Schuppen (Kopfschuppen)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 22. Oktober 2017
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Nicht allen Menschen sind ein dichtes und und kräftiges Haar sowie eine gesunde Kopfhaut gegeben. Unschöne Beeinträchtigungen der Kopfhaut und des Haarkleides, zu denen die lästigen und immer wiederkehrenden Schuppen (Kopfschuppen) gehören, lassen manche Menschen fast verzweifeln.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schuppen (Kopfschuppen)?

Bei Kopfschuppen handelt es sich um sichtbare Unregelmäßigkeiten der Kopfhaut. Diese Erscheinungen zeigen sich in individuell abweichenden Ausprägungen und sind nicht immer optisch gleichartig.

Im Rahmen von Schuppen, die auch andere Körperteile beeinträchtigen können, sind Kopfschuppen auf das behaarte Haupt beschränkt. In der Dermatologie stellen Kopfschuppen wie auch andere Schuppenarten, welche die Haut des Menschen beeinträchtigen können, durchaus behandlungsbedürftige Erscheinungen dar.

Haar- oder Kopfschuppen treten mit spezifischen Begleiterscheinungen auf und charakterisieren sich als abgestorbene Hautzellen. Es gibt dabei trockene und fettige Kopfschuppen.

Ursachen

Wie alle Körperzellen, so sterben auch die Hautzellen des Kopfes regelmäßig ab und lösen sich in Form der Kopfschuppen von der Kopfhaut. Als Ursachen für die, entweder dauerhaft und in großem Ausmaß oder nur gelegentlich wiederkehrenden, Kopfschuppen kommen ganz unterschiedliche Ursachen in Frage.

Ein am häufigsten auftretender Auslöser für die vermehrte Bildung von Kopfschuppen ist ein Pilz, der als Hautpilz Pityrosporum ovale bezeichnet wird. Dieser Pilz tritt vorrangig auf fettiger Kopfhaut durch eine Überproduktion der Talgdrüsen auf und führt zu Kopfschuppen.

Darüber hinaus können Kopfschuppen ebenfalls durch verschiedene andere Hauterkrankungen, wie eine Neurodermitis, eine Schuppenflechte oder sogenannte Kontaktallergien ausgelöst werden.

Der Hautpilz Pityosporum ovale gilt als Verursacher der Kleinpilzflechte, die sich als Kopfschuppen zeigt. Diese Pilzart ist ein Hefepilz und findet insbesondere auf fettiger Kopfhaut optimale Lebens- und Vermehrungsbedingungen.

Diagnose & Verlauf

Der Pilz befindet sich immer auf der normalen Kopfhaut. Es kommt erst dann zu einer Überproduktion der Kopfschuppen, wenn die Talgdrüsen vermehrt Fett absondern. Der Pilz nimmt diese Fette auf und verstoffwechselt sie. Es entstehen Stoffe, die sich in einem unangenehmen Jucken und Brennen auf der Kopfhaut bei den Kopfschuppen darstellen.

Durch das Kratzen kann sich die Kopfhaut entzünden und Infektionen entstehen. Dies bedingt wiederum eine erneute Nachbildung entzündeter Kopfhautzellen, was zu einem vermehrten Auftreten von Kopfschuppen führt. In manchen Fällen kommen bei klassischen Kopfschuppen spezielle Haarpflegemittel als ursächliche Faktoren in Betracht.

Komplikationen

Komplikationen sind bei gewöhnlichen Schuppen auf dem Kopf eher nicht zu erwarten. Es sollte beim Hautarzt oder Kosmetiker lediglich ermittelt werden, ob es sich um eine zu trockene Kopfhaut oder die Folge ungeeigneter Haarpflegemaßnahmen handelt. Kopfschuppen stellen meist eher ein kosmetisches als ein medizinisch relevantes Problem dar.

Kopfschuppen können aber auch bei Neurodermitis und Psoriasis oder als Folge von Quecksilbervergiftungen durch Dentalmaterialien auftreten. Als erwartbare Komplikation einer Schuppenflechte oder eines Kontaktekzems gehören Kopfschuppen in die Hand eines Dermatologen. Er kann die Ursache der verschlimmerten Symptome ermitteln und dann eine gezielte Behandlung einleiten. Amalgambedingte Folgeschäden sind gegebenenfalls vom Umweltmediziner durch Entgiftungsmaßnahmen zu behandeln.

