Scheidenpilz (Vaginalpilz)

Letzte Aktualisierung am 25. Februar 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Ein Scheidenpilz (Vaginalpilz) ist eine Infektion im Bereich der Schleimhaut im Intimbereich der Frau, der Scheide bzw. Vagina. Schwangere Frauen und Frauen, die an Diabetes erkrankt sind leiden häufiger an Scheidenpilzen. Aber auch andere Faktoren können eine auslösende Ursache sein. Typische Anzeichen sind ein wässriger Ausfluss und starkes Jucken im Bereich der Scheide.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Scheidenpilz (Vaginalpilz)?

Der Scheidenpilz, auch als Vaginalpilz bezeichnet, ist eine Infektion der Schleimhaut der weiblichen Scheide. Häufig ist dieser mit einem starken Juckreiz in der Scheide verbunden; auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind bei dieser Krankheit durchaus keine Seltenheit. Weiterhin können ebenso Schmerzen beim Wasserlassen können vorkommen.

Zudem ist die Scheide meist sichtbar gerötet und geschwollen. Erkennbar ist diese Erkrankung auch anhand von Veränderungen der Schleimhaut - grau-weiße und krümelige Beläge können oft beobachtet werden. Der Scheidenpilz ist eine sehr häufige Form der Infektionserkrankung bei Frauen: immerhin drei von vier Frauen sind mindestens einmal in ihrem Leben von einem Scheidenpilz betroffen.

Ursachen

Besonders häufig tritt Scheidenpilz bzw. Vaginalpilz bei schwangeren Frauen auf oder auch bei Frauen, die unter einer Diabetes leiden. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann zu diesem Symptom führen. Antibiotika gehören etwa zu diesen Medikamenten, welche einen Scheidenpilz begünstigen. Ebenso kann aber auch die Einnahme der Antibabypille zur Erkrankung Scheidenpilz führen.

Besonders bei einer Diabeteserkrankung ist das Immunsystem der Scheide geschwächt und Pilze können sich ungehindert ausbreiten. Erreger ist in den meisten Fällen ein Hefepilz, in den meisten Fällen wird dieser beim Geschlechtsverkehr übertragen. Doch auch eine mangelnde Hygiene kann zu Scheidenpilz führen. Auf der anderen Seite kann aber auch eine zu übertriebene Hygiene für den Befall von Scheidenpilz sorgen.

Doch auch andere Ursachen sind denkbar. So sind Frauen, die unter einer allgemein geschwächten Abwehr oder Stress leiden, anfälliger für den Scheidenpilz.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Anzeichen für das Vorhandensein eines Scheidenpilzes sind Rötungen und Juckreiz im Bereich der Scheide. Der Juckreiz kann bei Berührung der Geschlechtsorgane auftreten oder dauerhaft bestehen. Meist stellt er das erste Symptom dar. Die Rötung ist nicht zwingend von Beginn an vorhanden und kann auch nur im inneren Scheidenbereich zu finden sein. Es kann zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder beim Urinieren kommen.

In den meisten Fällen ist der Scheidenpilz nicht direkt als solcher zu sehen. Weißliche Beläge, die nach Pilz aussehen, sind in der Tat an den Schamlippen eher selten. Allerdings kann der Scheidenpilz im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung häufig gesehen werden.

Der gesamte Vaginalbereich kann aufgrund einer Scheidenmykose anschwellen und brennen. Dabei können das Innere der Scheide und die Schamlippen betroffen sein. Die Schmerzen können unterschiedlich stark ausfallen. Die Haut um die Scheide herum kann ebenfalls von Rötungen betroffen sein und rissig werden. Zuweilen kommt es zu sichtbaren Bläschen oder einem Ausschlag im Intimbereich.

Diese Symptome sind unterschiedlich stark - in Abhängigkeit von der sonstigen Vaginalflora und der Art des Pilzes. Es kommt den meisten Fällen zu einem weißlichen Ausfluss, der in seiner Konsistenz cremig bis bröckelig ist. Der Geruch im Intimbereich wird als unangenehm beschrieben.

