Wirt

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2016
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Parasiten suchen sich gezielt einen Wirt zur Vermehrung. In der Regel ernährt der Wirt zwar die Parasiten, kommt dabei jedoch nicht ums Leben. Dennoch treten unangenehme Beschwerden auf, die eine Behandlung nötig machen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Wirt?

Das Ziel eines Parasiten oder Krankheitserregers ist es, seine Population zu vergrößern. Dafür bietet der Wirt optimale Bedingungen, wie zum Bespiel ausreichend Nahrung und Schutz.

Es existieren unterschiedliche Arten des Wirts. Der Hauptwirt ist jener Typ, welcher dem Erreger die besten Bedingungen bietet. Dementsprechend strebt ein Parasit es an, einen solchen Wirt zu erreichen. Der Nebenwirt bietet ebenfalls entsprechende Lebensbedingungen. Diese sind jedoch schlechter als die des Hauptwirts, so dass sich ein Parasit schlechter entwickeln kann. Bei einem Fehlwirt besteht keinerlei Überlebensmöglichkeit. Abhängig von dem Parasiten kommt es eventuell zu einem Wirtswechsel.

Der Wirt, bei dem die sexuelle Fortpflanzung stattfindet, wird als Endwirt bezeichnet. Bei dem Zwischenwirt vermehrt sich der Parasit ungeschlechtlich. Der Transportwirt überträgt den Parasiten. Er selber ist nicht infiziert. Bei dem Gelegenheitswirt kann sich der Erreger zwar entwickeln, dennoch bevorzugt er einen anderen Wirt, so dass der Gelegenheitswirt nur selten angesteckt wird.

Als Parasiten werden nicht nur Bandwürmer und Stechmücken bezeichnet. Auch Bakterien, Viren und Pilze vermehren sich auf diese Weise und gelangen über unterschiedliche Wege zu anderen Wirten.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Die Art der Infizierung eines Wirts hängt von dem jeweiligen Erreger ab. Insbesondere Bakterien werden häufig durch eine Schmier- oder Tröpfcheninfektion weitergegeben. Bei der Schmierinfektion kann die Ansteckung auch dann erfolgen, wenn eine erkrankte Person nicht anwesend ist. Stattdessen erfolgt die Infektion über Oberflächen, die mit den Erregern kontaminiert sind. So wandern die Keime zum Beispiel durch die Berührung einer Türklinke weiter. Auch verunreinigtes Trinkwasser kann eine Rolle spielen.

Im Rahmen einer direkten Ansteckung wandern die Keime über den Körperkontakt zwischen Menschen oder Menschen und Tieren weiter – beispielsweise durch Händeschütteln.

Die Bakterien können bei einer Schmierinfektion vor allem aufgrund mangelnder Hygiene weitergeleitet werden. Die meisten Erreger werden über den Stuhl ausgeschieden. Ungewaschene Hände nach dem Toilettengang können die Bakterien verbreiten.

Die Tröpfcheninfektion erfolgt hingegen über Sekrettröpfchen. Diese treten aus den Atemwegen aus und infizieren auf diese Weise Personen, die sich in der Nähe befinden. So kann ein ungeschütztes Husten, Niesen oder Schnauben die Bakterien im Raum verteilen.

Bandwürmer hingegen gelangen über verunreinigte Lebensmittel in den Magen-Darm-Trakt. Dazu zählt vor allem nicht gewaschenes Obst und Gemüse sowie nicht ausreichend gegartes Fleisch. Insbesondere in tropischen Gegenden übertragen Mücken verschiedene Parasiten. Obwohl der Mensch beispielsweise bei Malaria nur als Zwischenwirt dient, löst die Infektion schwere Symptome aus.

Bedeutung & Funktion

Ein Parasit tötet seinen Wirt in der Regel nicht. Auf diese Weise würde er sich seine eigene Lebensgrundlage entziehen. Stattdessen nutzt er den Organismus, um sich zu vermehren, zu entwickeln und zu verbreiten. Dennoch entstehen für den Wirt gesundheitliche Nachteile. Diese machen sich teils relativ schnell bemerkbar, während sie in anderen Fällen eine lange Zeit unentdeckt bleiben. Inwiefern die Gesundheit des Betroffenen angegriffen wird, hängt maßgeblich von dem zugrundeliegenden Erreger ab.

Bereits in früher Kindheit dienen Menschen den verschiedenen Erregern als Wirt. Zu diesen gehören zum Beispiel Bakterien und Viren, welche Erkältungskrankheiten oder Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Ein starkes Immunsystem kann die Eindringlinge in der Regel innerhalb kürzerer Zeit eigenständig verbannen. Gelingt dem Körper ein solches Verfahren nicht, helfen bei einer bakteriellen Erkrankung zum Beispiel Antibiotika oder Medikamente, welche das Abhusten von Schleim begünstigen.

Weniger harmlos sind hingegen andere Parasiten, welche die betroffene Person als Wirt nutzen. So kann Malaria zum Beispiel nicht durch die körpereigenen Abwehrkräfte vernichtet werden. Übertragen werden die Erreger durch den Stich einer infizierten Mücke. Anschließend greift der Parasit die roten Blutkörperchen an und vermehrt sich in diesen. Während der typischen Fieberanfälle platzen die Blutkörperchen auf, wodurch sich die Parasiten weiter verbreiten und sich vermehren können. Unbehandelt kann Malaria zum Tod führen. Daher ist es wichtig, dass bereits bei ersten Anzeichen ein Arzt aufgesucht wird.

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Krankheiten & Beschwerden

Einige der Parasiten können Komplikationen auslösen. So verursachen Spulwürmer zum Beispiel Fieber und Erscheinungen, die an Asthma erinnern, sobald sie sich der Lunge nähern. Im Bereich des Darms leiden Betroffene unter Bauchschmerzen. Manchmal kommt es aufgrund des Wurmbefalls zu einem Verschluss des Darms oder Gallengangs. Aus einer solchen Erscheinung resultieren weitere Beschwerden, wie zum Beispiel kolikartige Bauchschmerzen, vermehrte Gasansammlung und ein mangelnder Stuhlgang.

Trichinen hingegen machen sich zunächst durch Übelkeit, Erbrechen oder wässrigen Durchfall bemerkbar. Sie können sich jedoch auch in der Muskulatur verbreiten, wodurch es eventuell zu einer Herzmuskelentzündung kommt. Der Rinder- und Schweinebandwurm kann sich in den Blinddarm oder die Bauchspeicheldrüse verirren und hier Entzündungen, mit einem teilweise schweren Verlauf, auslösen. Durch die Aufnahme von Bandwurmeiern vermehren sich die Erreger in Darm, Blutgefäßen, Muskeln und Organen. Es entsteht unter Umständen eine Zystizerkose. Diese wiederum resultiert bei einigen Patienten in einer Erblindung.

Im Rahmen einer bakteriellen Infektion, die zu Erkältungserscheinungen führt, sind ebenfalls Komplikationen möglich. Diese treten normalerweise dann gehäuft auf, wenn die Erkrankung nicht ausreichend auskuriert wird. Vor allem bei Kindern können die Erreger ins Ohr wandern und sich dort durch eine Mittelohrentzündung bemerkbar machen.

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