Pilze

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2016
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Pilze können verantwortlich für diverse Erkrankungen und Krankheitssymptome sein. Sie können durch ein unhygienisches Umfeld in den Körper gelangen oder, wenn in ihm vorhanden, bei einer Schwächung des Immunsystems durch eine massive Vermehrung beginnen, in dem Körper Schaden anzurichten.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Pilze?

Pilze sind eukaryotische Lebewesen. Dies bedeutet, dass ihre Zellen, beispielsweise im Gegensatz zu denen von Bakterien, einen Zellkern besitzen. Außerdem verfügen sie über Mitochondrien und ein sogenanntes Cytoskelett (Netzwerk aus Proteinen im Cytoplasma).

Pilze werden weder zu den Tieren noch zu den Pflanzen gezählt. Von den Pflanzen unterscheidet sie z.B. ihr Stoffwechsel und der Mangel an Chlorophyll. Sie nehmen Nährstoffe auf, indem sie Biomasse verwerten, wie Tiere. Von Tieren wiederum unterscheiden sie sich einerseits dadurch, dass sie sich nicht bewegen können und andererseits durch ihren Zellaufbau. Sie verfügen, ähnlich wie Pflanzen, über eine feste Zellwand. Auch ihr Fortpflanzungsverhalten ist anders, als das von Tieren.

Die Mykologie, die Wissenschaft von den Pilzen, unterscheidet zwischen einzelligen und mehrzelligen Pilzen. Hefepilze etwa, die für unterschiedliche Erkrankungen beim Menschen verantwortlich sein können, gehören zu den einzelligen Pilzen.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Wie manche anderen Pilze können Hefepilze im Körper der Menschen vorkommen, ohne notwendigerweise Erkrankungen hervorzurufen. Je nach Zustand des Pilzträgers können sie aber, zum Beispiel bei Schwächung oder nach einer Operation, zu Krankheitserregern werden.

Schimmelpilze, die über die Atmung, über Schleimhäute oder Berührungen aufgenommen werden, können in verschimmelten Lebensmitteln, in der Bausubstanz oder in feuchten Gegenden (zB Badezimmerschimmel) entstehen.

Hefepilze, die auf menschlichen Schleimhäuten vorkommen, können durch Küsse und Geschlechtsverkehr übertragen werden. Eine der häufigsten Pilzerkrankungen, der Fußpilz, kann durch Kontakt mit infizierten Hautstellen oder durch das ungeschützte Laufen auf kontaminierten Flächen übertragen werden. Dies kann z.B. in Schwimmbädern geschehen. Ein feuchtes Klima am Fuß hilft dem Pilz bei der Entwicklung. Daher kann selbst nach dem Kontakt mit dem Fadenpilz ein rigoroses Abtrocknen der Füße einem Ausbruch der Erkrankung entgegenwirken.

In der Bausubstanz ist Feuchtigkeit eine der Ursachen für Schimmelpilzausbreitungen. Rohrlecks, undichte Wände, schlechte Isolierungen u. a. begünstigen eine Entstehung der gefährlichen Pilze, die die Gesundheit schwer beeinträchtigen und im schlimmsten Falle sogar tödliche Auswirkungen haben können.

Auf alten oder falsch gelagerten Lebensmitteln bilden sich ebenfalls Schimmelbeläge. Angeschimmelte Nahrung sollte daher entsorgt werden. In Ausnahmefällen, wie zum Beispiel einem kleinen Schimmelfleck auf Fruchtgelee, das zu mehr als 50 % aus Zucker oder Zuckeraustauschstoffen besteht, kann die Stelle zwar großzügig weggeschnitten und entsorgt werden, doch die Grundregel lautet, dass sichtbare Schimmelflecken auf Nahrungsoberflächen von einem noch größeren Schimmelbefall im Inneren zeugen, den man nicht unbedingt sehen kann.

Bedeutung & Funktion

Pilze befinden sich in meist unsichtbarer Form fast überall. Auch im menschlichen Körper existieren sie auf Schleimhäuten, auf der Haut und im Darm. Sie gehören zur ganz eigenen Flora des Menschen. Im Normalfall beeinträchtigen sie das Wohlbefinden nicht. Ein ganzes Menschenleben kann vergehen, ohne dass eine Pilzerkrankung auftritt, da ein gesundes Immunsystem mit den Pilzen, die in einem gesunden Körper vorhanden sind, gut zurechtkommt.

Das kann sich ändern, wenn Faktoren einem "Aufblühen" der Pilzverbreitung Vorschub leisten. Ein geschwächtes Immunsystem, Übergewicht, Diabetes, Chemotherapien, Antibiotikaeinnahme, Antidepressivaeinnahme, der geschwächte Zustand nach Operationen, HIV usw. gehören dazu. Selbst die Einnahme der Antibabypille erhöht das Risiko einer Pilzerkrankung. Sie bewirkt, dass die Schleimhäute im Körper durchlässiger werden und ein erhöht zuckerhaltiges Klima bieten. Beides vereinfacht es Pilzen, sich anzusiedeln.

Eine Pilzinfektion, auch Mykose genannt, kann tückisch sein. Sie schwächt einen bereits beeinträchtigten Organismus häufig zusätzlich. Behandelt wird sie mit Antimykotika. Da Pilze jedoch deutlich komplexere Strukturen aufweisen als Bakterien, gibt es keine große Auswahl an wirksamen Arzneistoffen für Antimykotika, wie beispielsweise für Antibiotika. Da zudem Pilzzellen der Struktur menschlicher Zellen viel ähnlicher sind als beispielsweise bakterielle Zellen, ist es deutlich schwieriger Medikamente zu entwickeln, die gezielt die Pilze angreifen, den menschlichen Körper aber unbeschadet lassen.

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Krankheiten & Beschwerden

Verbreitete Pilzerkrankungen sind beispielsweise Hautpilz, Fußpilz, Pilzinfektionen auf der Mundschleimhaut oder im Geschlechtsbereich. Hier helfen meist antimykotische Salben, Cremes oder Sprays. Die Behandlung kann örtlich erfolgen.

Sogenannte systemische Mykosen hingegen bedeuten, dass die Erregerpilze sich über den Blutkreislauf ausgebreitet und Organe befallen haben. Diese Erkrankungen können einen sehr schweren Verlauf und einen tödlichen Ausgang haben. Meist befallen sie Menschen mit einem stark geschwächten Immunsystem. Bereits vorhandene Pilze nutzen die Schwächung, um sich vermehrt auszubreiten.

Es gibt jedoch auch Erreger, die gesunde Menschen befallen und ihm, ohne jegliche Vorbelastung des Organismus, massiv schaden können. Diese kommen jedoch kaum im europäischen Raum vor.

Gifte, die von Schimmelpilzen ausgehen, können neben einer karzinogenen Wirkung auch neurotoxisch wirken, das Erbgut, Föten und das Immunsystem schädigen, Allergien auslösen, Organen schaden und den Stoffwechsel beeinträchtigen. Es ist daher von großer Wichtigkeit, sowohl bei der Nahrung als auch im Wohnbereich auf Schimmelbefall zu achten und sofort Gegenmaßnahmen einzuleiten bzw. bei angeschimmelten Lebensmitteln kein "Auge zuzudrücken".

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