Komplikationen

Unbehandelt kann der Scheidenpilz sich immer weiter ausbreiten. So kann als Komplikation bei unzureichend behandeltem Vaginalpilz auch ein Befall von Gebärmutter und Blase auftreten. Generell kann die Krankheit zu einer chronischen Infektion werden, wenn sie gar nicht oder nicht ausreichend lange mit den entsprechenden Salben oder Tabletten behandelt wird. Eine typische Komplikation bei Scheidenpilz ist weiterhin die Ansteckung des Partners.

Ungeschützter Verkehr oder unzureichende Hygiene beispielsweise bei der Benutzung von Handtüchern kann begünstgen, dass der Pilz sich von Mensch zu Mensch weiterüberträgt.. Behandelt sich der Intimpartner nicht konsequent mit, droht zunächst ihm die Ansteckung. Wenn beide Partner ihre Pilzinfektion nicht adäquat behandeln lassen, kommt es zu einer ständigen wiederaufflammenden Infektion beider Betroffener, da sie sich immer wieder gegenseitig anstecken.

Dies kann als Komplikation mitunter dazu führen, dass der Vaginalpilz sich nicht nur immer weiter im Körper ausbreitet und das Immunsystem empfindlich schwächt. Es droht auch die Komplikation, dass der Pilz selbst nach und nach immun wird gegen die bisher eingesetzten Wirkstoffe in Salben und Cremes. Um dies zu verhindern, sollte immer frühzeitig und vor allem ausreichend lange therapiert werden.

Behandlung & Therapie

Sind erste Anzeichen eines Scheidenpilzes erkennbar, sollten betroffene Frauen einen Frauenarzt aufsuchen. Dieser wird einen sogenannten Abstrich machen, welcher im Labor untersucht wird. Wurde dann ein Scheidenpilz diagnostiziert, muss eine entsprechende Behandlung erfolgen. Mit dieser verschwinden die Symptome in der Regel aber innerhalb von drei bis vier Tagen.

Die Behandlung erfolgt in der Regel mit sogenannten Antimykotika, dies sind Medikamente speziell gegen Pilzerkrankungen. Scheidenzäpfchen und Salben helfen ebenfalls gut gegen diese Erkrankung. Tritt der Scheidenpilz bei einer Frau das erste Mal auf, verschwindet er in der Regel mit der entsprechenden Behandlung innerhalb von wenigen Tagen wieder.

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Vorbeugung

Um Scheidenpilz vorzubeugen, sollte man auf eine ausreichende Hygiene im Genitalbereich achten. Auch der Partner sollte dazu angehalten werden. Allerdings darf man es mit der Körperhygiene auch nicht übertreiben und auf scharfe Badezusätze oder Cremes wenn möglich verzichten. Ebenso schaden Intimsprays meist mehr als sie nützen. Klares Wasser mit dem ph-Wert 7 ist am besten geeignet, um die Scheide zu reinigen.

Eng anliegende Bekleidung und Stoffe aus synthetischen Fasern kann einen Scheidenpilz ebenso begünstigen - auf diese sollte man bestenfalls verzichten. Besser ist Unterwäsche aus Baumwolle, Seide oder auch Hanf. Wichtig ist auch die Wahl der geeigneten Binden und Slipeinlagen. Diese sollten nicht mit Kunststoff beschichtet sein. Auch kann die Toilettenhygiene entscheidend sein; bei dieser sollten Sie stets von vorn nach hinten abwischen und niemals umgekehrt - so haben Bakterien und Pilze kaum eine Chance.

Wer bereits mehrfach von dieser Krankheit betroffen war, sollte einen einfachen, aber wirkungsvollen Trick anwenden: einfach einen mit Naturjoghurt getränkten Tampon über Nacht in die Scheide einführen. Dieser stellt den natürlichen Schutzmechanismus der Scheide wieder her.

Bücher über Scheidenpilz & Vaginalpilz

Quellen

  • Beckermann, M.J.: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Schwabe, Basel 2004
  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Kaufmann, M., Costa, S.-D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie. Springer, Berlin 2013

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