Kopfschuppen können auch auf ein behandlungsbedürftiges seborrhoisches Ekzem hinweisen. Hier kann es bei einer Selbstbehandlung mit konventionellen Anti-Schuppen-Shampoos zu Komplikationen wie Entzündungen der Kopfhaut kommen. Die aggressiven Anti-Schuppen-Shampoos können die gereizte Kopfhaut noch mehr austrocknen. Das kann zu entzündlichen Prozessen und bakteriell bedingten Hautreizungen führen. Bei einem seborrhoischen Ekzem sind spezielle, antimykotische und entzündungshemmende Haarpflegemittel sinnvoll.

Eine ausgeprägte Neigung zu Schuppenbildung kann auch zu psychischen Folgeproblemen führen. Die Betroffenen entwickeln Minderwertigkeitskomplexe. Sie werden depressiv, wenn keine Besserung eintritt. Betroffene fühlen sich in der Gesellschaft anderer unwohl, weil ihre Erkrankung so offensichtlich ist und auf andere Menschen unappetitlich wirkt.

Behandlung & Therapie

Um Schuppen auf dem Kopf zu reduzieren, kommen ganz verschiedenartige Behandlungsmöglichkeiten in Frage. Insbesondere im Rahmen einer Eigentherapie können die betroffenen Frauen oder Männer wirksame Arzneistoffe aus der Apotheke einsetzen, welche eine Entstehung der Kopfschuppen eindämmen. Diese Medikamente werden als Antipilzmittel oder Antimykotika bezeichnet und wirken vorwiegend gegen einen Hautpilz, welcher die Bildung der Kopfschuppen verursacht.

Diese Wirksubstanzen werden in Form von medizinischen Shampoos eingesetzt und kommen beim Waschen der Haare zur Anwendung. Außerdem eignen sich salizylsäurehaltige Produkte, Selendisulfid und teerhaltige Substanzen ebenfalls gegen Kopfschuppen.

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbau der menschlichen Haare mit Schuppenschicht. Klicken, um zu vergrößern.

Nachdem die pilzabtötenden Wirkstoffe aus dem Antipilzmittel in die Kopfhaut eingezogen sind, kann diese gut gespült werden. Als Resultat zeigt sich eine deutliche Verringerung des Pilzwachstums auf der Kopfhaut, was zu einem Rückgang der Kopfschuppen führt. Diese Behandlung wird in der Regel über vier Wochen durchgeführt und kann durch herkömmliche Shampoos abgelöst werden, bis sich die Kopfschuppen wieder einstellen.

Handelt es sich um die Entstehung von Kopfschuppen durch andere Ursachen, dann wird eine abweichende Behandlung vorgenommen. Neben dem Einsatz von Kortison, kommen ein Weglassen von allergieauslösenden Haarpflegemitteln als allergene Stoffe, sowie die Therapie anderer ursächlicher Hauterkrankungen in Frage.

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Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen die Entstehung von Kopfschuppen ist grundsätzlich realisierbar. Dies kann bereits damit beginnen, dass eine sanfte und schonende Haarpflege erfolgt. Dauerhaft die Kopfhaut reizende Substanzen wie Haarfärbungen und Dauerwellen sollten ebenfalls hin und wieder pausiert werden, um die Bildung von Schuppen zu vermeiden.

Darüber hinaus ist es im Rahmen der vorbeugenden Maßnahmen gegen Kopfschuppen sinnvoll, ph-neutrale Haarwaschmittel einzusetzen und Rückstände nach dem Waschen gut auszuspülen.

Haarpflegemittel mit einem hohen Gehalt an Alkohol regen die Talgdrüsen zu mehr Absonderung von Fett ab. Diese sollten deshalb bei Kopfschuppen gemieden werden. Nach dem Waschen der Haare ist es ratsam, diese nicht zu heiß zu fönen und keine zu stark entfettenden Waschsubstanzen einzusetzen.

Bücher über Schuppen

Quellen

  • Altmeyer, P.: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie. Springer Medizin Verlag, Berlin Heidelberg 2005
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Plewig, G. et al.: Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer, Heidelberg 2012

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