Mykose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 11. Dezember 2017
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Eine Mykose bezeichnet eine Infektion lebenden Gewebes mit einem Pilz. Bei der Pilzinfektion kann es sich etwa um Hefe- oder auch Schimmelpilze handeln. Diese können entweder die Haut, Finger- und Fußnägel oder auch über den Blutkreislauf verschiedene Organe befallen. Mykosen können so entweder harmlos und gut behandelbar oder im schlimmsten Fall lebensbedrohlich ausfallen, abhängig davon, welcher Pilz welchen Bereich des Körpers befällt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Mykose?

Unter einer Mykose verstehen Mediziner lebendes Gewebe, das von einem Pilz befallen ist. Dabei infiziert sich der Wirt (bei dem es sich um einen Menschen oder auch ein Tier oder eine Pflanze handeln kann) mit Sporen der jeweiligen Pilzart.

Diese setzen sich im Körper fest und vermehren sich, wobei es zu Schädigungen des befallenen Gewebes oder sogar des gesamten Organismus kommt. Experten unterscheiden oberflächliche und systemische Mykosen. Erstere bezeichnen Infektionen der Haut, Schleimhaut oder Nägel.

Bei Letzteren handelt es sich um einen Befall des Blutkreislaufs und infolge verschiedener Organe. Während oberflächliche Mykosen meist problemlos medikamentös behandelt werden können, sind systemische Mykosen potenziell tödlich und bedürfen schneller medizinischer Therapie.

Ursachen

Die Ursachen für eine Mykose liegen in einer Infektion mit einem Pilz. In den meisten Fällen dringen Sporen der jeweiligen Pilzart in das Gewebe des Wirtes ein.

Bei den Sporen handelt es sich um wachstumsfähige Teile des Pilzes, die sich im Wirt ausbreiten. Von einer Mykose im eigentlichen Sinne wird erst dann gesprochen, wenn diese Ausbreitung erfolgt ist und eine Schädigung des Gewebes und entsprechende Symptome mit sich bringt. In manchen Fällen gelingt es dem Organismus des Wirts, sich gegen die Ausbreitung der Pilze zu wehren; dies wird als inapparente Infektion bezeichnet.

Die Ansteckung mit einem Pilz kann auf verschiedene Arten stattfinden. Unter anderem ist eine Infektion von Mensch zu Mensch möglich (dies ist besonders bei Haut- und Schleimhautmykosen der Fall).

Beispielhafte Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Eine Mykose wird in den meisten Fällen vom behandelnden Arzt mithilfe einer Probe diagnostiziert, die von dem betroffenen Gewebe entnommen wird. Aus dieser Probe wird anschließend eine Kultivierung (Aufzucht) des Erregers durchgeführt, um diesen eindeutig zu bestimmen.

Da diese Methode unter Umständen recht langwierig ausfallen kann, wird oftmals bereits parallel eine Behandlung der Infektion begonnen. Welche Therapie eingesetzt wird, entscheidet der Mediziner anhand seiner Erfahrungswerte. Zusätzlich kann zur Absicherung eine mikroskopische Untersuchung einer befallenen Gewebeprobe stattfinden.

Systemische Mykosen bergen grundsätzlich das Risiko, durch den Befall bestimmter Organe zum Tod des Wirts zu führen. Eine medizinische Behandlung ist daher dringend erforderlich.

Komplikationen

Im schlimmsten Fall kann eine Mykose auch zum Tode des Patienten führen. Dieser Fall tritt in der Regel allerdings nur dann auf, wenn keine Behandlung der Erkrankung erfolgt oder wenn die Behandlung erst sehr spät eingeleitet wird. Die Betroffenen leiden dabei in den meisten Fällen an Pilzerkrankungen, die an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten können. Betroffen sind davon vor allem die Nägel und die Haut.

Nicht selten kommt es dabei zu einem stark ausgeprägten Juckreiz und zu einer schuppigen Haut. Die Betroffenen fühlen sich durch die Beschwerde unwohl und schämen sich nicht selten für die Symptome. Dadurch kann es zu Depressionen oder zu anderen psychischen Beschwerden und Minderwertigkeitskomplexen kommen. In der Regel wird die Lebensqualität des Patienten durch die Mykose deutlich eingeschränkt und verringert.

