geschlossenes und festes Schuhwerk.

Bücher über Zeckenbisse & Zeckenstiche

Quellen

  • Kochen, M.M.: Duale Reihe. Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Thieme, Stuttgart 2012
  • Mader, F., Weißgerber, H.: Allgemeinmedizin und Praxis. Springer, Heidelberg 2014
  • Nixdorff, U.: Check-Up-Medizin. Thieme, Stuttgart 2009

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