Die Behandlung dieser Krankheit kann mit Hilfe von Medikamenten erfolgen und führt in der Regel zu einem schnellen Erfolg. Es treten dabei keine besonderen Komplikationen auf, wenn die Mykose nicht die inneren Organe befallen hat. Auch die Lebenserwartung des Patienten wird bei einer erfolgreichen Behandlung nicht eingeschränkt. Eine angemessene Hygiene kann helfen, Pilzerkrankungen vorzubeugen. Auch nach einer erfolgreichen Behandlung kann der Betroffene in der Regel wieder an derselbigen erkranken.

Behandlung & Therapie

Hat der behandelnde Mediziner eine Mykose diagnostiziert, wird er anhand der entnommenen Proben und seiner Erfahrungswerte eine entsprechende Therapie einleiten.

Die genaue Art der Behandlung entscheidet sich danach, welcher Bereich des Körpers betoffen ist und um welchen Pilz es sich handelt. Ist die Haut des Wirtes betroffen, können Antimykotika (Anti-Pilz-Mittel) in Salbenform verordnet werden, die auf die jeweilige Körperstelle aufgetragen werden. Bei einem Befall der Schleimhäute kommen ebenfalls Salben, aber auch Pastillen oder Zäpfchen zum Einsatz (abhängig davon, welche Schleimhaut befallen ist).

Systemische Mykosen werden auch mit Antimykotika behandelt; allerdings werden diese in den meisten Fällen intravenös verabreicht, damit sie direkt in der Blutbahn des Wirtes wirken können. Hierbei müssen mögliche Nebenwirkungen gegen den Nutzen einer Behandlung abgewogen werden, damit durch die Gabe des Medikaments keine schwereren Schäden entstehen. Bei besonders schweren oder hartnäckigen Mykosen ist auch eine Kombination zwischen lokaler und systemischer medikamentöser Behandlung möglich.

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Vorbeugung

In vielen Fällen kann einer Mykose nicht direkt vorgebeugt werden, da sie oftmals indirekt über menschliche Hautschuppen erfolgt. Das Risiko bestimmter Pilzinfektionen etwa der Geschlechtsorgane kann allerdings deutlich reduziert werden, indem kein häufiger Partnerwechsel stattfindet. Besteht der Verdacht auf eine Mykose, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. So können eine Ausbreitung der Infektion und auch eine Ansteckung weiterer Personen im Umfeld vermieden werden.

Das können Sie selbst tun

Die Behandlung einer Mykose ist meist langwierig und mit verschiedenen Begleitsymptomen verbunden. Die Betroffenen können die Abheilung der Pilzinfektion unterstützen, indem sie auf eine strikte Körperhygiene achten und die Vorgaben des Arztes einhalten.

In Rücksprache mit dem Arzt können verschiedene Mittel aus der Homöopathie eingesetzt werden. Bewährt haben sich zum Beispiel Salben oder Zäpfchen mit den Wirkstoffen Arnika oder Belladonna. Die Naturheilkunde bietet mit Ringelblumensalbe und ätherischen Ölen ebenfalls verschiedene Mittel, die den Hautausschlag lindern. Welche Maßnahmen im Detail angewendet werden können, sollte gemeinsam mit dem zuständigen Mediziner entschieden werden.

Grundsätzlich hilfreich ist eine Stärkung des Immunsystems. Dies gelingt durch moderate Bewegung und ausreichend Schlaf. Wird zusätzlich Stress vermieden, heilt die Mykose oft ohne Komplikationen aus. Sollten sich allerdings weitere Beschwerden einstellen, muss eine Fachklinik konsultiert werden. Bei zunehmenden Schmerzen ist eine fachlich angeleitete Schmerztherapie sinnvoll. Da die Pilzinfektion oft auch seelische Leiden hervorruft, kann begleitend dazu mit einem Therapeuten gesprochen werden. Patienten sollten sich hierfür an den Arzt wenden, der entsprechende Kontakte herstellen kann.

Im Falle einer systemischen Mykose ist eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich. Die Betroffenen sollten entsprechende Vorkehrungsmaßnahmen treffen und den zuständigen Arzt über ungewöhnliche Beschwerden informieren.

Bücher über Pilzinfektionen

Quellen

  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Wenk, P., Renz, A.: Parasitologie. Thieme, Stuttgart 2003

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